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Der Israelit · 1871-12-27 · Heft 52 (27.12.1871) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 52 (27.12.1871)
Date
1871-12-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
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-56 Bagdad mit seinen 25,000 jüdischen Einwohnern heimgesucht ist, empfangen. Darauf hin beschloß das Somit«, einen erneuen dringlichen Aufruf zu erlassen und sich bei den bedeutendsten jüdischen Zettungen Europa's und Amerika's um Verbreitung desselben zu verwenden. *'Das Somit« hat bereits 1100 Pfund Sterling (circa 13,OM Gulden) durch Vermitteluntz des Ministe- *iumä der auswärtigen Angelegenheiten (Lord Granville) an die britische Gesandtschaft in Teheran geschickt und durch diese zur Vertheilung gebracht. Der ehrwürdige, von ganz Israel verehrte, greise Sir Moses Montefiore spricht die Erwartung aus, daß reichliche Spenden schleunigst einlausen werden." Auch wir theilen diese Hoffnung. Unsere großmüthigen, edlen Brüder und Schwestern haben schon so oft bewiesen, daß kein Nochruf ungehört zu ihnen dringt, -haben schon so oft gezeigt, daß alle nothleidenden Brüder, sei es in Rußland, sei es in Palästina, sei es anderswo , aus ihre Hilfe rechnen können, daß es überflüssig erscheint, die vorstehende Aufforderung ihnen dringend ans Herz zu legen. Und hier tritt noch ein neues Moment hinzu: der allverehrte Sir Moses Moutesiore tritt als Bittender vor uns. Es ist ein Beweis der Achtung und Ehrerbietung, wenn wir feiner Bitte reichlich entsprechen. Vor Allem aber ruft mahnend die Pflicht ajnn nana '*n»»a nww nos? nou vom Hungertode bedrohte Menschenleben zu retten. Möge uns Gott das große Glück geben, hiezu nach unfern Kräften beizutragen. Aett««gSrra<hrrch»terr und tzTorrespon denzen. Deutschland. Würzburg. Vor einiger Zeit wurde hier von dem „Ohave-Emes-Verein", der sich die Aufgabe stellt, durch „Lernen" sowie durch religiöse Vorträge den Sinn für das Wahre, Heilige, für unsere Religion besonders bei der heranreifenden Jugend zu wecken, zur Erweiterung dieser Zwecke der Beschluß gefaßt, eine Bibliothek zu errichten, deren Werke bestehen sollen aus Erzählungen, jüdischer Geschichte, Beschreibungen, Abhandlungen größerer Männer und überhaupt aus solchen , die.zu erwähntem Zwecke dienlich erscheinen, die selbstverständlich jedoch nur im orthodoxen Sinne geschrieben sind. Gewiß rfi nicht zu zweifeln, daß hierdurch einem Mangel abgeholfen wird, der bis jetzt nicht nur hier, sondern wahrscheinlich noch an den meisten Plätzen fühlbar ist, und soll daher der Zweck dieser Veröffentlichung sein, die Anregung zu geben, diese Einrichtung überall, wo solche fehlt, in's Leben zu rufen. Es darf wohl behauptet werden, daß der größte Theil der sogenannten „neuen Partei" aus Unkenntniß unserer heiligen Lehre dieser untreu worden. In den meisten Schulen, mit wenig rühmlichen Ausnahmen, wird heutzutage nicht mehr als einfach Pentateuch und Gebetbuch zu übersetzen gelehrt, so daß Schüler, welche bis zu 14 Jahren solche Schulen besuchten, oft nicht einen Begriff von Raschi "n □in und Mischnajoth haben. Kommen nur solche junge Leute in ein Geschäft, so gehört es zu den größten Seltenheiten, wenn sie sich durch Privatunterricht oder Anschließen an einen Verein die weiteren Kenntnisse unserer heiligen Lehre zu verschaffen suchen - sie Lernen vielmehr, was an sich allerdings lobcnswerth ist, neuere' Sprachen u. s. w., aber das jüdische Wissen entgeht ihnen ganz. Datirtsich nicht bei Vielen, vielleicht dem größten Theile der Abfälligen, die Untreue gegen Gottes Gesetz von den Jahren an, in welchem dieselben jeden religiösen Unterricht entbehrend Ist es dccher nicht Pflicht, Mittel und Wege zu suchen, wie diesem Uebel cntgegeuzutreten sei"? Der Verfasser dieser Zeilen ist daher der Ansicht, daß auf eiue leichte und bequeme Weife die Bahn hierzu hergestettt werden muß und das beste Mittel in unserer Zeit die Errichtungen von Bibliotheken ist, um durch angenehme und dabei doch lehrreiche Leclüre die Liebe und Anbänglichkeit für unsere alte Lehre, für Sitte und Tugend zu wecken und fortzupflanzcn. Besitzen wir momentan auch noch keine sehr reichliche Auswahl derartiger Werke, so ergehe der Ruf an Jeden, der solche zu verfassen fähig ist, hierfür thätig zu sein, und nicht minder vortheilhast wird es im Interesse der Sache wie der Buchhandlungen sein, die bereits schon erschienenen und passenden Werke in diesen geschaßten Blättern zu empfehlen. Ebenso vortheilhast werden solche Einrichtungen für Jungfrauen wirken , welche öfters noch inehr Muße zum 'Lesen haben, denn von den Müttern hängt bekanntlich ein Haupttheil der Erziehung der Kinder a6; doch wie kann eine Mutter Religion lehren, wenn ihr selbst diese Kenntnisse fehlen? Da nicht Jeder im Stande ist, theuere Werke anschaffcn zu können, so muß diese Sache durch allgemeine Betheiligung zu Stande kommen. Bedenken wir, daß noch viele edle Seelen in Israel exiftiren, die gerne zu unserer Sache halten, wenn sie nur eine Anleitung und Gelegenheit hierzu haben. Zagen wir rücht und schrecken wir nicht vor solchen Unternehmungen zurück, denn der Allgütiae, für deffen Sache wir einstehen, wird uns Hilfe und Beistand hierzu verleihen. Dürkheim a. d. H., rrcjn nm. Soeben erhielt ich von mir unbekannter Seite Nr. 18 des „Sy-

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