Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1872)
- Date
- 1872-01-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447551-2447554--10024-2465748- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XIV. Jahrgang. \ JM 2. Der Israelit. Ein Gentral - Hrgan für das orthodoxe IudenIHunr. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 8. Januar 5633 (1873). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut CourS. Directe Francozusendung unter Streisband pr. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Lritender Artikel: Der siebente Tag als erziehnder Faktor des jüdischen Volkes. Zeitungsnachrichten und Correspondemen: Deutschland: Mainz. Wenzingen M - Gladbach Berlin. — Oesterr- Un g. Monarchie: Wien. Wien. Pesth Gaya. — Frankreich: Paris. Paris. Paris. .Spanien: Madrid. — Palästino: Jaffa. — Ä ust r ä 1 i e n: Batlärat. — Feuilleton: Das Testament. AnKakt der Vertage; Leitender Artikel: Religiöse Belehrung im jüd. Familienkreise. rk«''tu',gon,-<t.rtchrrn u^d Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. Kolmar. — Serbien: Belgrad. — Frankreich: Paris. Paris Paris. Paris. — Italien: Rom.— Amerika: San FranziSco. — Afrika: Marocco. — Leitender Artikel. An fikbkvlk Tag als kyithkndrr Faktor des jüdischen Volkes.*) Bon C. W. Was in den Köpfen der Weisen verschiedener Völker und Zeiten nur als Gedanken, bei den Ei nen noch in der Dämmerung eines anbrechenden Lichtes, bei den Anderen schon entwickelter und verwirklichunasfähiger gelebt hat, das hat Gott bei der Gründung eines Staates, der ausschließlich *) Nach den von S. R. Hirsch in seinem „Eommentar zum Pentateuch" (Frankfurt a M- Verlag von I. Kauffmann) medrrgelegten geistreichen Untersuchungen und Ideen. i von Ihm geleitet werden sollte, in realer Gestalt; als Wahrzeichen für das praktische, handelnde i Leben aufgestellt und damit für alle Zeiten documentirt, daß eine Forschung, die sich mit dem Gottesgedanken beschäftigt, nur dann wahren Werth erlangt, wenn ihre Resultate nicht blos der Theorie der Wissenschaft, sondern vielmehr der Praxis des Lebens dienen und zu Gute kommen. Im jüdischen Kreise speculirte man nicht über Gott, man kannte ihn, man kannte ihn als den, der Himmel und Erde geschaffen, man kannte ihn als den, der sein Volk aus der ägyptischen Knechtschaft befreit, und dieses Wissen bildete den Grundstein, auf welchem sich dann das Gesetz, die rrnn, ausbaute. Eine Institution aber ist es, die vorzugsweise bestimmt ist, obige Gedanken zum allgemeinen Bewußtsein zu bringen, die dazu bestimmt ist, immer und immer die Menschheit und vor Allem Israel zu erinnern, daß ein freier, persönlicher Gott der Schöpfer des All und daß derselbe Gott auch derjenige ist, der die Geschicke der Völker leitet, daß Er es ist, dem, wie der Prophet sich so schön ausdrückt, „die Gänge der Zeiten gehören". Diese Institution ist der Alle Festtage haben eine doppelte Beziehung, eine zur Natur und eine zur Geschichte. Daß diese beiden Seiten uns auch im rav entgegentreten, haben wir bereits angedeutet. Versuchen wir jetzt, aus den gesetzlichen Bestimmungen über den Sabbat besagte Grundgedanken zu entwickeln und im Anschlüsse daran Den erziehenden Einfluß der in diesen Gedanken enthaltenen ethischen Momente kurz darzustellen. Neununddreißig Werkthätigkeiten zahlt