Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1872)
- Date
- 1872-06-26
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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XIII Jahrgang. W i flen schaftliche Beilage Ar. 28des Israelit Literarischer Bericht. Vom Herausgeber. Vor uns liegt eine mawretische Ausgabe des Buches I e s a i a s von S. B a e r in B i e b e r i ch, mit einem lateinisch geschriebenen Vorworte von Professor Delitzsch in Leipzig. Tie Namen Delitzsch und Baer sind Allen, die sich für den masoretischen Bibeltext interessiren, zu bekannt, als daß wir erst nöthig hätten, unsere Freude über das vorliegende Buch auszusprechen. Wir wollen uns daher gleich mit der Sache selbst beschäftigen. Der Verfasser hat die besten Ausgaben des Buches JesaiaS und auch viele erst neuaufgefundcne, alte Maniiscripte benutzt, so namentlich ein von Schapira in Jerusalem au den Buchhändler Johann Alt in Frankfurt a. M. verkauftes, sowie ein anderes von Jakob Saphir in Arabien erworbenes und ein drittes von demselben der Pariser Bibliothek verkauftes. Von allen bis jetzt gedruckten Ausgaben deS Jeiaias ist die vorliegende die erste, welche die Bezeichnung der rvrrrs und r.iD*no durch das übliche e> und d enthält. Die. meisten Abweichungen von dem gewöhnlichen Texte beziehen sich auf die Neginoth. Für 1, 22 hat Bacr d^d1? gemäß der Masora: 'V! D’X?0 P D’J'D (ibid 26, 23) D\rD f)D3, (Prov. 25, 4) un In C- 3, V. 24 am Ende ist in den gewöhnlichen Ausgaben bei '2" nnn 'v das Wort 'v mit durch einen Mackes verbunden, während rnn ein Tipchah hat Diese Notation erschwert das Verständniß außerordentlich. Nach Tractat Sabbat f. 62, angeführt von kömmt »3 von no, „ brennen ", her und bedeutet soviel wie Brandmal; man begreift demnach nicht, wieso 'v mit rnn so eng verbunden werden kann. Nach dem von Baer hergcstellten masoretischen Texte hat '2 ein Tipcha, rnn ein Mexcha, so daß jetzt der dem Sinne entsprechende Gegensatz vollkommen deutlich hervortritt. In C. 7, V. 3 findet sich bei -pu an?» nxEn in den meisten Ausgaben das Wort i-rrr'r mit Tipcha und p'L" mit Munach, was offenbar dem Sinne nicht analog ist; Baer hat n«Gcn mit Mercha und 212/' mit Tipcha. In C. 7, V. 14 hat iwjcy ein Mercha unter der Antepennltima; in Baer's Ausgabe findet sich statt dessen ein Metheg, entsprechend der Regel im Tractat Eosrim: chr« P« nci?, die doppelte Regina (Mercha und Sof Poßak) würden das Wort in zwei Theile trennen, während beim Metheg die Einheit desselben gewahrt ist. In C. 10, V. 16 findet sich in unscrn Ausgaben der no-x ot?; da aber diese Stelle nicht in den ~"bp l'xn, d. h. in den 134 Stellen, an welchen der a& huim geschrieben wird, aufgezählt ist. so muß hier der OL7 stehen. In C. 40, V 7 i'LN px haben die gewöhnlichen Ausgaben Mercha - Tipcha; Baer hat nach den alten Handschriften das hier weitaus entsprechendere Tipcha-Mercha. Ein eigenthümlicher Fehler hat sich in C. 60, 5 ’ion *vx eingeschlichen; da die Masora hiezu bemerkt ’jön nmo" rr1?, io hat man gemeint, es VOjEI schreiben zu müssen, indem man übersah, daß non in der masoretischen Ausdrucksweise lediglich Schema bezeichnet. Baer hat die ursprüngliche, richtige Lesart ijOFl wieder hergestellt. Wir könnten noch viel des Interessanten und Wichtigen ans dem vorliegenden Buch anführen, müssen jedoch den Leser aus das Werk selbst verweisen; Herr Baer verdient für die große Sorgfalt und den außerordentlichen Fleiß, die er hier wiederum bewiesen, Dank und Anerkennung; ebenso die Tauchnitz'sche Buchhandlung , die, ohne Aussicht auf Absatz, wie es Professor Delitzsch in der Vorrede hervorhebt, im Interesse der Wissenschaft den Verlag übernommen und die Ausstattung ganz vorzüglich besorgt hat. Erwiderung. In Nr. 10 des „Israelit" weist Herr Rabbiner vr. Auerbach meine Beweise gegen seine Entscheidung in Nr. 2 zurück und perhorrescirt solche entschieden. Ich habe von vorn herein diese Beweise nicht als maßgebend, sondern nur als bescheidene Bedenken vorgetragen. Möglich, daß ich geint habe, 'v n'ü'yw P3\ Wenn aber Herr Dr. A. sagt, daß er sein Erstaunen über die vorgebrachten Gegenbeweise nicht verbergen könne, so kann ich wiederum mein Erstaunen über dies sein Erstaunen nicht verbergen. So gar abstrus erscheinen mir doch die Beweise nicht. M i ch hat Herr vr. A. noch nicht überzeugt. Kann sein, daß die Schuld