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Der Israelit · 1871-10-18 · Heft 42 (18.10.1871) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 42 (18.10.1871)
Date
1871-10-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
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786 : v aussprechen möge, daß sic diese Statuten als unzweckmäßig nicht annehme. (Pesther jüd. Ztg.) Karlsftadt. Wir haben immer mit Freuden berichtet, daß in Ortschaften und Ländern, in denen sich früher kaum ein Jude blicken lassen durfte, jetzt sich unsere jüdischen Mitbrüder ansässig gemacht und sogar ansehnliche Gemeinden gebildet haben. So durste auch in der kroatischen Militärgrenze, namentlich in Karlsstadt, noch vor wenigen Jahren kein Jude wohnen, und jetzt ist in Karlsstadt eine prachtvolle jüdische Synagoge aufgedaut und vor einigen Tagen eingeweiht worden. An diesem Einweihungsfeste haben sogar die Christen Theil genommen. Der dortige General des Grenzregiments ließ die Militärmusik vor dem Zuge Vorspielen; alle dortigen militärischen Persönlichkeiten, wie auch der Bürgermeister und sämmtliche Professoren schlossen sich dem Zuge an. In den Straßen, durch welche der Zug passirte, waren sogar die christl. Gewölbe, zur Ehre der vorbeigetra genen Thorarollen, gesperrt. Zu bemerken ist, daß auch hier unser König zum Bau der Synagoge eine ansehnliche Summe beigetragen. (Pesth. jüd. Zeit.) f Frankreich. - Paris. Wie wir vernehmen, hat Herr Colonel Cerfberr seine Stelle als Präsident des Central-Consi- I ftoriums niedergelegt. Derselbe war während der Zeit, T; als er an der Spitze der französischen Judenheit stand, f stets darauf bedacht, Reformen im Gottesdienst einzu- - führen. Das orthodoxe Judenthurn in Frankreich hat ' dyher die Demission des Herrn Cerfberr nichts weniger 8 als zu beklagen. 8 j: Paris. Herr Eugen Manuel, Autor des Werkes: Jf\ Les Ouvriers, der Dichter der Pagea intimes, und einer der tüchtigsten Professoren unserer Lyceen, wurde -- zum Kabinetschef des Unterrichtsministers ernannt. Wir berichten diese Ernennung mit Vergnügen. Die verdienstvollen bescheidenen Männer, die keinen anderen Ehrgeiz .haben, als nützlich zu sein, sind selten. Herr Manuel ydt sich durch seine Charakterfestigkeit ebenso viel Freunde, als durch sein Talent erworben, und der Minister hätti.. keine bessere Wahl treffen können. (TJn. ißr.) [Paris. Auf Neujahr hat Herr Oberrabbiner Isidor einen Hirtenbrief an die Juden Frankreichs erlassen. Am ersten Neujahrstage wurde derselbe während des Morgengottesdienstes von Herrn Isidor verlesen I und mehrere Erklärungen daran geknüpft. Text und Erklärung erregten lebhafte Sensation. (Tin. isr.) Paris. Unter der Ueberschrift: „Intoleranz und Fanatismus" schreibt die Tfn. isr.: „Man liest im Pariser Journal vom 16. Sept.: Man zeigt die Arrestation des Manasse Sismondi, eines jüdischen Wucherers, an, welcher während der Herrschaft der Commune das Handwerk eines Hehlers tri b. Man hat bei ihm eine Menge gestohlener Gegenstände gesunden, für welche er nach seinen Büchern ganz unbedeutende Summen geliehen." Konnte das pariser Journal diese Geschichte nicht erzählen, ohne zu sagen, daß der Held ein jüdischer Wuchere r ist f Hat es denn auch die Religion der Banditen, Diebe, Brandstifter, Mörder und sonstiger Ungeheuer unter der Commune genannt, welche, nicht wie Manasse, auf von Arideren gestohlenen Gegenständen geringfügige Summen bezahlt, sondern die gar nichts darauf geliehen, welche Alles genommen, Alles geplündert, das Vermögen und das Leben der unglücklichen Einwohner von Paris? Der Direktor des Pariser Journals, Herr v. Pr?ne. wird irr vielen israelitischen Häusern empfangen, er hat sich da oft überzeugen können, daß man Jude sein kann, ohne Wucherer zu sein, und ohne Zweifel auch in anderen Häusern, daß man oft Wucherer ist ohne Jude zu sein. Wir haben mit schmerzlichem Erstaunen dasselbe Factum in einem anderen Pariser Blatte reproducirt gesehen, welches sogar von einem Glaubensgenossen dirigirt wird!" Paris. Der zu in Tode verurtheilte Gafton Cremieux wurde, wie verschiedene Zeitungen berichten, zu zwanzigjähriger Festungsstrafe begnadigt. S v d ro. i C n Madrid. Nach der Qaoeta, dem spanischen Regierungsblatt«.', vom 19. August, ist bereits auf Vorschlag des Ministers neun spanischen Israeliten vom Könige Amadeus das spanische Bürgerrecht bewilligt worden Die neuen spanischen Bürger gehören den Familien Edcry, Rose, Mengualid, Benzuyan, wohl zumeist aus Gibraltar eingewandert, an. England London. Die Beförderer der hiesigen jüdischen Waschanstalt wurden anfänglich durch die allgemeine Redensart entmuthigt: das fortwährende Waschen wäre für jüdische Mädchen zu schwer. Diese Meinung hat sich glücklicher Weise nicht bewahrheitet Die Mädchen haben sich, mit einer einzigen Ausnahme, alle mit großer Zufriedenheit über ihre Arbeit ausgesprochen und sind mit ihrer Lage vollkommen zufrieden. Das jüdische Publikum hingegen unterstützt diese, für arme strebsame Mädchen so nützliche Anstalt nicht gehörig Das kleine , Kapital von 2760 fi. . ist fast ganz verausgabt. Hof-, fentlich werde«: sich die Israeliten Londons nunmehr.

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