Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1872)
- Date
- 1872-05-15
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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451 Oivr Immortelle auf das Grab des italienischen Consuls Was ist eine Lobrede auf dem Schauplatze der irdischen Vergänglichkeit, wo wir nur die Siegeszeichen des letzten menschlichen Feindes, des Todes, von allen Seiten schauen? fragten wir uns als wir vor einigen Wochen den allgemein geliebten Coniul Jacques Hahn zum Grabe führen sahen. Dort verschwindet alle weltliche Herrlichkeit; Kenntniß und Wissenschaft; Ehre und Ruhm, Reichthum und Macht finden dort ihre Grenze; aller Glanz, wovon der Mensch sich im Leben umstrahlt glaubt, ist ausgelöscht, und der Mann, welcher zu noch so hohen Würden gelangte, ruhet dort, unter den Geringsten, als Gleichartiger. Das Ohr hört nicht mehr, nicht das Lob der Freunde, nicht die undankbare Verkennung einer lieblosen Welt; der Mund, der für ewig schweigt, antwortet nicht auf die Frage, warum der unermüdete Arbeiter für das Wohl seiner Mitmenschen von uns scheiden mutzte! Gott allein verkündet an diesem Friedeort die Allmacht Seiner Herrschaft. Bei dem stillen Grabe spricht er laut von der menschlichen Ohnmacht, werden wir am meisten an die Eitelkeit der irdischen Dinge erinnert, während wir hoffnungsvoll nach dem Jenseits schauen. Jacques (Jakob) Hahn — er war stolz auf den Namen Jakob, und das Judenthum galt ihm als ein Adelsdiplom — dieser Jacob wird wie wir hoffen in Friede in den ihm zu Theil gewordenen Ort eintreten, OptP 2py\ N3'l. Denn auch er war uooa , durch die unbeschränkte Wohlthätigkeit, für die er seinen Reichthum anwendete. 12122 otw — weil Menschenliebe der Hauptzug seines Charakters gewesen, und in gewisser Beziehung in-um Dbv, wegen des Interesses, welches er für den väterlichen Glauben, die Geschichte und die Wissenschaft seines Volkes hegte nDa6 N2 novb <nbw "ino. Wäre der sonst ausgezeichnete Mann, durch Erziehung und Umgang in andere Bahnen geleitet worden, er hätte sich sicherlich auch practisch die grotze Aufgabe gestellt, die speciell jüdischen Religionsvorschriften getreu auszuführen. Do mortuis nil nisi bene. Die Menschenfreundlichkeit war die ganze Aufgabe seines Lebens. Viele, unzählbar sind die Wohlthaten, welche Hahn geübt, doch noch unendlich mehr hatte er in Absicht zu thun, wenn nicht der^ unerbittliche Tod ihn im kräftigsten Mannesalter überrascht hätte Viele sind die Gedanken des Menschen, doch allein Gottes Rath bleibet bestehen. Die Hand des Verstorbenen ist nicht mehr im Stande, den Menschen, dem Judenthum Hilfe zu bieten. Andere, die wie er die Mittel besitzen, könne» vollführen, was er beabsichtigte: mow '2 2jj kp« ntnpj rrson 1'8 Es gibt noch viele reiche Israeliten, die auf dem Weg der Wohlthätigkeit den Schritten des Consuls Hahn folgen können. — Wie kurz ist das Leben; wen» man davon mutz scheiden, so bleibt all' der Reichthum im Hause zurück, nur die Wohlthaten sind die Schätze wofür man sich das ewige Leben kaufen kann: moy mp-iai irvm iroiyi ]in Wenn so mancher Millionär sich dieses zu Herze» nähme, in jedem Menschen den Bruder, in jedem Glaubensgenossen einen Seelenverwandten erkennen, das Judcnthum verehren und dabei Gottes Gesetze befolgen möchte, dann erst würde der Besitz von irdischem Reichthum ihn hier und jenseits zum Segen gereichen. □'-OK ’dxPü n iy22»i cnV 2?yi Alexander Duparc. Frankfurt a. M., 28. Nissan 5632. Commis-Gesuch. Die Unterzeichneten suchen p. 15. Juni oder p. 1. Juli c. einen angehenden Commis zu engagiren, der mit der Wein- und Spirituosen-Branche gut vertraut ist und eine schöne Handschrist schreibt. Reflectanten belieben sich zu wenden an Gebrüder Wolfs, Schw. Hall. in junger Mann, 16 Jahre alt, aus achtbarer Familie, welcher de: deutschen, französischen und russischen Sprache mächtig ist, im Rechnen vollständig ausgebildet, sucht eine Stelle als Lehrling in einem Bankgeschäft oder Comptoir, welches am Sabbat und a» Feiertagen streng gesch ossen ist. Die besten Zeugnisse von bekannten Geschäftshäusern in Königsberg in Preutzen können vorgelegt werden. Franco-Offerten sub Nr. 1084 nimmt die Exped. d. Bl. entgegen. esucht ein jungerMann, Israelit, fürdie Kellerarbeit eines Weingeschäftes in Hamburg. Derselbe, der in einem solchen bereits conditio nirt, wird bevorzugt. Adressen eub Nr. 1657 an die Annoncen - Expedition von Rudolf Rosse in Hamburg. __ Lehrling-Stelle-Gesuch. Für einen jungen Mann, Israelit, aus guter Familie, welcher eine Realschule 1. Ordnung bis Ober- Prima besuchte, gute Schulzeugnisse besitzt, wird eine Lehrlingstelle in .einem Bankgeschäft mit Logis und Kost im Hause gesucht. Franco - Anfragen werden unter der Adresse: Louis Mayer, Meiningen, erbeten.