Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 12 (20.3.1872)
- Date
- 1872-03-20
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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27S und aufs schärfste verhört. Bloch bat nun den englischen Consul um seine Vermittelung; dieser nahm mit dem Oberrichter Rücksprache, erhielt beruhigende Zusage unparteiischer Justiz und spricht gegen Bloch seine Verwunderung aus, daß der Oberrabbiner keinen Schritt gethan habe. Am 7. Januar wurde Plötzlich das Judenquartier von Militär und Polizei besetzt, alles durchsucht, die Synagogen gewaltsam erbrochen, ohne Resultat. Da auch die Häuser eines österreichischen und eines griechischen Israeliten gewaltsam durchsucht worden waren, so protestirten die betreffenden Consulen beim General-Gouverneur, und die Juden selbst beschwerten sich nun telegraphisch irr Constantinopel. Auf Anrufen des Herrn Bloch remonstrirten die englischen und französischen Consuln ebenfalls beim Gouverneur, setzten auch ihre Gesandten in Constantinopel in Kenntnis;, worauf denn am 9. der Gouverneur sich entschuldigte. Er ist, wie Bloch angibt — und das berichtet auch die „A. A. Z." — ein unerfahrener Mann, kürzlich von Constantinopel angelangt, ein Günstling des Großverziers. Er glaube nicht, sagte er, daß man Synagogen und Häuser von Notabeln durchsucht habe, ließ die Polizeiosfizianten kommen, und diese Läugnen es denn auch frischweg. Auf den Einwand anwesender jüdischer Notabeln, daß 500 Zeugen bestätigen würden, was vor allen Augen gegeschehen sei, meinte der Gouverneur, er könne jüdische Zeugen nicht annehmen; dies wurde ihm jedoch widerlegt, und so schob er denn endlich alle Schuld von sich auf die armen Polizeifoldaten und deren Chef, welcher abgesetzt wurde. Soweit der Bericht des Hrn. Bloch, welcher deutlich erkennen läßt, wie viel Dank der „A. I. U." gebührt und wie segensreich sie dadurch wirkt, daß sie an vielen Orten im Orient europäisch gebildete Agenten hat, welche vorkommenden Falles bei den Consuln und den Behörden sich zu verwenden vermögen. Bloch wird in den gewechselten Schriften stets als „Agent der All. Jsr. Univ." bezeichnet und anerkannt. Nach dem Berichte der „A. A. Z." ist inzwischen der Leichnam des Vermißten im Flusse gefunden worden und ist Artinne ohne Zweifel ein Opfer der großen Überschwemmung geworden, welche damals Adrianopel heimsuchte. Dieser Gedanken hätte von vornherein sehr nahe gelegen: aber der Fanatismus will überall keine natürlichen Erklärungen. A N Z E PT Bekanntmachung. Von Herrn Leonard und dessen Gattin Frau Babette Müller in Bamberg wurde in hochherziger Weise ein Freiplatz in hiesiger isr. Waisenanstalt gegründet, welcher von der unterfertigten Administration gedachter Anstalt hiermit zur Bewerbung mit dem Bemerken ausgeschrieben wird, daß desfallsige Bewerbungsgesuche innerhalb vier Wochen von der erstmaligen Einrückung an portofrei hierher einzusenden und folgende legale Zeugnisse beizuschließen sind. 1) ein Geburts-, Domizils- und Leumundszeugniß mit besonderer Angabe, daß der Bewerber in legaler Ehe gezeugt worden ist; 2) ein Gesundheitszeugniß; 3) ein Schulzengniß. Inländische Waisenknaben, die das 6. Lebensjahr noch nicht zurückgelegt, oder das 11. schon überschritten haben, können die Aufnahme nicht erlangen. Weder zu den Bewerbungsgesuchen noch zu den Zeugnissen bedarf man des Stempelpapieres. Fürth, den 12. März 1872. Die Administration der isr. Waifenanfialt dahier. Oeffentlkyer Dank. Unterzeichneter fühlt sich der hiesigen isr. Cultus- I G E N. Gemeinde und ihrem sehr ehrwürdigen Rabbiner, seinem '3-> Herrn Salomon Kutna, wie auch überhaupt deren Repräsentanten, den Herren Kalman Schneider, Signlund Schlesinger und Ignatz Pollak für den Beweis ihrer allbekannten Humanität und Güte, den dieselben ihm gegenüber letzthin geliefert haben, zu besonderem Danke verpflichtet, und erlaubt sich die Bitte, dies als einen Tribut der innigsten Dankbarkeit, die er für dieselben hegt, zu betrachten. Eisenstadt, im Adar II. 5632 (10. März 1872). Samuel Frankfurter, Talmudschülcr an der Rabbinerschule zu Eisenstadt. Commis-Gesuch. Ein gewandter junger Mann findet in meinem Manufactur- und Bankgeschäft, das an Sonit- und Feiertagen geschlossen, sofort Engagement. Gefällige Offerten werden erbeten. Abr. Lismann Sohn in Gelnhausen. Berichtigung. In Nr. 8, 9, 10 in der Annonce von HerrnMbr. Lismann Sohn soll es anstatt Bandgeschäft Bankgeschäft heißen. in der Mode -, Kurz- und Weißwaarenbranche kundiger junger Mann (Israelit) wünscht für Comptoir, Magazin oder Reise Engagement. Gefällige Offerten ninunt die Erped. d. Bl.?ub Nr. 730 entgegen.