Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1872)
- Date
- 1872-05-15
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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445 geben, ba% ein Jeder, der bei dergleichen Affichirungen ertappt würde, sofort nach Sibirien verbannt werde. Sollten aber wirklich Unruhen dieserhalb ausbrechen, dann folgen der Verbannung noch -8 Jahre Zwangsarbeit. Türkei. Smyrna, 1. Mai. Seitens der hier wohnenden Griechen haben seit gestern Ausschreitungen gegen die Israeliten stattgefunden und zwar anläßlich des Gerüchtes von dem erfolgten Raube eines Kindes. Das Militär mußte einschreiten, in Folge dessen einige Personen getödtet und verwundet wurden. Smyrna, 3. Mai. In Folge der durch die Lokalbehörden getroffenen Maßregeln, ist die Ruhe vollkommen wieder hergestellt; die Israeliten gehen jedoch noch immer nicht aus. P e r s i e n. Der Schriftführer des Londoner Vereins zur Linderung der Hungersnoth in Persien veröffentlicht das folgende traurig-interessante Telegramm von dem Geniecapitain Pierson, dd. 3. Mai: „Bin glücklich in Teharan eingetroffen, da ich unter starker Bedeckung reiste; Straße dagegen äußerst gefährlich für kleine Reisegesellschaften. Zu Hauz-i-Sultan fand ich den vom Großvezier zur Ausrottung der Räuber abgefchickten Beamten im Zustande vollständiger Hilflosigkeit, da er selbst bis aufs Hemd ausgezogen worden war. Die Saaten stehen prächtig und Wasser ist abundant, aber dieses letzte Stadium der Hungersnoth ist weit schrecklicher anzusehen, als das erste. Die Straße ist mit halbaufgezehrten Leichen bedeckt. Aus den Räumen der Karavanscreien, in denen ich logirte, hatte ich mehrmals die Leichen herauszuschaffen, Kannibalismus ist nicht selten. Aber die Preise sind rasch am Fallen, und das Ende der Hungersnoth steht, wie ich hoffe, nahe bevor." Amerika. New - Aork Die hebr. Wohlthätigkeitsgesellschaft, eine der größten in ganz Amerika, aus deren Mitte das Berg-Sinai-Hospital und das Waisenasyl ausgegangen, hat vor einigen Wochen unter großen Festlichkeiten ihr fünfzigjähriges Jubiläum gefeiert. ANZEIGEN. israel. Elementar- und Religionslehrerstelle, mit Vorsängerdienst verbunden, ist in Erledigung gekommen. Mit derselben ist ein ftrer Gehalt von 250 fl. nebst einer Prachtwohnung und 4 Klafter Scheitholz verbunden, überdieß Nebenverdienste sehr bedeutend. Reflectirende bayrischen Staates mit musikalischen Kenntnissen belieben sich an den Unterzeichneten Cultusvorstand sofort zu wenden. Mittelsinn (in Bayern), den 4. Mai 1872. Maier Marx. /T\te hiesige Rabbinerstelle ist vacant und soll womöglich baldigst besetzt werden. Bewerber um diese Stelle, die auf talmudischem Gebiete, namentlich in der Hioin, tüchtig, und im Stande sind, in deutscher Sprache einen populären Vortrag zu halten, werden ersucht, die Zeugnisse über ihre Befähigung nebst Carriculum Vitae beim Unterzeichneten Vorstände einzureichen. Das jährliche fixirte Gehalt beträgt 570 Thlr. außer den Nebeneinkünsten. Reisekosten werden nicht vergütet. Rogasen, den 3. Mai 1872. Der Eorporations-Vorstand: M. Kirschner. 3ur sofortigen Besetzung ist die Stelle eines Religionslehres, Vorbeters und Schächters, mit einem jährlichen Gehalt von fl. 200. bei freier Wohnung und erheblichen Nebenverdiensten, besonders durch den hiesigen Begräbnißplatz, wozu 10 Gemeinden gehören, vacant. Reflectanten wollen sich an den Unterzeichneten Vorstand wenden. Heinr. Oppenheimer II. Hemsbach bei Weinheim (Baden). In Men. Anerkannt seit 8 Jahren und von Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Spitzer für verläßlich -■tso erklärtest mein Zuckerbäckerei- und Kaffee-Geschäft, welches ich Jedermann bestens ernpfehle. Auch werden Bestellungen angenommen. A. Loewy, Eonditor, obere Donaustraße 69. C\n einem Garngeschäft en gros zu Frankfurt a. M. wird ein Lehrling mit Kost und Logis im Hause zu engagiren gesucht. Samstag und israel. Feiertage geschlossen. Offerten «uff 1099 niuimt die Erped. d. Bl. entgegen.