Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 12 (20.3.1872)
- Date
- 1872-03-20
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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MWWPWWBM, 275 zuziehen seien. Der Senat hatte dieser Forderung nachgegebcn, denrgemäß den hierortigen Aufenthalt von sieden portugiesischen Juden, die allhier Feuer und Rauch hätten — also sieben Familien — neben zwei Mäklern" conftatirt und mit denselben einen jährlichen Schoß von 400 M.B. vereinbart. Die Bürgerschaft wollte indeß in dieser Art der Besteuerung einen Versuch zur Gleichstellung der Juden mit den Bürgern erblicken und verlangte daher. daß den Portugiesen anstatt des Schosses, die Zahlung des hundertsten Pfennigs „von allen den Gütern, die sie verhandelten, wenn sie aus- und eingehen," auferlegt werde. Gegen eine solche Belastung remonstrirten jedoch die Portugiesen, indem sie hcrvorhoben, daß sie sich immer „still und ruhig verhalten und daß ihre nsFotiatvnes» und Kaufhändel dieser Stadt Nutz und Vortheil gar sehr vermehrt hätten." Gleichzeitig drohten sie. falls man die gedachte Forderung aufrecht erhalte, die Stadt zu verlassen, wobei denn der größte Theil der „hispanischen Commercien" ihnen Nachfolgen werde. Diese Drohung war keineswegs bedeutungslos, da die benachbarten Städte Altona, Stade und Glückftadt. Anstalt machten, den Zuzug von Emigranten, weß Glaubens sie auch sein mochten, zu fördern, um so ihren Handel und Wohlstand durch fremde Capitalien und fremde, mit dem Weltverkehr vertraute Geschäftstätigkeit zu heben. Im Hinblick darauf richtete der Senat, nachdem sich der Streit um die Besteuerung mehrere Jahre hingezogen hatte, im August 1610 eine recht bewegliche Vorstellung an die Bürgerschaft, worin er erklärte, „seinem geleisteten Eide und Pflicht nach", eine billige Vereinbarung mit den Portugiesen für ersprießlicher zu halten, als das starre Beharren auf der gestellten Forderung, die nur dazu führen werde, die „Commercia und die Nahrung fast vorsätzlich an andere Orte gleichsam mit Gewalt zu verweisen." (Fortsetzung folgt). ANZEIGEN.;tne gebildete junge Dame (Jüdin), aus einem kleinen Orte Ostpreußens, von frommen Eltern, ' welche gründliche Kenntnisse in der jüd. Wirtschaft be-1 sitzt und alle Handarbeiten versteht, wünscht in Ber-! lin vom 1. April ein Engagement bei zwei alten Leuten oder einer alten Dame als Gesellschafterin oder mit auf Reisen zu gehen; oder auch in einem andern frommen Hause. Zeugnisse sowie Empfehlun- (l gen stehen zur Sette. Persönliche Vorstellung. Altes) Schützenstr. 10 bei Herrn D. Meyer, Hof linkst parterre in Berlin. jr Commis-Gesuch. führt und in einer Missionsschule in der Schweiz erzogen, hat sich durch eigenes Nachdenken veranlaßt gesehen, zum Judenthume zurückzukehren. Da es demselben nicht möglich ist, seine Heimath aufzufuchen, so wünscht er — im Besitze gediegener Kenntnisse — eine <Bteüe in einem Geschäfte, gleichviel welcher Branche, in einem religiösen, jüdischen Haufe anzunehmen, ütprv rpni Offerten nimmt die Exped. d. Bl. and Nr. 670 entgegen___ CJJür ein streng religiöses Haus sucht man auf Anfangs ff Mai eine im Hauswesen erfahrene gesetzte Person zur Stütze der Hausfrau im Haushalt und in der Erziehung mehrerer die Schule besuchenden Mädchen. Gefällige Offerten snd B. F. 674 bei der Expedition dieser Zeitung. Ich suche für mein Manufaktur- und Herrenconfeetions - Geschäft einen Commis (Jsr.) . der tüchtiger Verkäufer ist. Eintritt sogleich. S. Dilsheimer, Mosbach (Baden). NB. Auch findet ein Lehrling mit guten Schulkenntnisfen unter günstigen Bedingungen Aufnahme. Samstag geschlossen. _ D. O. (£in junger Mann von 20 Jahren, aus Rußland ge- ' bürtig, in früher Jugend zum Religionswechsel verin Familienvater, dem die besten Zeugnisse zur Seite stehen, sucht in einer größeren Gemeinde Unterkunft als Gemeindediener. Offerten unter Chiffre 8. F. Nr. 591 besorgt die Erped. d. Bl. l Vorsänger Ginstern in Ulm a. N. sucht eine kleinere, noch in gutem Zustande erhaltene, correkte j Thora-Rolle, sowie einen Thora-Schmuck (vi? zu i kaufen.