Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 9 (28.2.1872)
- Date
- 1872-02-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit Ein Kentrat - Hrgan für das orthodore Iudenthmn. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 28. Februar 5632 (1 872). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. »der fi. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozu sendung unter Streifband pr. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Das Judenthum ist unzerstörbar. — Der Bildungstrieb im jüd. Volke. — Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenzen: Deutschland: Roeßel. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Wien. Wien. — Donausürstenth.: Bukarest. — Frankreich: Lyon. — Spanien und Portugal: Lissabon. Gibraltar. — England: London.London. — Amerika: New-Nork. '«Illeton: Süß Oppenheimer. der erste« Mekka«-: Ereignisse in Rumänien. Wütotgen: Deutschland: rnnover. — Schweiz. — O e st.- Lemberg. — Beilage: : Deutschland: . — Oesterr.- D ouaufür- Cs ist bekannt, daß Amerika dasjenige Land ist, welches vor lauter Religionen gar keine Religion hat. Auch der Verfall der jüdischen Religion ist in Amerika bei weitem größer, als in andern Welttheilen, so daß speciell jüdisches Leben und jüdische Sitte dort fremd sind, und das Wort JudenthuM eigentlich mehr zum Zwecke der Spekulation von einer gewissen Classe Menschen angewendet und verwerthet wird. Genanntes Blatt nun, das uns . bisher als die destructivsten Tendenzen verfolgend, als dem amerikanischen Judenthum vollständig huldigend bekannt war, scheint wieder einmal das alte Sprichwort: los extremes so touodeut bewahrheiten zu wollen. Denn die in jenem Artikel entwickelten Ansichten dürfen wir als einen Wendepunkt in der Reform begrüßen. Wir wollen hier nicht näher darauf eingehen, wie die Unzerstörbarkeit des Judenthums nachgewiefen wird, sondern uns auf einige Sätze beschränken, welche unser besonderes Interesse beanspruchen. Nachdem bewiesen wird, daß Philosophie und Wissenschaft das Judenthum nicht zu ersetzen vermögen, daß Monotheismus und Theismus erst eine Glaubens-Sitten- und Pflichtenlehre auf dem Wege des Syllogismus sich verschaffen müßten, während das Judenthum seit Jahrhunderten schon im Besitze derselben ist und zwar so vollkommen, daß sich im Wesentlichen nichts andern läßt, fährt der Schreiber genannten Artikels also fort: „Seichte Köpfe nur können in den hohlen Phrasen sich ergehen, das reine Judenthum sei der Theismus, der Monotheismus, das Schema Israel, alles Andere sei unentbehrlich und könne durch die Reform weggeschaffr werden. . . . Was kann und was soll die Reform im Judenthum thun? Sie soll nicht unter dem Rufe „dem Zeitgeist Rechnung tragend" die