Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 9 (28.2.1872)
- Date
- 1872-02-28
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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193 mündung, geblieben ist, soll durch eine vage Vermu- Ihung wieder beseitigt werden zu Gunsten eines südafrikanischen Landstrichs, von dem die gesammte Kulturwelt des Altcrthums, namentlich die wissenschaftliche Literatur der Griechen, der doch keine der sonstigen phvnizischen Entdeckungen entgangen ist, absolut nichts weiß? der zum ersten Male im arabischen Mittelalter und zwar erst von ziemlich späten Autoren, aber von keinem der vielen arabischen Geographen vor dem 13. Jahrhundert mit Namen genannt wird? Wer gar auf angebliche einheimisch (offenbar von den Arabern importirte) Sagen von König Salomons sabäischer Freundin Gewicht legt, vergißt, daß diese Dame durch den ganzen Orient bis vor die Thore von Konstantinopel (nämlich für die Ruinen der griechischen Stadt Cyzicus) gerade wie Salomon selbst und Jskender- Dhulkarnein (d. h. Alexander der Große) oder wie im Alterthum Semiramis vom Volke als Urheberin mächtiger Bauwerke unbekannten Ursprungs gefeiert wird. Kaum wird es noch nöthig sein, gegen das Trügerische des Schlusses aus dem Character der gefundenen Ruinen zu warnen; wo in aller Welt haben denn die geldgierigen phönizischen Kaufleute auch nur an den Küsten, geschweige denn tief im Binnenlande, mächtige Steinbautech die man zur Vergleichung heranziehen könnte, hinterlassen? Kennt man doch fast nur aus griechischen Berichten als gewöhnlichen Charakter ihrer Prachttempcl geradezu Holzbau mit Metallbekleibuitß! Ob die wenigen noch erhaltenen sicheren, übrigens meist einer späteren Zeit angehörigen Fragmente phönizischer Skulptur Aehulichkeit mit den von Herrn Manch gezeichneten Ornamenten zeigen, wird sich erst nach deren Veröffentlichung entscheiden lassen; es würde aber auch dies bei der Häufigkeit des Uebergangs von Kunst formen, von Volk zu Volk nichts Sicheres für ihre Herkunft beweisen, und es bleiben wenn sie auch weder Portugiesen noch Arabern zugeschrieben werden können, in dem Gange der in der überlieferten Geschichte nur zu fragmentarisch sich wiederspiegclnden Völkerbewegungen der alten Welt noch so viele Möglichkeiten übrig, daß es rathsam erscheint, vor spezieller Einsicht des "ganzen wirklichen Sachverhaltes der Entdeckungen des Herrn Mauch auch nicht einmal eine Vermuthung zu äußern. Berlin, 15. Februar. H. Kiepert. ANZE Hanslehrer-Gesnch. Es wird zu Ende p’j c. ein Hauslehrer, der in '-icü hebr. Grammatik, ferner Deutsch, Ungarisch, Naturkunde, Geographie und Geschichte unterrichten kann, gesucht. Salair bei freier Station fährt, ö. W. fl. 300. Reflectanten, die ihren bisherigen religiösen Lebenswandel mit glaubwürdigen Zeugnissen Ausweisen können, belieben sich direct an Gefertigten zu wenden. K. Neumann, Monor Post, Nagy Sajo, Siebenbürgen. k>ür einen wohlerzogenen Knaben von 15 O Jahren, der eine gute Handschrift schreibt, wird außerhalb eine Lehrlingsstelle in einen» Geschäfte gesucht, das ihm völlig freie Station und Kleidung gewähren kann. Gefällige Adressen beliebe man an den Lchrer der jüd. Gern. - Knabenschule in Berlin, Herrn Lewinky, alte Schönhauserstr. 6, zu richten. tLffne tüchtige Restaurations-Köchin wird zum 1. Mai c. für Dresden in der -ieq R e ft auration und Cassels Hotel garnie verlangt. Meldungen bei L. Vafsel, Berlin, Neuer Markt 10. I G E i\r. erlangt in der (Gemeinde Beth Israel Bikur Cholim ein tüchtiger orthodoxer Prediger, der gute Referenzen senden kann. Salair für den Anfang 1500 Dollar pr. Jahr. Applikanten wollen sich schriftlich wenden an H. Harris, Präsident, 81 8ixt1i Avenue New-York City U. 8. of America. Israelitisches Töchter-Institut in Frankfurt a. M. Prospecte und Angabe von Referenzen ertheilt Die Vorsteherin Dorothea Japhet. k*^ür eine junge Israelitin wird unter bescheidenen O Ansprüchen sogleich oder Ostern d. I. eine Stelle als Gesellschafterin oder auch als Bonne gesucht. Dieselbe ist auch befähigt. Kinder bis zu zehn Jahren im Englischen, Französischen und Klavier zu unterrichten. Nähere Auskunft ertheilt Gr. S. Sohr» Großherz. M. Schw, Landcs-Rabbiner in Schwerin.