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Der Israelit · 1872-08-07 · Heft 32 (7.8.1872) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 32 (7.8.1872)
Date
1872-08-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
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puiw tpj I WW-WMWWMWWWM 6S2 weit Absicht, Gott zu hauten. Ich aber rufe Euch heute Himmel und Erde zu Zeugen an, für Eure Verbannung aus diesem Lande, für Eure Zerstreuung unter die Völker, deren Irrthümer Euer geringer Rest theilen wird, bis Ihr Alle Gott wieder sucht — ontfpm —, den aber der Einzelne mir sinder — —, der ihn mit ungetheiltem Herzen und aus voller Seele erstrebt. Erst in der Enge, wenn Dich alle diese Dinge getroffen haben werden, am Ende der Tage, wirst Du zurückkehren zu Gott, Deinem Gott und auf seine Stimme hören. Denn die Barmherzigkeit Deines Gottes läßt Dich nicht los und gibt Dich, eingedenk des den Vätern geleisteten Eides, nicht den: Verderb,.» preis. Denn befrage doch einmal die Tage der Vorzeit. Es ist ja nicht das erste Mal, das; Gott Dich erlöst mitten aus den Irrungen einer wahnversunkenen Menschheit. Am Choreb löste er die Fesseln von Eurem Geiste, nachdem er beim Auszuge aus Egvpten den Körper befreit, und alle diese Veranstaltungen galten nur dem einen Zweck: nn er: rhnj ss->x r« -p rm “«-er:*, „Dir jenes Land zürn Lehen zu geben, jenes Land — dessen Verlust wir heute betrauern." In diesem Sinne redete Moscheh zu unseren Vätern, noch ehe sie einen Just in das ersehnte Land gesetzt, als es also noch vollständig in ihrer Hand lag, ein staatliches Leben zu entfalten, das dieie Enthüllung der Zukunft hätte Lügen strafen können — aber man hatte kein Verständnis; für den furchtbaren Ernst dieser Worte, zu denen die Weltgeschichte mm einen schon mehr als dreitausend Jahre langen Eontmentar liefert, ohne noch am Ende zu sein. Moscheh aber sah die Leiden, welche seinem Volke, von dem er nun scheiden muszte, noch bevorftanden, schaute die Kämpfe und Versuchungen, die noch an Israel herantreten sollten, ehe es sich losgerissen von allen Leidenschaften und Verirrungen, um aus der selbstgeschaffenen „Enge" wieder zu Gort und seiner Thora hiuzuflüchten. und fährt daher, nachdem er das ganze traurige Geschick seines Volkes dis in'die kleinsten Nuancen so treu gezeichnet, mir einer wunderbar rührenden Wendung fort: „am ry-n". Jetzt, wo Du Deine ganze Zukunft kennst. Deinen Abfall von Gott und die fürchterlichen Mittel, die Deine Rückkehr zu ihm wieder bewirten, setzt beschwöre ich Dich, erspare Dir diese traurigen Erfahrungen. Warum willst Du Jahrtausende lang durch die grausamsten Verfolgungen und Leiden das erlangen, was Du heute schon hast, und muthwillig zu verscherzen im Begriffe stehst? „Erkenne es doch heute und nimm es au: in Dein Herz, in Dein zwiespältiges-) Herz, daß Gott, der in seiner unermeßlichen Liebe bis "jetzt nur als ti sich Dir zeigte, auch als sich bewähren kann, bewähren wird, -'■rs byo? In seinem Dienste sieben ja meine bei- *) p3S Vergl. BemclwM r>4 .>. . den Zeugen wider Euch, stehen Himmel und Erde, die ich heute angerufen: und sein Gesetz bestimmt, daß die Zeugen zuerst Hand a»legen an den von ihnen überführten Schuldigen, "rn ns msz»), hüte darum feine Chukkim und ferne Mizwauß, die ich Dir heute befehle, damrt es Dir — im Gegensatz zu meinen Propbezeihungeir - gur gehe und Deinen Kindern rrach Dir, und daillit Du lange Zeit auf dem Boden weilst, den Gott, Dem Gott, Dir für alle Zeiten gegeben hat." Jahrtausende sind hmgegangen, seitdem diese Worte zuerst gesprochen wurden und ungehöit verhallten. All- . jährlich treten sie daher an die späten Enkel heran, und rufen ihnen unablässig zu: „m-.i nyi". Erkenne es; doch heute!" Heute, Ivo vielleicht die traurigsten Sei- : teu unseres Golußgeschickes hinter uns liegen, heute wo Eultur und Wissenschaft einen niegealmten allgemeinen Fortschritt zu Tage gefördert, wenn wir heute das Gorteswort mit seinen Bedingungen begriffen und beherzigten . an welche es unser und unserer Kinder Gluck; knüpft, welche unberechenbare llmwaudlung müßten dann hercke noch jene Worte in allen jüdischen Herzen Hervorrufen! Wenn wir heute, nachdem die vom Iudenthum zuerst gepredigten Menschenrechte schon soweit Gemeingut der Menschheit geworden sind, daß man keiner Gottesverehrung mehr Hindernisse in den Weg legt, wenn wir heute frei und offen, so die Gottgebotenen z'p'n : und -me hüteten, wie es liniere heiligste Pflicht ist: — welch' herrlicher Kidduich Ha'chem wäre ein solches Leben nach innen und außen. Wenn inmitten einer Welt, welche die großen Wahrheiten des Iudenthums schon zum Theil erfaßt, sich ein Völkchen fände, das still und bescheiden ein Leben lebte, welches die höchsten Ideale.! wie den Edelstein die Fassung, in sich schlöffe, und mit j ihnen in das dämmrige Halbdunkel hineinleuchtete, wei-! ches noch immer den freien Blick der Menschheit hemmt. — welche Verherrlichung des Gottesnamens auf Erden! : lind wenn Golk diesem Völkchen gar einen gemeinsamen! Boden geben und so der Well den Einblick in einen ' staatlichen Organismus gewähren wollte, der durch Gott! und sein Gesetz constrmrt, von Gott ausgeht und m i ihm aufgeht: welch' mächtiger Hebel würde ein so weit- > hin leuchtendes Beispiel zur Realisiruug jener Zeck sein,! „wo die Völker stumpf machen ibre Schwerter zu Sicheln j und ihre Lanzen zu Rebmessern, wo kein Volk gegen ein anderes das Schwert erheben, und man nicht mehr den Krieg lernen wird!" Dies Alles haben wir einmal gehabt, liaben wir leichtsinnig verscherzt, verscherzen wir heute noch leichtsinnig, denn jedes Zeitalter, in welchem dieses unser; Heiligthum nicht wiederhergestellt wird, steht demjenigen j vollständig gleich, in welchem dasselbe zerstört wurde.! lehrt ein Ausspruch unserer Weisen. Ja wir tragen! nicht nur die Schuld unserer Väter, wir vermehren sie | noch durch die mistigen. nyrvn T'yn-'rr.ax cy *a»8nf

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