Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 25 (19.6.1872)
- Date
- 1872-06-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit. Sin Aentrat - Hrgan für das orltjodore Iudentkum. Herausgegeben von I>r. Lehmann in sDt a i n z. Mittwoch, den 1 9. I u n i 5 6 3 2 (2 8 7 2). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs 3 Thlr. pr. E. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen u»fr Postämter nehmen Bekteklungen an. Inserate 2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Österreichische Banknoten laut Cours. Tirecte Francozu sendung unter Streifband pr. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco eiuzusenden. Da mit dem 1. Juli ein neues Quartal beginnt, ko erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten daraus aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß. damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Inhalt. Leitender Artikel: Judentbum und Wissenschaft. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: König i. £>. Ans Untersranken. Padeiborn. Leipzig. — Palästina: Jaffa. — Amerika: New-Aork. — Feuilleton: Vor fünfzig Jahren. Anstatt der ersten Beilage: Leitende Artikel: Eine rumänische Circularnote. — In Sachen des Deutsch-Israel. Gemeindebundes. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz. Eßlingen. Laupheim. — England: London. — Austra lien. Anstatt der zweite« Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: T euts ch land: Mainz. Rumänien: Jassy. Bukarest. — Amerika: New-Vork. — Leitender Artikel. ZudenIHum und Wissenschaft. Von C. W. Je mehr sich in manchen Kreisen das Bestreben kund gibt, auch das Judenthum und seine Institutionen als einen überwundenen Standpunkt darznsiellen und demgemäß auch so zu behandeln, je eifriger der Materialismus und feine Bekenner bemüht sind, göttliche Gesetze und Vorschriften in die Plunderkammer historischen Aberglaubens zu verweisen, um so mehr ist es die Pflicht eines jeden gesetzestreuen Juden, diesen „Fanatikern des Unglaubens" entgegcnzutreten und ihnen das Falsche und Unrichtige ihrer Lehre zu beweisen. Hauptsächlich ist es das vielgebrauchte Wort von oer Disharmonie zwischen „Glauben" und „Wissen", womit man Propaganda für den Abfall vom Gesetze zu machen^ sucht, und es ist eine traurige Thatsachc, daß dieses Schlagwort bei der Menge Halbgebildeter oder auch Gebildeter, aber des Gesetzes Unkundiger von ungeheurer Wirkung gewesen ist; aber wie gewissenlos die wackeren Kämpen für den „Fortschritt" hierin verfahren, wie gerade das Judenthum. die Religion par excelience in vollem Einklänge mit der Wissenschaft steht, und wie man nur durch einen unverzeihlichen Analogismus des Judenlhunls mit den andern „ Religionen " dazu kam, auch es als menschliches Institut und somit als reformbedürftig und unzeitgemäß, wenn nicht gar als abgethan und unbrauchbar zu bezeichnen, das nachzuweisen soll der Zweck folgender Zeilen sein. Was ist Religion i Die Römer verstanden unter religio die fromme Scheu vor den Göttern, die man zu ehren und zu fürchten habe. Aber ihre Götter waren keine Gesetzgeber, sie befahlen nicht, was der Mensch zu thnn oder zu lassen habe, erst der Philosoph sann