Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 29 (17.7.1872)
- Date
- 1872-07-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XIII. Jahrgang. Der Israelit. Ein KenLrak-Hrgan für das orthodoxe Zudenthmn. Heraus gegeben von Dr. Lehmann in Main z. Mittwoch, den 17. Juli 5632 (1872). Diese Leitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut CvurS. Directe Francozu sendung unter Streifband pr. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Der neue Friedhof der israel. Religionsgesellschaft zu Carlsruhe. 3eit«»gSuachrichten und Correspondenzen -.Deutschland: Mainz. Mainz. Laupheim. Feuilleton: Der Fürst von Coucy. Znhatt der Meitage: ZeitunaSnachrichten und Correspondenzen rDeutschland: Frankfurt a. M. Aus Westphalen. Dresden. — Oest. - Un g. r"ionarchie: Preßburg. — Rumänien: Bukarest. — Rußland: Petersburg. — Amerika: New-Nork. - Leitender Artikel. Der neue Friedhof der israel Ncligionsgefellfchast M Carlsruhe. Mainz, 11. Juli. Unsere Leser wissen, daß von allen orthodoxen Separat-Gemeindeu in Deutschland diejenige zu Carlsruhe in Baden die politisch am Meisten selbstständige ist; während die übrigen ähnlichen Religionsgesellichaften zu den Cultuskosten der Reforulgenieinden Beiträge leisten müssen, sind die Orthodoxen Carlsrnhe's von dieser Pflicht befreit. Dafür hat sie der Gemeinde- Vorstand von dem Mitgennß der Gemeinde-Institut onen, wie Friedhof, Mikwah x. ausgeschlossen. In Folge dessen hat die Religionsgesellschast mit rühmenswerthem Eifer für Herstellung eigener Institutionen Sorge getragen; ein nicht allein n-3, sondern auch schön, bequem und elegant eingerichtetes Mikwah wurde mit nicht unbedeutenden Kosten hergestellt; der Erwerbung eitles Friedhofes aber stellten sich Schwierigkeiten entgegen. Die Behörde verlangte, daß die aus der isr. Gemeinde Ausgeschiedenen dle Leichen aus dem allgemcinen städtischen Friedhose bestatten sollten, und ge-' stattete erst, nachdem von vielen Rabbinen, auch vom Herausgeber dieser Blätter, Gutachten waren abgegeben, worden, die Acquirirung eines eigenen Begräbnißplatzes. Kaunl war das geschehen, noch war die Mauer um den neuen Friedhof nicht vollendet, als Herr Baruch Wormser aus diesem Leben abberufen wurde. Der Genannte war nicht allein der erste Vorsteher der Religionsgesellschaft, er war eine in vielen Beziehungen hervorragende Persönlichkeit. Der einzige Sohn des sel. Rabbi Kaufmann Wormser, der außer ihm vier Töchter hatte, der Schwager des hochberühmten Rabbi Jacob Ettling'er v"?, desOberrabbinen von Altona, lebte und wirkte er im Sinne und Geiste seines Vaters und seines Schwagers, erzog er im Vereine mit seiner edlen Gattin 'mp seine elf Kinder in demselben Sinne uub Geiste; seine innige, ausopferllngsfähige Frömmigkeit kannte keine Grenzen. — Viele Jahre lang stand er als Vorsteher der Gesammt - Gemeinde Carlsruhe vor, war er Mitvorsteher zahlreicher, wohlthätiger Vereine, sammelte er die Unterstützungsgelder für d. A. d. h. L. aus ganz Baden. Die allgemeine Teilnahme zeigte sich beim Leichenbegängnisse. Nicht allein fast alle Israeliten und viele Nichtjuden Carlsrnhe's folgten der Bahre — die Freunde, Verwandten und Verehrer des Heinrgegangenen waren