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Der Israelit · 1872-01-17 · Heft 3 (17.1.1872) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 3 (17.1.1872)
Date
1872-01-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit. Ein Aeulrak - Hrgan für das orthodoxe AudentHuw. Herausgegeben von Dr. Lehmann in AL a i n z. Mittwoch den 17. Januar 5632 (187 2). Diese Leitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. E. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Francozusendung unter Streifband pr. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. K»hakt r Leilende Artiikel: Die Vorsehung. — Die Hungersnoth in Perfien. — -SrttnnG-nachrichte«»nfrLorrefpvndenzen: Deutschland: Dürkheim a. d. H. Laupheim. Fulda. Altona. Aus Deutsch- Lothringen. — Oe st.-Ung. Monarchie: Wien. Wien. Pesth. —> Frankreich: Paris. — Rußland. — Türkei: Konstantinopel. — Feuilleton: Süß Oppenheimer. Iuhatt der Atelkage: Leitender Artikel: Die Aufgabe des Judenthums. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Würzburg. Posen. — Oesterr.-Ung. Monarchie: Wien. Wien. Aus Cislcithanien. — Frankreich: Paris. — Leitende Artikel. Me Vorsehung. (Zu Paraschath *o.) Die Geschichte der Befreiung Israels aus Egypten, welche im diesmaligen Wochenabschnitte erzählt wird, ist so merkwürdig, steht so vereinzelt in der Weltgeschichte da und ist ganz besonders dazu augetyan, die N'vns nrutpn so recht klar und deutlich zu zeigen. daß wir nicht umhin können, aus Einzelnes hinzuweisen, was gerade hierbei weniger beachtet wird, weil die Hand Gottes so offenbar hineingegriffen, aus so außerordentliche, ungewöhnliche Weise die Befreiung Seines Volkes herbeiführte, daß alles Uebrige dadurch mchr in den Hintergrund tritt. Wahrend aber dieses offene Eingreifen mehr gegen die Egypter gerichtet, von ihnen so zu sagen mit Gewalt hervorgerufen war, da ihre Hartnäckigkeit und ihr Unverstand nur durch die sttafende Hand Gottes gebeugt werden konnte, so wirkt hingegen die Vorsehung auf Israel selbst in ganz einfacher, natürlicher Weise, ohne daß ihr Einfluß jedoch zu verkennen wäre. Denn Gott wirkt nur dann durch Wunder, wenn es unumgänglich uöthig ist, wenn die Menschen sich gegen alle und jede Belehrung verschließen. Nachdem also die Zeit der Befreiung aus dem egyptischen Sclaveujoche gekommen war, wie es Gott schon unserem Stammvater Abraham angekündigt hatte, daß feine Nachkommen nach vierhundertjährigem Aufenthalte in fremdem Lande von dort auszichen werden, schickte Gott den Moscheh uach Mizrajim, Israel herauszuführen. Die Kinder Israel hatten sich an das Sclavenjoch gewöhnt, höchstens daß sie unter dem furchtbaren Drucke seufzten, wie Jemand, der eine schwere Last trägt, die er nicht von sich abwerfen kann, daher sich fügt in das Unvermeidliche und sich unter Gestöhn und Geächz weiter müht. Da kommt Moscheh und verspricht diesen Sclaven, sie zu befreien, erweckt sie aus ihrem Stumpffinne; sie fangen an zu begreifen, wie hart, wie schrecklich ihr Loos ist, wie empörend die Behandlung ist, die sie bis jetzt erduldet; sie fangen an zu begreifen, daß auch sie auf Menschenrecht und Menschenwürde Anspruch haben. Allein die Befreiunsversuche Moses führen nur eine Verschlimmerung ihres Looses herbei; bis zur Un-

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