Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1871)
- Date
- 1871-11-08
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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845 nere Wohnungen, bezogen sind, und demnächst mit Gottes Hilfe wieder 7 den Beneficianten übergeben werden, welche alle nur durch Spenden aus Deutschland ermöglicht worden sind, durch welche auch ausschließlich die Restituirung zweier großen Cisternen ausgeführt werden konnte. Jeder billig Denkende wird einsehen, daß ein so vollständig verschobenes Verhältniß auch eine ebenso wesentliche Aenderung der Gerechtsame mit sich führen muß, und daß auch Oestreich-Ungarn nicht genießen kann, wozu es nicht mitgethan. Nun entgeht uns allerdings nicht, daß diese Letargie nicht ohne zweifache traurige Veranlassungen eingetreten ist. Einmal nämlich ist es die Nahrungsnoth, in welcher sich die Mitglieder des ungarischen Kolel befinden sollen, und welche schon einen Aufi ruf in einem ungarisch-jüdischen Blatte veranlaßt hat. Dem gegenüber mögen aber unsere edle Zionssreunde bedenken, daß die. Sorge für die Wohnung mit der für Speise und Trank offenbar in gleicher Linie steht; ja in gewisser Beziehung bekanntlich noch brennender ist, weil man sich gegen dieselbe nicht so durch Entbehrung und Entsagung stählen kann. Es sind aber zweitens nicht nur die Geldopfer, welche für unsere palästinensischen Brüder gebraucht werden, sondern vielmehr noch die, welche der große innere Kampf, in welchem sich die ungarische Judenheit schon seit Jahren befindet, absorbirt. Nun aber, edle Brüder und Schwestern, so wenig wir die Bedeutung und die Nothwendigkeit dieser Opferpflicht unterschätzen; das jüdische Herz ist _ ja weit genug, um allen zu genügen; und der himmlische Vater gütig genug, um uns in den Stand zu setzen, den verschiedensten Seiten unserer Thatkrast nachzukommen. Wir bittten Euch daher allgesammt, Euch auch für diese Seite der jüdischen Wohlthätigkeit wieder auszuraffen, zu jener rüstigen Spannkraft, welche Ihr in den ersten 7 Jahren der Wirksamkeit unseres Unternehmens geübt. Steuert wieder oft und reichlich bei, und versetzet uns nicht in die traurige Lage, nach Maßgabe des Rechtes und der Billigkeit Eure landesgenössentlichen Glaubensbrüder in Jerusaleum so wesentlich in ihren künftigen Benefizien verkürzen zu müssen. Ganz besonders aber geht unsere innigste Bitte an die Rabbinen und hervorragendsten Gabbaim in Ungarn, durch gefälliges Anerbieten zu Uebernahme des Gabbaus für unsere Angelegenheit und Wirksamkeit für dieselbe unsere Zwecke zu fördern, da der bbw n’eo , Se. Ehrwürden, der Herr Oberrabbiner in Preßburg, zu seinem und unserem Bedauern durch Nebersülle von Beschäftigungen, nicht in unser Comit« eintreten konnte. Wir bitten alle Rabbinen und Gabbaim, sich recht eifrig auch dieses Zweiges der palästinensischen Angelegenheiten anzunehmen, und für die Verbreitung dieses Aufrufes, von denen denselben nach Maßgabe des Vorrathes jede beliebige Anzahl zur Verfügung steht, ihr Mögliches beizutragen. Altona, Halberstadl und Berlin im Tischri 5632. Das Central Comit4 für den Bau von Pilger- und Armenwohnuuge» in Jerusalem. Jacob Ettlrnger, Joseph Hirsch, Oberrabiner in Altona. Kaufmann in Halberstadt, vr. Israel Hildersheimer, Rabbiner in Berlin. Edle Freunde des heiligen Landes und seiner israel. Bewlhucr Der Aufforderung des ehrwürdigen und hochgeehrten Centralcoinitä's für den Bau der Armen- und Pilgcrwohnungen iu Jerusalem 22"in obigem Aufrufe mich anzuschließen, gern Folge leistend, empfehle ich densebben aus dem Innersten des Herzens, da ja nicht zu leugnen, daß. wenngleich die demselben Zwecke Förderung und Ausbau der Gotteslehre und Gottesfurcht gewidmete» verschiedenen Kolelim nicht an sich principiÄ getheilt und gespalten find, dennoch das Benefiz der einzeln«! von der größeren oder geringeren Anstrengung abhäugt, welche ihre Gönner, die Spender in Europa, zunächst im Interesse ihrer engeren Landesangehörigen, machen. Gern wäre ich selbst in das Cenlralcomit« ciugetreten; leider aber verbietet es mir ebensowohl mein Gesundheitszustand, wie der Drang anderweitiger Arbeiten. Die große Dringlichkeit jedoch alles Obigeu vollkommen anerkennend, ermächtige ich das löbl. Eeatratcomite, diesen Ausruf durch die ehrwürdigen Rabbine» und sonstige '“vn p"nx in Ungarn zu verbreiten, und unterstütze einerseits die Bitte, diese wichtige Sache möglichst zu fördern und dafür reichlichst zu spenden. Preßburg. den 2. Marcheschwan 5632. S. W. Schreiber. Oberrabbiner. Für Beköstigung der Soldaten im Felde während des Peßachfestes. Durch Bachmann. Lehrer in Meffelhause«: Ungenannt 1 fl., Ahron Stein 24 kr.. Sender Stein 1 fl. 30 kr., besten Sohn Abraham Stein 1 fi. 30 kr.. Wolf Stein, Metzger. 30 kr., W. Stein. Boxstaad, 30 kr., dessen Bruder A. I. Stein 30 kr.. Jakob Stein 24 kr., zus. 6 fl. 18 kr., abz. Porto 6 fl. 12 kr.