Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 18 (1.5.1872)
- Date
- 1872-05-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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389 dnen solchen Verlauf nehmen konnte, erklärt sich hinlänglich aus der Abnahme der Kraft, die der damals <1670) siebzigjährige Senior Müller in sich verspüren mochte. Mit diesem scheint auch das ganze Ministerium in Apathie verfallen zu sein — ein Umstand, den die kigsten sorgfältig in Verwahrung genommen und aus dem Attonaer Friedhof in aller Form begraben hatten, ein kleineres Lokal als das frühere, ebenfalls auf dem Altenwall, zum Gottesdienst einrichteten. Dieses wurde im Jahre i842 durch den Brand zerstört. In Folge dessen wurde der Gottesdienst nach her den Portugiesen bis dahin ziemlich fremd gebliebenen Neustadt verlegt und in gemietheten Lokalen abgehalten, bis im Jahre 1855 der Bau der neuen Synagoge in der zweiten Marktstraße vollendet war. unablässig rührigen Portugiesen sofort auszubeuten beschlossen, wenngleich eine maßvollere Benutzung der errungenen Vortheile ohne Zweifel rathsamer gewesen wäre. Sie entwarfen neue Pläne zur Vergrößerung und weiteren Ausdehnung ihres Gottehauses und erwarben zu diesem Zwecke bei guter Gelegenheit auf Texeira's Namen einen neuen, unmittelbar an ihre Synagoge grenzenden Platz, um darauf einen Neuban auszuführen und mit' derselben in Verbindung zu setzen. Dieser Plan war sehr geheim gehalten und der Ban mit möglichster Beschleunigung betrieben. Doch um diese Zeit starb Senior Miiller und ein rüstigerer Mann trat in der Person des Pastors Gesius zu St. Nicolei an die Spitze des Ministern. (Fortsetzung folgt.) ANZEIGEN. Baiersdorf, 2. April. Heute wurde der Kaufi mann Herr Moses Moritz Zeitler vonForchheim auf dem israel. Friedhofe dahier zur Erde bestattet. Daß! der Selige in allgemeiner Achtung gestanden, zeigte sich j bei dem Leichenzuge in Forchheim, woran auch viele! christliche Einwohner und namentlich mehrere Honora- > tionen und Beamte der Stadt sich betheiligten. Was aber besonders rühmlichst hervorzuheben, das ist der Umstand, daß die Gemeindebehörde daselbst — bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal — in echt liberalem Sinne den städtischen Leichenwagen ihren israel. Mitbürgern zur Verfügung stellte. Obwohl die Sache in neuerer Zeit nichts weniger als vereinzelt dasteht, indem beinahe überall in den Städten dieselbe humane und gerechte Handlungsweise gegriffen hat und so auch die Nachbarstadt Erlangen ihren Leichenwagen den isr. 'Bürgern zur unbeanstandeten Benützung überläßt, so thut es doch dem Herzen jedes wahren Menschenfreundes so wohl, den Geist des Friedens und der Menschenverbrüderung immer weiter zur Herrschaft gelangen zu sehen, daß man sich mit ganzer Seele gedrungen fühlt, jeden solchen Act zur öffentlichen Anerkennung zu dringen. Stelle-Gesuch. Ein junger Mann (Israelit), 20 Jahre alt, welcher verschiedene Jahre in einer der größeren Städte j Rheinlands in einem Manufacturwaaren - Geschäft en j gros thätig war, sucht Stelle als Reifender oder Comj uns in dieser Branche. Hierauf Reflectirende belieben j sich unter Lit. 981 an die Expedition d. Bl. zu wenden, j Talmud d"ü mm Der Vorstand beabsichtigt die Anstellung eines Beamten, welchem die Pftichten obliegen, täglich während etwa einer Stunde einen xian oorzutragen, Knaben und jungen Leuten 2 bis 3 Unterrichtsstunden im Hebräischen zu ertheilen, und wöchentlich einen populär wissenschaftlichen Vortrag zu halten. Gehalt Rthlr. 700—800 p. a. Geeignete Bewerber wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse bald melden bei Herrn B. Liebermamt, Berlin. Bellebuestr. 19. Der Vorstand des Talmud-Vereins. Israel. Beligioiislelirer-Oesucli. Die unterfertigte Gemeinde ist willens, einen Religionslehrer, der zugleich die Function eines Schächters und Vorsängers ausüben kann, sofort aufzunehmcn. Derselbe hat dahier bei freier Wohnung einen Gehaltsbezug von si. 300. nebst mindestens 100 ft. für das Schächten. Außerdenr ist ihm Gelegenheit geboten, ziemliche Accidcnzien mit beizuzichcn. Reflectanten wollen sich briestich an die Unterfertigte wenden, worallf wir ihnen aus Verlangen weitern. Bescheid ertheilen werden. Oberlangenstadt in Bauern, 15. April 1872. Die isr. Cultus-Gemeinde. Briefkasten der Expedition. Herrn Lehrer H. Tb. für S. M.: Jnsertionsgcbührew 42 kr.