Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1871)
- Date
- 1871-11-08
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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844 Für den Verein zur Colonisirung des hl. L. find beim Cassirer Simon Fürst in Schmiegel eingegangen: von der Gemeinde Briefen 25 Thlr., von der Gemeinde Seelow 17 Thlr. Bau jüdischer Armen- und Pilgerwohnungeu in Jerusalem Durch Levy aus Mainz bei einer Brith-Milah bei Stern in Wiesbaden gesammelt 11 ft. — Jonas Jgersheimer in Mergentheim 5 ft. — Bened. Breiner, Bez. - Rabb. in Sarvar, 1 fl. 50 kr. ö. W. ----- 1 ft. 27 kr. rh. — M. A. Löwenberg in Wunstorf 3 Thlr. — Durch Dr. Stiebet in Schrimm von Ungenannten 2 Thlr. 27 Sgr. — Ungenannter 5 Thlr. — Listmann §ürth in Hanau 5 ft. 15 kr. — Durch Dr. Lob in chenhausen bei verschiedenen Gelegenheiten gesammelt 16 ft. — Frau Therese Bohm aus Graudenz 3 Thlr. 15 Sgr. 6 Pf. — Tachauer in Brünnau 3 ft. — M. P. Reichenbach in Halberftadt nou1? «rvn e)0i' 1 Thlr. — S. Jonas in Schermbeck 1 Thlr. — Durch Feist Rapp in Groß-Umstadt: von ihm selbst 1 fl. 30 kr., von Jsaac Rapp in Reibach 30 kr, zus. 2 fl. Durch Tachauer in Brünnau: Mirjam Klein 1 fl, Karoline Klein 1 fl., Zilli Künstler 30 kr., Mirjam Tachauer 1 fl., zusammen 3 fl. 30 kr. Durch A. Uhlmann in Oberdorf bei Bopfingen: von ihm selbst 4 fl 30 kr., Frau Fabrikant Mirjam Weil 1 fl. 30 kr., zusammen 6 fl. Edle Arüdcr mb Schwestern in Ungarn. Wir richten ein herzliches, tiefgefühltes Wort an Euch und hoffen, ein entsprechendes thätiges Entgegenkommen zu finden. Die Veranlassung ist der Bau der Armen und- Pilgerwohnungen in Jerusalem. Ihr kennet gewiß großentheils die traurige Genesis derselben; für diejenigen, bei denen dies nicht der Fall ist, resumiren wir dieselbe kurz. Schon seit fast 2 Dezennien steigt die Wohnungsnoth in Jerusalem in erschreckender Weise, und ist dies unfern Glaubensgenossen besonders fühlbar, weil bei den andern dort noch vertretenen Confessionen die Regierungen selbst ungeheure Bauten zu Gunsten ihrer Confessionellen aufführen laffen, wodurch die Concurrenz unseren Glaubensgenossen noch mehr erschwert wird, wozu noch der vorübergehende Aufenthalt der zahllosen Pilger kommt, von denen die Eigenthümer in einer Woche mehr Miethe erzielen, als unsere Glaubensgenossen in vielen Wochen zahlen können. Diese traurige Noth ist leider seit der Zeit mindestens constant geblieben. Im Jahre 1858 hatte dieselbe einen ausnehmend hohen Grad erreicht, Hunderte von Familien irrten im engsten Sinne des Wortes obdachlos in den Straßen umher. Die „liebevolle" englische Mission öffnete den Armen 70 Wohnungen zur „freien" Benutzung. Da erwachte die glaubensbrüderliche Solidarität in herrlicher Ermunterung; ein nur nominell von einer Anzahl unserer Glrubensgenossen in Jerusalem selbst acquirirtes großes und herrliches Grundstück am oinrn m in der schönsten und gesundesten Lage von ganz Jerusalem wurde für 82,000 Piaster von uns übernommen, und durch den rüstigsten Wetteifer edler Zionsfrcunde auch bezahlt. Sowohl beim Ankäufe des Grundstückes, wie für das Benefiz der auf demselben gebauten Wohnungen, gingen wir von der Tendenz aus, daß dasselbe Gemeingut der ganzen jüdischen Confession ohne Unterschied der verschiedenen Kolalim sein sollte. Wir wendeten uns daher von erster Stunde immer an alle unsere Glaubensgenoffen ohne Ausnahme. Leider aber wurde unsre Stimme nur in zwei Ländern beachtet: Deutschland (incl. Holland) und Oestreich-Ungarn. In Folge dessen mußten wir, um nicht Reckst und Billigkeit zu beugen, und denen gleiche Rechte einzuräumen, welche gar nichts mitgethan, von unserer ursprünglichen Absicht abgehen; und enthält das mit den bedeutendsten Rabbinen vereinbarte Statut die Bestimmung, daß von je drei neuen Wohnungen unseres Institutes, die eine den Deutschen, die zweite Oestreich-Ungarn, und die dritte einem unter allen übrigen Kolalim zu Gute kommen solle, durch welch letztere Bestimmung wir noch in sehr humaner Weise dem Universalismus Rechnung getragen haben. Leider aber hat sich in den letzten 3—4 Jahren das bis dahin ziemlich paritätische Verhältniß der Betheiligung Deutschlands und Oestreich-Ungrrns vollständig verschoben, ja, mehr als dies, die Betheiligung des Letzteren ist in letzteren Jahren fast auf Rull reducirt, während in Deuffchland nicht nur das thätige Interesse dasselbe geblieben ist, sondern dieses in dieser Zeit noch viel Glänzenderes als früher geleistet hat; so daß jetzt 2 größere Prachtbauten, beide von deutschen Spendern aufgesührt, vor ea. Ist/2 Jahren 3 neue klei-