Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1872)
- Date
- 1872-05-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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All. Jahrgang. M 22. Der Israelit. Ein Gentrat-Grgan für das ortljodore Iudenthum. Herausgegeben von Vr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 2 9. Mai 5632 (187 2). Düse Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. »der fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Betzellungen an. Inserate 2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozu sendung unter Streifband pr. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Der deutsch-israelitische Gemeindebund. — Zur Aufklärung über „Fakultät und Seminar", tungsnachrichtenund Correspvndenzen: Deutschland: Wn;. Berlin. Schlimm — Oesterr. - Ungar. Monarie: Wien, lletvn: Maaßer. > Inhalt der Meitage; Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungtnachrichten und Correspvndenzen: Deutschland: D^rmstadt. Frankfurt a. M. Anhalt der pädagogische« Aettage: Ueber Töchter'Schulen und Mädchen-Anterricht. — Wie schon vor 33 Jahren eine christl. Autorität über den Bildungstrieb der Juden urtheilte. — Programmenschau. — Pädagogsche ZeitungS-Lireratur — Recenfion. — Vermischtes. — Anhalt der Krtra-Aeilager Zur Linderung der Hungersnoth in Persien. — Spenden für die Armen des hl. L. — Für Wittwe Stern in Fulda. Leitende Artikel. Der deutsch -israel. KeweirrdeSrrrrd. in. Mainz, 21. Mai. ES gereicht uns ganz besonderen Befriedigung, wir von vielen Seiten Zustimmungen zu unfern «w den Gemeindebund ausgesprochenen Ansichten erhal- und imx nicht nur von orthodoxer Seite. Ein der! sogenannten conservativen Richtung angehöriger Rabbi-! ncr sendet uns die Abschrift eines Briefes an den Vor- | sitzenden des genannten Vereins, Herrn Moritz Kohner in Leipzig, mit dem Wunsche, daß aus demselben Einiges veröffentlicht werde. Wir kommen diesem Wunsche hiemit nach. Der erwähnte Rabbiner schreibt: „Offen gestanden, ist mit Manches in den Bestrebungen des Gcmeindetages nicht klar, ich nröchte sagen auffallend: Zuerst: Verfolgt der Gemeindetag deutsch-nationale oder jüdische Interessen- Wenn die letzter«, deren Beschränkung auf das deutsche Vaterland nur locale Gründe hat, so verstehe ich nicht, was der Gemeindetag mit dem „inneren Feinde" au thun hat. Es ist recht, wenn Israeliten sich in den Reihen der Kämpfer gegen den Geist der Lieblosigkeit, der Gewalt, des despotischen Gewissens- und Glaubenszwanges befinden und ich wünschte, daß alle Juden gegen diesen Geist kämpfen. Was aber hat der Gemeindetag damit zu thun- Er mag sich freuen, daß die göttliche Vergeltung nicht ausgeblieben ist und wünschen, daß sie sich weiter vollziehe vor unfern Augen, aber dem Fürsten Bismarck zu danken für diesen Kampf — das verstehe ich nicht. Wenn wir Juden ihm danken für das, was er uns direct als Juden Gutes thut, so hat das einen Sinn, z. B. feine Absicht in Rumänien zu helfen; aber der Kampf gegen die Ultramontanen geht uns Juden qua Juden nichts an. 2) Was soll das Streben nach Heranziehung der Communalkaffen zur Unterstützung unserer jüd. Armen - Wahrlich, das christliche Armenwesen ist noch lange nicht so organisirt, als daß wir uns glücklich schätzen könnten,