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Der Israelit · 1872-02-21 · Heft 8 (21.2.1872) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 8 (21.2.1872)
Date
1872-02-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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163 Zweck zu veranstalten, mit dein Bemerken, daß der Herr Rabbiner gerne bereit sei, Spenden cntgegenzunehmen. Wir hoffen nun, daß die so dringende Bitte unseres verehrten Herrn Rabbiners gewiß bei allen Israeliten des Bezirks Gersfeld gerne erfüllt ward, daß durch sie reichliche Gaben für unsere in Kummer und Drangsal lebenden Brüder gespendet wurden und werden, daß hierdurch nicht nur zur Linderung des Elendes unserer bedauernswerthen Brüder beigetragen wird, sondern auch, daß der ehrwürdige Herr Rabbiner Wormser hierdurch seine edle That und Absicht, die stets nur v'QV db6, herrlich gekrönt sehe, und rufen wir zum wiederholten Male allen Israeliten des Gersfclder Distriktes zu: „Sammelt gerne zum zweiten und dritten Male für unsere hungernden Brüder in Persien, denn sehr groß ist ihre Roth! nbi on ujonh kV riDTsr DümDst'ü \~ir.i dd^s 'i OvL" cdt rw. A. E. Aus Baden. Die Synagogenräthe der Gemeinden Altdors, Breisach, Ettenheim, Emmendingen, Freiburg , Jhringen, Kippenheim, Müllheim, Schmieheim erließen an die isr. Gemeinden Badens einen Ausruf, in welchem sie dieselben zum Beitritte zu der Gründung eines jüb. Stcrbekassenvercins auffordern, dessen Ausgabe fei, den Hinterlasseucn eines jeden Familienvaters, — reich oder arm — der Mitglied rubr. Vereins war, eine Surnme von fl. 1000. auszuzahlen und zwar innerhalb 30 Tage nach dem Sterbefall. Dieses Project wurde von einem Amerikaner, Herrn Jonas Weil aus New-Uork, geborenerErumendinger, welcher Mitglied eines ähnlichen amerikanischen Pereins „Benö Deris" in New-Aork ist, unter Mithilfe des Herrn Hauptlehrer Boden heim er in Emmcndingen, bei nachfolgenden Gemeinden schon zur Ausführung gebracht; nämlich in: Emmendingen, Freiburg, Breisach, Schmiehcim, Kippenheim, Altdors, Ettenheim, Jhringen, Müllheim, zusammen mit mehr als 500 Mitgliedern. In Baden wohnen ungefähr 25,000 Israeliten, welche ca. 5000 Familienväter repräseutiren. Treten von diesen 5000 auch nur 4000 diesem nicht genug hochzuschätzcnden Sterbckassenvereine bei, so würde ein Beitrag von 15 kr. bei jeglichem Sterbesallc dieser 4000 Mitglieder hinreichen, der Wittwe oder den Waisen die erkleckliche Summe von fl. 1000. auszahleu zu können. Der New - Aorker Verein , der 4200 Mitglieder zählt, hat nach statistischen Zusammenstellungen bisher höchstens 20 Sterbefätle pro Jahr und lvürdc nach dieser Annahme fl. 5. als jährlicher Beitrag zur sofortigen Ausbezahluug der ft. 1000. schon hinreichen. Die Statuten dieses Vereins sollen am Sonntag, den 25. Februar d. I., in Freiburg von den Detegirten der betreffenden Gemeinden berathen und endgiltig festgesetzt werden. Berlin. Der Gegenstand meiner heutigen Correfpondenz soll nicht der Stand der religiösen Dinge in unserer Stadt, auch nicht die Meldung irgend eines hochherzigen Actes der Wochlthätigkeit sein; — ich will einen Bericht geben, wie er sich naturgemäß in diesen Blättern nicht oft findet, einen Bericht über einen Künstlertriumph , der durch die Person des beifallgekrönten Künstlers wohl geeignet ist, das Interesse des geschätzten Leserkreises des „Israelit" in Anspruch zu nehmen. Herr S. Herzog aus Laubach bei Gießen, ein jüdischer Künstler, der der gesetzestreuen Richtung angehört, einer der hervorragendsten Schüler des unsterblichen Pianisten Tausig, veranstaltete am Montag den 5. Febr. ein Concert int Saale der Singacademie, dem größten und feinsten Concertlocale Berlins. Das mit wahrhaft künstlerischem Geschmack zusammengestellte Programm wurde eröffnet durch ein großes Quartett von Brahms, zu dem Herr Dr. Bruns, Herr Concertmeister Rehfeld und Herr Kammermusiker Richter ihre Mitwirkung zugesagt hatten. Jeder einzelne Satz des sehr langen und schwierigen Stückes wurde vom Pnb.ikum mit lautem Beifall ausgenommen. Dann gav Herr Herzog in einer Reihe großer und schwieriger Pieeen dem Publikum Gelegenheit, die ungeheure Kraft und Elasticität seines Anschlags, sowie die Sicherheit und Eleganz seiner großartigen Technik zu bewundern. Eine bekannte Bethoven'sche Sonate wurde von dem kunstverständigen Publikum der Singacademie, cinern sehr, sehr strengen Richter, mit großer Befriedigung, die auch den entsprechenden Ausdruck fand, gehört. Dann führte der Concertgeber Chopin und Schumann in je einer Meiftercompofition seinem Publikum vor. Der Beifall, der ihn nach all diesen Stücken belohnte, erreichte aber seinen Höhepunkt, als er den voll seinem großen Meister Tausig für Klavier bearbeiteten Militärmarsch von Schubert, eine der schwierigsten Klavierpiecen, die wir überhaupt haben, zum Portrag brachte. Herr Herzog überwand die ungeheuren techrlischen Schwierigkeiten mit einer solchen Leichtigkeit und brachte das überaus melodische Thenra des Stückes dem Publikum so zum Verständnis;, daß, als er endete, der überaus zahlreich besetzte Saal von einem Beifallssturm förmlich erdröhnte, obgleich sichtlich erschöpft, mußte Herr Herzog, dem minutenlangen Beifall des Publikums nachgebend, die ganze Piece wiederhotell. Mit einer schwungvoll vorgetragenen Ungarischen Raphsodie von Liszt schloß dann der für den Künstler höchst ehrenvolle, für sein Publikum genußreiche Abend, und man braucht eben kein Prophet zu sein, um dem jungen Künstler nach einem solchen Anfang eine große Zukunft zu verheißen. G. K—r. O e st c r r . - U n g a r. M o n a r ch i e. Wien. Herr Moriz Freiherr v. Rönigswarter hat in weiterer Ausführung der ihn; bekannten Ab-

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