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Der Israelit · 1872-02-07 · Heft 6 (7.2.1872) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 6 (7.2.1872)
Date
1872-02-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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r Israelit Ein Hentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. HerauSgegebe» von Vr Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 7. Februar 5632 (187 2). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs 3 Thlr. »der fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francvznsendung unter Streifband pr. Jahrgang 4 Tblr. pr. C. oder 6 fl. vsterr. an die Expedition franco einzusenden. Leitende Artiikel: Die Vorgänge in Wien. — Der Bildungstrieb im jüdischen Volke. — Jeitun--^"achrichlen und Correspondenzen: Deutschland: Aus Württemberg. Hamburg. — Oe st. - Ung« Monarchie: Wien. — Australien: Adelaide. — Feuilleton: Süß Oppenheimer. Lnhatt der ersten Ueikage: Leitender Nttikielr Die Aufgabe des Judenthums. Zeitungsnachrichten «nd Correspondenzen -.Deutschland: Mainz. Uügleda»kW«,--^QeKMc.-Ungar. Monarchie: Lembevg. — Franrr^l^^PUri8. Paris. — Asien: Babylon. — ^7 Kn-att dev zweiten Meitage: Zeitungsnachrichten «nd Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Frankfurt. — Oe st er r. -Ungar. Monarchie: Wien. Wien.' Wien: Aus Krakau. — Italien: Rom. — Arrha N der Grtra-ZSeitage: Zur Linderung der Hungersnoth in Persien. — Spenden für die Armen des hl. L. — Für Ww. Stern in Fulda. — Für die Abgebrannten in Dobromil. — Mainz. — nyatt der rvistcnschaftkichen Beilage : Ein altes Manuskript des Talmud-Jeruschalmi. — Das Sieb der Vestalin in der Mischnah. — Grätz' Hypothese über die Entstehung des Kanon. — Leitende Artikel. Me Vorgänge in Men. Main;, 30. Januar. Schon hatten wir begonnen. nnferm Versprechen in voriger Nummer gemäß, unfern geehrten Lesern von den neuesten Vorgängen innerhalb der israel. Cultusgemeinde der Residenz- und Hauptstadt der großen Oester.- reichisch-Ungarischen Monarchie ausführlich Kunde zu geben, da tritt der Bote des hiesigen Telegraphenbüreau's ein und bringt uns das erfreuliche Telegramm, das wir noch in der vorigen Nummer (5), wiewohl dieselbe schon gedruckt wurde, mitzutheilen uns beeilten. Durch die in dem Telegramm enthaltene Nachricht haben jene Vorgänge G. s. D. den größten Theil ihrer folgenschweren Bedeutung eingebüßt. Nichtsdestoweniger sind sie wichtig genug, um hier ausführlich besprochen zu werden. Unsere geehrten Leser werden sich erinnern, daß schon vor Jahr «nd Lag im SchLoß^ -deS Wiener Vorstandes beschlossen wurde, die Beschlüsse der Leipzig sogenannten Synode in der Weise auszuführen, daß alle Gebete, die sich auf den zu erhoffenden Messias, auf die Rückkehr in das heilige Land und auf die Wiederherstellung des Opfercultus beziehen, aus dem Wiener Gebetbuche gestrichen werden sollten. Um diese Beschlüsse durchsetzen zu helfen, war damals der bekannte, politische Schriftsteller und Reichstagsmitglied Herr Kuranda, der gerade als Reichstagsdelegirter in Pesth weilte, eigens nach Wien geeilt. Innerhalb des Vorstandes selbst machte sich eine nur sehr zahme Opposition geltend, und so wurden denn jene unheilvollen Beschlüsse, welche die Wiener Gemeinde von dem historischen Judenthume vollständig lostrennen würden, gefaßt. Innerhalb der Gemeinde selbst aber machte sich die heftigste Opposition geltend, und das bewog den damaligen Präses, den sel. Baron Jonas Königswarter, dahin zu wirken, daß jene Beschlüsse nicht ausgeführt wurden. Kaum aber hatte sich das Grab über dem sel. Königswarter geschlossen , als Kuranda an seine Stelle trat und zur nachträglichen Ausführung jener das Judenthum in Wien vernichtenden Reformen schrilt. Die Cantoren der Gemeindefynagogen erhielten den Befehl, die oben näherbezeichneten Gebete nicht mehr vorzutragen. Der liebenswürdigen

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