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Der Israelit · 1872-04-03 · Heft 14 (3.4.1872) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 14 (3.4.1872)
Date
1872-04-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XD3. Jahrgang. M 14. Der Zsrüelit. Ein Hentrat - Grgan für das orthodore Iudenthum. Heraukgegeten von vr Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 3. April 5632 (187 2). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwoch«, in mindesten« 2 Bogen. Preis der Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. »der fl. 5. 15 kr. rh. Man aLonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bepellungen an. Inserate 2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francoz« sendung unter Streisbaud pr. Jahrgang 4 Thlr. pr. E. oder 6 fl. Sperr, an die Expedition ftanco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Die Vorgänge in Nürnberg. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen rDeutschland: Berlin« Hamburg. Thorn.— Schweiz: Basel. — Oesterr.- Ungar. Monarchie: Krakau. Tarnopol. — Holland: Amsterdam. — Frankreich: Paris. Beaune. — England: London. — Feuilleton: Süß Oppenheimer. Inhalt der erste« ZSeilage: Leitender Artikel: Adreßlose Wiener Briese. Zeitungsnachrichten «ad Correspondenzen: O e ft. - U n g a r. Monarchie: Wien. — Feuilleton: Der portugiesische Friedhof in Altona. Inhalt der zmeite« ZSeilage: Zeitungsnachrichten und Corresponvenzen: O esterr.-Ung. Monarch:-: Wien. — Rußland: Warschau. Warschau. Inhalt der Kalra-Zreilage: Zur Linderung der Hungersnoth in Pcrfien. — Spenden für die Armen des hl. L. — Für Ww. Stern in Fulda. — Bau jüd. Armen - und Pilgerwohnungen in! Jerusalem. — Für Beth Jakob in Jerusalem. — Für Wiedererbauung der Synagoge in OttensooS. — Für die Familie Thalheimer in Lehrensteinsels. — Für die Hinterbliebenen des LehrerS Rosenthal in Wronke. — Für den Verein zur Colonisirung deS hl. L. — Für die Jeschiba in Wolofin. — Für avgebrannte Jkraeliten in Chicago. — Für die Abgebrannten in Schadow. Für die Abgebrannten in Dobromil. — Für den unglücklichen Füsilier Rvthgießer. — Leitender Artikel. Nie Aargänge in Würnöerg. Mainz, 26. März. Bereits in voriger Nummer hat eine Correspondenz aus Fürth unfern Lesern davon Kunde gegeben, daß sie isr. Gemeinde zu Nürnberg damit umgeht, Herrn Dr. Leopold Stein aus Frankfurt a. M., ehemals Unter-Rabbiner in der genannten Stadt, jetzt Vorsteher eines Mädchen - Pensionats daselbst und Prediger bei einzelnen in Frankfurt wohnenden Amerikanern, zum Rabbiner zu berufen — und Herr vr. Leopold Stein, der in einem gedruckten, von ihm selbst verfaßten Buche Gott nicht genug dafür danken zu können vermeint, daß Er ihn von der Last des Rabbinats befreit habe, weil der Herr Exrabbiner dadurch der Nothwendigkeit überhoben wurde, zu heucheln und sorgfältig die Thüre zu verschließen, bevor er Gottes GÄot übertreten habe, dieser selbe Herr Leopold Stein WA sich wieder in das alte Joch schmieden lassen und seine Laufbahn der Heuchelei und der verschloffenen Thüren auf's Neue beginnen!! Oder auch nicht; Herr Stein schmeichelt sich mit der Hoffnung, in Nürnberg das offen thun und tteiben xu können, was er m Frankfurt hinter verschloffenen Thüren getrieben; und so hat er denn schon in weiser Voraussicht der Dinge, die da kommen sollen, bei Gelegenheit eines Festmahls in Nürnberg im nichtjüdifchen Hütel ein „trephenes" Diner eingenommen. Ein derartiges Verfahren war aber doch selbst vielen Nürnbergern zu stark, zu weit vorgeschritten; eine große Partei hat in Folge deffen diesen Stein als einen Stein des Anstoßes angesehen «nd sich gegen deffen Berufung erklärt, worauf seine Freunde ihn zu einer Erklärung veranlaßten. Diese Erklärung liegt uns in Form eines offenen Sendschreibens gedruckt vor, und wir bettachten sie als ein prachtvolles Actenftück, das in einer Weise über die sogenannte Reform im Judenthum, über die ganze und die halbe, den Stab bricht, die der größten Beachtung würdig ist. Dieses offene Sendschreiben übettrifft an Schamlosigkeit, Bornittheit, Ignoranz Alles, was wir bisher gelesen haben; dabei ist es ttotz aller Heuchelei ein offenes Bekenntnih des religiösen Bankerottes der Reform. In wahrhaft ekelerregen-

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