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Der Israelit · 1871-10-11 · Heft 41 (11.10.1871) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 41 (11.10.1871)
Date
1871-10-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XII. Jahrgang. f Y HU, Der Israelit. Ein Hmlral - Organ für das orlhodore Iudenlhum. Herausgegeben vsn Dr. Lehma»« in Mainz. Mittwoch, den 11. Oktober 5632 (1871). Dies« Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindesten- S Bogen. PtekS de- Jahrgang- S Thlr. pr. E. oder st. 6. 16 K. rh. Man aöonnirt garrzjShrig, halbjährig oder vierteljährig. Me Buchhandümgm und PostSmt» nehmm Be» ststdmgm an. Inserate 2 Sgr. die Petttzetle oder deren Raum. Oesterreichische Bmrknotm laut Eours. Direkte Franaqusendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. E. oder 6 fl. Ssterr. an die strpchition franco evyufmden. Auhaltr Leitende Artikel: Was haben wir zu fürchten? — Literaterarischer Bericht. — Settungsnachrichte« und Eorreshondenzen: Deutschland: Mainz. Erlangen. München. Bamberg. Frankfurt a. M. Cöln. Fulda. Leipzig. Leipzig. Straßburg. — Oefterr.- Ung. Monarchie: Wien. Baden bei Wien. AusKaschau. Pesth. Pesch. — Frankreich: Paris. Paris. — Ame- DWWgr San Francisco. — UeuWWtt^Zuv Anhalt der ZSeilageV Aeitnng-nachrichten und Correspondenzen: L^euts ch la n d: Aus Württemberg. Aus Württemberg. Stuttgart. — Oesterr.-Ung. Monarchie: Wien. Pesth. Pesth. — Leitende Artikel. Was yaöen mir zu furchten? Mainz, 29. September. (Nach dem Hebräischen des Rabbi Zofua Heller, Rabb.ner zu Polangen in Rußland.) Als Rabbi Josua ben Chananja starb, fragten die Weisen voller Angst und Besorgniß: vnn ’no ö’DMp’SvVö, „Was soll aus uns werden? Wie sollen wir uns schützen vor den Apikorßim!" (Chagiga 5 b.) Eine ähnliche Frage drängt sich jedem denkenden Israeliten auf, wenn er die religiösen Zustände der Gegenwart beachtet, wenn er bemerkt, wie die Krankheit der Irreligiosität täglich an Ausdchnung gewinnt, wie die große Menge das himmlische Joch abwtrft und wie dem gegenüber unser Zeitalter verwaist ist! Ach. in den alten Zeiten, wann der Abfall von Gott überhand nahm, da sandte uns Gott große Männer, da sandte Er uns Seine Propheten, die Mauern auftichte^en, um das Gesetz und die Lehre zu schützen, die da die Trümmer wieder aufbauten — aber in unserer Zeit, wie klein find da die Vertteter der Thora der Größe des sündhaften Zeitalters gegenüber! Was wird das Ende von allem Dem sein? Einen Theil der Söhne und der Töchter unseres Volkes tödtet das Schwert des Spottes, einen andern verschlingt der Abgrund der bösen Begierde und ein dritter stirbr oen Tod des Abfalls! Und was ist dem Allenr gegenüber zu thun, um den einaerifsenen Altar Gottes wieder herzuftellen und seine Trümmer wieder auszurichten? I. Die herrschende Jrreligiösität glich zu Anfang einer höchst gefährlichen Epidemie, die um so gefahrdrohender war, als man sie gar nicht als eine Krankheit erkannte. Als, vor circa 80 Jahren die ersten Anfänge der gegenwärtigen Zustände zu Tage traten, da glaubte man vielfach, datz die Vertteter der neuen Richtung in gar manchen Dingen berechtigt seien, durch kritische und historische Forschung eine Reformation des Judenthums in's Leben zu rufen. Jene Männer aber, von denen die religiöse Bewegung ausging, hielten sich berechtigt, mit ihrem geringfügigen Verstände sich zu Gericht zu setzen über die von Gott.geoffenbarte schriftliche wie mündliche Lehre; so verloren sie den Glauben und fingen auch bald an, Gottes zu übertreten. Aber davon

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