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Der Israelit · 1872-03-06 · Heft 10 (6.3.1872) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 10 (6.3.1872)
Date
1872-03-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XIH. Jahrgang. Der Israelit Ein Kentral - Hrgan für das orthodore Iudenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 6. März 5632 (1 8 72). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. O österreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozu sendung unter Streifband pr. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition srancv einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Esther. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Gersfeld. Berlin. Berlin. Frankfurt a. M. Hamburg. Straßburg. — Oesterr. - Un gar. M onarchie: Eisenstakt. ' Aus der Somogy. Tokav.— T onaufürstenth.: Bukarest. ~ k— Frankreich: Paris. — Feuilleton: Süß Oppenheimer. Intzakt der ersten ZSeitage: Leitender Artikel: Ter Bildungstrieb im jüd. Volke. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschs a n c: Oberthulba. Heilbronn. Hamburg. — Feuilleton: Ein merkwürdiges Testament. Inkatt der «irffenlchafttiKen ZZeikagc: Ein altes Manuscript des Talmud-Jcruschalmi. — Gegen-Replik. — Grätz' Hypothese über die Entstehung des Kanon. Inhalt der Grtra-Weilage: Zur Linderung der Hungcrsnoth in Persien. —Spenden für die Armen des hl. L. —■ Bau jüd. Armen - und Pilgerwohnungen in Jerusalem.— Für die Abgebrannten in Schadow. — Für den Verein zur Colonisirung des bl.L. — Für Beth Jakob in Jerusalem. — Für die Wittwen und Waisen im hl. L. — Für abgebrannte Israeliten in Chicago. — Für die Abgebrannten in Tobromil. — Für den unglücklichen Füselier Rotbgießer. — Für den leidenden Jacob Steiner in Ellar bei Hadamar. — Für Wiedercrbauung der Synagoge in Ottensvos. — Für die Hinterbliebenen des Lcsrers Rosenthal in Wronke. — Für Ww. Stern in Fulda. — Leitender Artikel. K st h e r. Eine ethnographische Skizze. Eins der wichtigsten Schriftstücke für die Geschickte des größten orientalischen Reiches der alten Welt ist unstreitig das zu den 24 heiligen Büchern zählende Buch Esther. Dasselbe gestattet uns einen Einblick in die Politik, sowie in das ganze Treiben, Dichten urid Trach-! ten des königlich persischen Höfts zu Susa: es zeigt uns! die ganze Entartung eines nur seinen Lüsten lebenden * Königs, welcher, umgeben von einer feilen Camarilla,! die Verwaltung seinen Günstlingen überläßt, aber nichts-; destoweniger sein Herrscherthum geltend macht, indem! nur das mit sieben Siegeln Unterfertigte Gesetzeskraft erlangt. Und er, Achcnchwerosch, ist infallibel. — Was er unterzeichnet hat, kann nicht widerrufen werden: der Herrscher über 127 Provinzen, dessen Ruhm die Erde erfüllt, und der von Hodu bis Kusch regiert, kann und ' — darf nickt irren. Diese Glorie, die ihn umgibt,; und ihn nach seinen Launen zeitweilig seinen Unterthanen, ja selbst seiner Gemahlin, die aber auch freilich nichts Anderes ist als eine Sclavin seines Harems, unzugänglich macht, er kann sic auch auf Andere mitübertragen: Ha man, sein Minister, ist der Glückliche; der Strahl der königlichen Sonne, der aus sein Angesicht sällt, macht ihn selbst zu einer Sonne, die Niemand ge- I rade ansehen kann, und die man deßhalb kniend verehrt, j Nur Einer wagt ansrecht zu bleiben, Einer hat den i Muth, einem Sterblichen, der sa auch wie er von Staub! gebildet ist, keine göttliche Verehrung zu erweisen; und dieser Eine, der den Zorn des allmächtigen Günstlings erregt hat. ift bestimmt zum Werkzeuge im Plane Gottes, der straftn kann, ohne zu vernichten und auch hier zu wiederholten Malen in das Rad der Ereignisse eingreift, und mit Jlammenschrift in das Buch der Zeiten einschreibt, daß „die Gänge der Zeiten ihm gehören". Doch versuchen wir, die angedeuteren Umrisse an > der Hand dieser Estherrolle genauer auszuführen. Was uns zunächst in der Erzählung dieses Stückes persisch-jüdischer Geschichte, denen Andenken wir von Jahr zu Jahr erneuern, am Meisten in die Augen springt, ist der großartige Lurus. welcher am persischen Hofe

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