Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1872)
- Date
- 1872-07-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XU1. Jahrgang. „V 31. Der Israelit. Ern Kentrat - Hrgan für das orlhodore Iudenthurn. Herausgegeben von Lehmann in M a i n z. Mittwoch, den 31. Juli 56 3 2 (187 2). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Dogen. Preis deS Jahrgangs 3 Thlr. pr. E. oder st. 5. 45 k. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter »ehmen Bastellungen an. Inserate 2 Sgr. die Prtitzeile oder deren Raum. Österreichische Banknoten laut CourS. Directe Francozu sendung unter Streifband pr. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Das Judenthum in Amerika. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen rDeutschland: Berlin. Hamburg. — De ft--Ungar. Monarchie: Wien. Rumänien: Bukarest. — Amerika:Milwaukee. — Asien: Teheran. — Feuilleton: Der Fürst von Coucy. Anhalt der ersten ALeitage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Hüls. Danzig Hamburg. Altona. Aus dem Oldcnburgischen. — Qeft.-Ung. Monarchie: Szigethvar.— England: London.London. — Rumänien: Bukarest.— Amerika: Salt Lake City. — Anstatt der zweite» Notlage: Telegraphische Depeschen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Deutschland: Berlin. Füifeld. Leitender Artikel. Aas Andcuthum i» America. ^2 Im Leitartikel in Nr. 9 d. I. machten wir die Bemerkung, daß der Verfall der jüdischen Religion in America bei weitem größer ist. als in andern Welttheiten, so daß speciell jüdisches Leben und jüdische Sitte dort fremd sind. Es ist uns immer unbegreiflich, daß diejenigen, die sich vom jüdischen Leben vollständig und freiwillig losgesagt haben, die unsere heilige Re- | ligion, deren Vorschriften einzig und allein das jüdische j Leben bilden. mit kecker Stirne Verleugnen, die für | jüdische Bräuche und Sitten, fremde, unjüdische, von *' '«'rer Religion verpönte, deiy Judenthum geradezu j verderbliche eingeführt haben, daß diese dennoch den! Vorwurf, welchen sie sich doch mil Wissen und Willen! zugezogen, nicht ertragen wollen und sich ganz empört! stellen über das Unrecht, das man ihnen anthun wolle,! sie nicht als Juden anzuerkenuen. Aber geradezu lächer-! lich ist es. wenn diese Leute den Vorwurf zurückzn-- i schleudern versuchen mit der Behauptung, wir, die Änr! die mrs anerkennen. nach ihren Vorschriften unser! Leben ordnen und regeln, wir seien keineGmhren Juden,! wir verliefen die Gebote des Ewigen. So nämlich ' glaubt ein amerikanisches jüdisches Blatt unsere Benierkung über das Judenthum America's schlagend und geistreich zu widerlegen, indem es uns die Worte des Propheten Elijahu, die jener zu Achab auf dessen Frage: „Bist du es. Verderbenbringer für Israel?" sprach: „Nicht ich habe Israel Verderben gebracht, sondern du und das Haus deines Vaters, indem ihr verlassen habt! die Gebote des Ewigen, und du bist den Baalim uach-; gegangen" entgegenhält und zwar allem Anschein nnch, in der Meinung, es seien das Achab's Worte. Natürlich fällt es uns nicht im Traume ein, solcher Gelehrsamkeit und der plumben Art und Welfe der Entgegnung, die uns von der Bildung und Höflichkeit des ‘ Gegners eine nicht besonders günstige Meinung gibt, zu ' erwidern; sie bietet uns nur Veranlassung zu einem j näheren Eingehen auf die amerikanisch-jüdischen Verj hältnifse. Zuvor aber, sei es uns gestattet, über das! oben angcdeutete, etwas unbegreifliche Verfahren der > inneren Gegner unserer Religion einige Worte zu sagen.