Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 46 (15.11.1871)
- Date
- 1871-11-15
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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856 Breslau die jüdische Orthodoxie durchaus falsch beurtheilt, wenn inan sic als eine größtentheils urtheilslose Masse bezeichnet; ich meinerseits appellire gerne an das Uriheil meiner verehrten Leser, und werde mich daher beehren, diese unsere Correspondenz ihm zu unterbreiten. Sollte dieses inein Schreiben Sie nicht zufriedenstellen, oder sollten die von mir Ihnen vorgeschlagenen Schiedsrichter Ihnen nicht convenircn, so sehe ich mit Vergnügen Ihrem Appell an die hiesigen Gerichte entgegen. Ihr ganz ergebener Dr. Lehman n. 8ett«ngsnachrrch»ten und Gorrefpon- -enzen. Deutschland. München, 8. Nov. Von dem Patriotismus eines hiesigen israelitischen Banquier hören wir folgenden schönen Zug: Derselbe bestimmte ein werthvolles Souvenir für den am reichsten dekorirten Mann der hiesigen Garnison. Als solcher wurde ihm von der Militärbehörde ein Sergeant des 1. Infanterie- Regiments „ König" bezeichnet, der mit dem eisernen Kreuz 1. Klasse, mit der goldenen Tapferkeits'Medaille rc. geschmückt ist, und aus feinen Händen auch sängst das Geschenk erhielt. Dasselbe bestehe in einem Etuis, worin eine goldene Uhr mit Kette und ein Päckchen Banknoten mit der Photographie des Gebers lag. Altona rinbin dv. Soeben erfahre ich, daß Herr Dr. Jacob Cohn von hier, gegenwärtig Stiftsrabbiner in Hannover, von der isr. Gemeinde zu Kattowitz in Schlesien einstimmig zu ihrem Rabbiner gewählt wurde. Wir dürfen der Gemeinde zu K. zu der getroffenen Wahl aufrichtig Glück wünschen, denn Herr Dr. Cohn besitzt nicht nur bedeutendes Wissen' auf talmudischem Gebiete, sondern ist auch bekannt als talentvoller Redner, und was besonders hervorzuheben, besitzt einen Ruf als tüchtiger Pädagoge. Bekanntlich ist Dr. C. ein Schüler des n3"J0r) 3‘in Herrn Oberrabbiner I. Ettlinger hier und des Hm. Rabbiner Dr. Hildesheimer in Berlin, wir dürfen daher überzeugt sein, daß Dr. C. auch in seinem neuen Wirkungskreis für die Erhaltnng des wahren Jndenthums wie vor Allem für einen gediegenen Jugendunterricht nach besten Kräften Sorge tragen wird. Den Lesern Ihres geschätzten Blattes ist Herr Dr. C. durch verschiedene wissenschaftliche Aufsätze sowie die vor einigen Jahren von ihm herausgegebene Broschüre „Ehrenretttrng des Jonathan Eibeschütz", welche s. Z. in allen Kreisen die lebhafteste Sensationen erregte, auf das Vortheihafteste bekannt. Wir rufen dem geistreichen strebsamen jungen Mann das aam nbs zu, sowie der Gemeinde des Propheten Wort in der Wochen-,'■noBn: ferner l irpeö upp’ mini njn nottn jro ’nstp o ' — lorpjcp p ^nn nPtp nsjn ixdd by ns rvm — W. Amerika. Chicago. Don den jüdischen amerikanischen Blättern erfahren wir, daß die Juden in Chicago große Verluste durch den großen Brand erlitten haben. Die Statistik der Juden daselbst ist zwar nicht genau bekannt, aber nach der Zähl der Synagogen muß eine große Anzahl Juden dort wohnen. Viele der größten Kaufleute sind Juden. Fünf Synagogen mit ihren d^dd wurden ein Raub der Flammen. Ein Correspondent meint, daß 1500 jüdische Familien obdachlos geworden. Die Verluste der jüdischen Büro^x wird auf Millionen geschätzt. Auch das jüdische Hospital verbrannte. Das Feuer brach daselbst in solcher Gewalt aus, baß man nur mit großer Schwierigkeit den einen Theil der daselbst liegenden Kranken retten konnte; an 13 Patienten sollen vom Feuer verzehrt morden sein. Auch in andernHausern haben Juden den Flammentod gefunden. Die Juden New- Z)orks, Washingtons, Cincinnatis und anderer Städte der vereinigten Staaten zeigen die größte Energie, um dem großen Elende soviel als möglich zu steuern. Der Präsident des jüdischen Hospitals in Cincinnati hat dem Major von Chicago telegraphisch die Aufnahme von 50 Personen von Chicago in dieses Spital offerirt. Palästina. Jerusalem. Eine neue Expedition nach dem heiligen Land hat unter Führung des Genie - Capitans Stewart vor einigen Tagen London verlassen. Ihr Hauptzweck ist die Vollendung der Vermessung von Palästina. Außerdem wird sie die über das Land verbreiteten Walle untersuchen, die Ruinen auf den Hügelspitzen skizziren und photographiren, die Traditionen sammeln und die Inschriften eopiren. Dem Vernehmen nach bereiten die Amerikaner eine ähnliche Expedition nach dem östlichen Jordan vor, die mit der englischen Hand in Hand gehen wird. Jerusalem. Herr S. Schorr aus Mohilew am Dnepr kaufte in Jerusalem ein größeres Gebäude um den Preis von 12,000 Rubel und bestimmte es für die Angehörigen des vv'3 und für 10 tüchtige Talmudgelehrte, für die er ein besonderes n’2 temon in diesem Gebäude einrichten ließ. (Libanon.)