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Der Israelit · 1872-06-05 · Heft 23 (5.6.1872) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 23 (5.6.1872)
Date
1872-06-05
Page
– (sequence 13)
Language
German
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517 Ankäufe eines Hauses bestimmt, welches 50 Quartiere enthalten und in welchem 25 jüdische und 24 christliche Familien freie Wohnung erhalten sollen. Bei der Wohnungsnoth, die hier herrscht, ist diese. «Stiftung für die armen Leute eine Wohltat, die nicht genug ermessen werden kann. Am 4. Tage Cholhämoed Pesach wurden die armen Familien in ihre Wohnungen eingeführt, nachdem Herr Prediger vr. Stein in Gegenwart des Bürgermeisters und vieler Honoratioren eine passende Anrede an die Stiftlinge gehalten und der edlen Wohlthäterin, Frau Therese Wiener, geborenen von Lümmel dankbar gedacht hatte. Es 'war rührend, wie der Gemahl der Seligen, Hr. Herrman Wiener, welcher mit aller Sorgfalt die humanen Intentionen der edlen Gattin ausführte, die Stiftlinge in ihre neue Behausung mit dem Wunsche einführte, daß dieselben seiner seligen Gattin im Gebete öfter gedenken sollen. Die Sammlug für die persischen Juden, welche die Herren S. I.' Kohn Sohn und Or. Bendiener mit Eifer betrieben, hat den Betrag von über 1000 fl. erreicht, welcher nach London geschickt wurde. R u m ä u i e n. In Rumänien und zwar in der moldauischen Stadt Roman, ist wieder eine Schandthat gegen die Juden verübt worden, diesmal sogar « wie ein Jassir Blatt meldet) unter erschwerenden Umstanden, nämlich auf Befehl des Bürgermeisters und des stadtrathes. Diese ließen den Iudenkirchhof, welcher schon Jahrhunderte im Besitze der Judengemeinde von Roman ist, zerstören. Auf ihren Befehl ward die Umzäumung medergerissen, die Bäume, welche den Kirchhof zierten, wurden umgehauen, die Grabsteine zertrümmert, die Gräber aufgeworfen und die Gebeine der Begrabenen den Hunden überlassen. Die Judengemeinde bon Roman hat sich an den Staatsanwalt gewendet, um Gerechtigkeit zu erlangen. Bukarest, 14. Mai. Sämmtliche Jsmcnler Jundenhetzer wurden gestern vorn Brailaer Schwurgerichte freigesprochen. Türkei. Aus Smyrna wird berichtet, daß sich der Generalkonsul Hofrath Dr. v. Scherzer, der deutsche Konsul Dr. Lührsen und der großbritanische Konsul Cumberbatch zum Großrabbiner verfügt haben, um ihm ihr lebhaftes Bedauern über die vorgefallenen Exzesse und die Zuversicht auszudrücken, daß die von der Regierung ergriffenen Maßregeln jeder Wiederholung der verübten Frevelthsten Vorbeugen würden. Die auf Initiative des Dr. v. Scherzer gemachte Demarche, die erste dieser Art, ist von dem Großrabbiner und der Bevölkerung mit innigem Dank ausgenommen worden. Oberst Hassan Bey, der von Konstantinopel mit Truppen nach Smyrna entsendet worden ist, hat das Garnisons-Kommando in Smyrna übernommen. Der Generalgouverneur Hamdy Pascha hat eine Untersuchungskommission bestellt, vor der die zahlreich Verhafteten erscheinen werden. A s i t n. Bagdad. Dem „ Libanon " wlrd^von den dortigen Rabbinen in einem ausführlichen schreiben von der großen Noth, die in dieser Gemeinde herrscht, Mittheilung gemacht. Die auch von uns gebrachte Nachricht des „Jew. Chr.", wonach der Vorstand der Gemeinde die ihm von Sir Moses Montefiore übersendeten Gelder wieder zurückgesendet, weil keine Nothleidenden vorhanden seien, ist nur theilweise richtig. Das Geld ist freilich zurückgesendet worden, weil in dem begleitendenSchrcHen ausdrücklich hervorgchoben worden war, die Gelder sollten für die von Persien einwandernden nothleidenden Glaubensgenossen verwendet werden — und da damals noch keine armen persischen Israeliten dorthin gekommen, so glaubte der Vorstand sich nicht für berechtigt zu halten, dem Gelde. entgegen den Absichten der Absender, eine andere Verwendung geben zu dürfen — upd sendete daher das Geld wieder zurück. Inzwischen har sich die Sachlage geändert, arme persische Glaubensgenossen sind in Masse in Bagdad eingewandert, dazu gesellte sich noch die Noth der einheimischen Armen, so daß die Gemeinde sich in einer bedrängten Lage befindet. (Wir haben von dieser Sachlage dem livurä of 66puti68 zu London (Präsident Sir Moses Montefiore) Mittheilung gemacht und das Versprechen erhalten, daß den Nothleidenden von Bagdad Hilfe geleistet werden toll. Dieses Versprechen ist auch schon erfüllt worden. — Die Redaction des „Israelit".) Amerika. New-Nork. Der „Board or Delegares" bat einen Aufrufs zu Gunsten der bedrängten Glaubensgenossen in Persien erlassen, der schon schöne Erfolge aufzählen kann; so zeichneten die Mitglieder der Synagoge in der 34. Straße beinahe 4000 und die in der Synagoge der Clintonstraße 435 Dollar. (Jew. Mess.)

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