Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 44 (1.11.1871)
- Date
- 1871-11-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XIL Jahrgang. j\§ m. Der Israelit. Ein Hentral - Grgan für das orthodore Iudenthum. Herausgegeben von Dr. Lehr»««« in Mainz. Mittwoch, den 1. November 5632 (1671). W oder GEB Zeitung erscheint wAchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens S Vogen. Preis des Jahrgang« S Thlr. pr. L. v. 1b kr. ch. M« «Sonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. «Le Buchhandlungen und Postämter nehmen Be» „ «m. Inserate 2 S-r. die Petitzeile oder derm Raum. Oesterreichifche Banknoten laut Toms. Directe Francozu« sendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. S. oder 6 fl. öftere. an di« Expedition franco einzusende». Pntzattr Wtmt Joseph Hirsch. Zeitungsnachrichten und Eorresstondenzen: Deutschland: Darmstadt. Aus Bayern. Laupheim. Berlin. Berlin. Paderborn. Strzalkowo. — Oesterr.-Ung. Monarchie: Wien. Ischl. Prag. — Frankreich: Paris. Paris. — Rnßlan d: AuS Warschau. — Feuilleton. Agnes. Anstatt der Zieilage: Leitender Lrtistel: Die Unterwerfung Jsaak's. Zeitungsnachrichten «ndskorrefdondenzen.-Deutschland: Hamburg. — Italien: Florenz. — England: Nottingham. — Amerika: San Francisko. — Feuilleton: Die Juden in Südarabien. Leitender Artikel. KowrnerzrenratH Iojepy Kirsch. Halberstadt, 24. October, Morgens. I. Der Weheruf, der s.ck heule unserer Brust entwindet, wird einen schmerzlichen Wiederhall in den entferntesten Gauen unseres Vaterlandes und weit darüber hinaus finden: Herr Conmierzicnrath Joseph Hirsch von hier weilt nicht mehr unter den Lebenden; gestern Morgen vor 8 Uhr hauchte er seine reine Seele aus P'NUTi *)DP HD 'v dp. Mit schmerZmtssener Brust »ollen wir es verstrchen, ein kleines Bild des reichen Lebens des thenren Dahingeschiedenen zu entwerfen, voraus wiffend, daß das, was unsere schwache Feder darzustellen vermag, kaum ein Tropfen ans dem Meere des an so. großen Thaten übervollen Lebens sein wird. Aus einer Familie von bedeutenden Talmudgelchrten stammend — sein Urgroßvater war Rabbinatsafsesstw in Frankfurt a. M., 'sein Großvater bekleidete dasselbe Amt zu Halberstadt , sein Vater, ein Kaufmann, war ebenfalls ein bedenterwer Talmndist — wurde er vp miajjro mirru.'3“i3 erzogen, und so machte er es schon in früher Jugend zu seiner Lebensaufgabe, der Erhaltung des echten , wahren, unverfälschten Judenchums sein Leben zu weihen. Wir schweigen von den großartigen Erfolgen, die der Heimgegangene als Kaufmann erhielte, wie es ihm gelungen, feiner Firma den ausgezeichneten Ruf zu erringen, dessen dieselbe sich allüberall erfreut; wir wollen mit versuchen, dasjenige darzustellen, was er dem Judenthume gewesen. Als der Schreiber dieser Zeilen (der Herausgeber dieser Blätter) vor fast einen: Dierteljahrhundert hier in Halberstadl zu den Füßen seiner Lehrer „lernte", — schon damals war es die 'hervorragende Gestatt des nunmehr so schmerzlich Vermißten, die auf das jugendliche Gemüth den ttefsten Eindruck machte. Joseph Hirsch war eingenialerMann und wußte den Stempel des Genies aus Alles zu drücken, was er that und unternahm. Schon die einfache Unterhaltung mit ihm war belehrend im höchsten Grade; ein Feind alles faden Geschwätzes, concenttirte sich sein ganzes Denken und Füh-