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Der Israelit · 1871-11-01 · Heft 44 (1.11.1871) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 44 (1.11.1871)
Date
1871-11-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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818 schlagenen Bandelieren, Säbelgriffen u. s. w. großen Luxus treiben und diese Gegenstände, wenn sie es nur irgendwie erschwingen können, von Silber haben wollen, so ist besonders das Handwerk der Silberschmiede hier ein verbreitetes und vortheilhaftes. Dasselbe ist in ganz Südarabien ausschließlich in Händen der Juden, indem die Südaraber fast alle Handwerke im Allgemeinen, besonders aber jede Kategorie des ^>chmiedehandwerkes verachten und als freier Beduinen unwürdig ansehen. Da sie aber kostbarer Waffen nicht entbehren können, so sehen sie es es gern, wenn sich Juden bei ihnen niederlassen, obgleich ihr moslemischer Fanatismus dies nicht eingesteht. (Schluß f.) Aeittrngsrrachrichterr und Eorrespvn denzen. Deutschland. Hamburg. Die „N. Fr. Pr." enthält in der Beschreibung eines Neiseausflugs „Rieseplaudereien u. s. w." von vr. W. Schlesinger folgende bemerkenswerthe Stelle: „Als folgsame Schüler Bädeckers besuchten wir in Hamburg auch den neuen jüdischen Tempel, wovon ich ein warnendes Beispiel erzählen will. Es war an einem Freitag, und die Sonne neigte bereits gegen Westen, als wir dort eintraten. Nur etwa acht oder neun Personen waren in dem schönen großen Naume, und diese schienen sehnsüchtig nach andern Kommenden zu harren. Wir, ich und mein liebwerther Reisegefährte, wurden überaus zuvorkommend begrüßt, und nach einigen diplomatischen Fragen bezüglich unserer Nationalität begann der Vorsänger das Abendgebet anzustimmeu; denn wir Beide machten nachgerade die Zahl Zehn voll, die unumgänglich zum Gottesdienste geboren. So ä la fortune du pot zur Sabbathfeier gebeten, waren wir eine gute halbe Stunde freiwillige Gefangene. Aber während man im neuen Tempel in Hamburg zum Gottesdienste ordentlich gepreßt wird, war die alte Synagoge am selben Freitag Abend von Andächtigen überfüllt. Und es war ein tiefernster, begeisterter, inbrünstiger Gottesdienst, den wir dort anhörten." Italien. Florenz. Noch sind es wenige Jahre, seit der Name Mortara in der europäischen Preffe so viel genannt wurde. Cs war damals, als die Entführung eines jüdischen Knaben in ein römisches Kloster so viel von sich reden machte. Nun erhielt er kürzlich eine weit traurigere Berühmtheit. Mortara, der Vater jenes Knaben, steht zur Zeit, eines Verbrechens angeklagt, vor den Geschworenen in Florenz. Nach der Anklageschrift des Staatsanwaltes hat derselbe seine Magd, nachdem er ihr in Folge eines zwischen Beiden entstandenen Streites eine tödtliche Wunde beigebracht gehabt, um sein Verbrechen zu verheimlichen, aus dem Fenster seiner Wohnung geworfen. Seine Vertheidigung hat der Advokat Mancini übernommen. Da die Anklage, was Klarheit und Deutlichkeit betrifft, sehr viel zu wünschen übrig läßt, so ist es schwer, sich schon jetzt ein Urtheil über die Sache zu bilden, und man wird gut thun, erst die Zeugen-Aussagen abzuwarten. Der Sitzungssaal ist vollständig gefüllt, da der Fall alle Schichten der Bevölkerung gleichmäßig interessirt. England. Nottingham. Bei einer dahier abgehalteueu Verhandlung der Missionsgesellschaft, welcher der Bischof von Lincoln anwohnte, zog der Prediger Fremantle mit aller Macht gegen die verstockten Juden los. Er hatte die Frechheit zu sagen, daß die Juden „die Feinde von Gottes Wort wären, die den h. Namen mit Füßen träten;" er behauptet, daß 20—30,000Juden in London getauft worden wären, von denen 100 christliche Geistliche geworden. Zu verwundern ist nur, daß er, ein so gelehrter Mann wie der Bischof von Lincoln, zu solchen ungeheuren Beschuldigungen still geschwiegen und sie nicht mit Entrüstung zurnckgewiesen hat. (Jew. Chr.) Amerika. San Franeisko. Drei Glaubensgenossen wurden bei den letzten Staats-, Stadt - und Landschaftswahlen gewählt. (Hebrcw.) ANZEIGEN. C\*n unserer Gemeinde soll ein zweiter Schächter mit einem jährlichen Gehalte von 300 Thlr. excl. Nebeneinkommen sofort engagirt werden. Qualificirte Bewerber, welche auch befähigt sind, das Fleisch zu adern, und als Hülfsoorbeter zu fungiren, wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse schleunigst melden. Tborn, im Oktober 1871. Der Vorstand der Svnagogen-Gemeinde.

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