Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 34 (23.8.1871)
- Date
- 1871-08-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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645 Oester reichisch-Ungarische Monarchie. Peslh. Im Pesther israelitischen Spitale herrschte bisher ein Üebelstand, der im Sinne unserer Religion nicht geduldet werden durfte. Diejenige, welche das Unglück hatten, iin erwähnten Spitale zu sterben, wurden ohne Ausnahme secirt. Alle Proteste dagegen nutzten nichts. Jüngst wurde Herr Samuel Münz wieder zum -r«2^der onon nVöi.'n gewählt. Doch dieser erklärte im Namen sämmtlicher Mitglieder, welche bei ihrem bewährten Wohlthätigkeitssinn lauter Gottesfürchtige sind, dieses Ehrenamt nur unter der Bedingung weiter fortführen zu wollen, wenn die Secirung jüdischer Leichen im Spitale abgeschafft würde. Es freuet uns hiermit mittheilen zu können, daß in Folge des energischen Auftretens dieses verdienstvollen Mannes, ^die secirung wirklich ausgehoben wurde. (Scheveß Achim.) Frankreich. Paris, 15. Aug. Der Gesetzvorschlag, betreffend den Widerruf des den Israeliten von Algerien durch Decret vorn 24. Oktober 1870 verliehenen französischen Bürgerrechts ist in der Commission nicht unwesentlich modifieirt worden. Der von dieser entworfene Text lautet: Art. 1. Das Decret vom 24. October 1870, welches die eingeborenen Israeliten von Algerien für französische Bürger erklärt, wird abgeschafft. Art. 2. Bis zum 4. März 1872. müssen Alle, welche auch ferner unter die französische Gesetzgebung gestellt sein wollen, dies bei ihrer Gemeinde erklären. Art. 3. Bis dahin hat jeder eingeborene Israelit das Recht, die mit dem französischen Bürgerrecht verbundenen Wohlthatett sich durch einen Antrag bei dem Präfekten feines Departements zu erhalten. Der Präfekt wird den Antrag vom Standpunkte der Moralität, der Vergangenheit und des Jndigenats des Bittstellers prüfen und dann das Gutachten des Generalraths oder einer Commission desselben einholen. Art. 5. Die so erörterten Gesuche' sind dann an den bürgerlichen Generalgouverneur zu richten, der nach Anhörung feines Collegiums die Entscheidung zu treffen hat. England. Oxford. Ueber den Besuch des brasilianischen Kaisers in der Oxforder Bibliothek, schrebt der dortige jüdische Bibliothek-Director, Herr Neubauer, folgendes: Vorigen Samstag war der Kaiser und die Kaiserin von Brasilien hier, in der Bibliothek, und der Kaiser interessirte sich besonders für jüdische Handschriften, er. wollte eine alte Bibel sehen. Wir besitzen aber leider - keine solche, da unsere älteste geschriebene Bibel nur' über 600 Jahre alt ist; ich zeigte ihm aber statt dessen noch die schönen Handschriften der dd“0 und *ioa nyio wie auch manche alte DminD und den ältesten i id. " Der Kaiser konnte dieses wie auch das aro *»"■> gut lesen. — Der Kaiser von Brasilien hat sich schließlich, über die neuesten Werke in der hebräischen Sprachsor- . schung erkundigt. A N Z E or der provisorischen Annahme der isr. Religionslehrerstelle zu Oberlangenstadt (Bayern) wird auf das Nachdrücklichste gewarnt. Ein Lehrerfreund. in junges, gebildetes Mädchen, das im Kochen, sowie in allen weiblichen Handarbeiten durchaus bewandert ist, sucht recht bald Placement in einem stillen religiösen Hause. Auch würde dasselbe eine Stelle als Ladengehülfin oder Gesellschafterin acceptiren. Auf gute freundliche Behandlung wird mehr wie auf hohes Salair gesehen. Adresse L. M. 26 poste restante Calcar am Niederrhein._ in in l‘w, welcher von einer anerkannten religiösen Autorität ntop hat, wird von hiesiger Cultusgemeinde vorerst auf ein halbes Jahr unter annehmbaren Bedingungen engagirt. Wenn derselbe die Befähigung besitzt auch Cantorstelle zu versehen, so wäre für denselben Aussicht geboten späterhin eine definitive Anstellung dahier zu erlangen. Bewerber wollen sich melden beim israelitischen Cultusvorstaud. Hürden, den 18. August 1871. IGEJf. #15411 jüdischer, junger Mann, mit guter Schulbildung seit 5 Jahren in der Tuchbranche und im Leinen- Fabrikgeschäft in jeder Weise beschäftigt und durch dem Besuch der Meßplätze auch mit dem Einkauf genügend' vertraut, wünscht in einem bedeutenden und streng, religiösen Tuch-, Leinen- oder Bankhause, womöglich in Frankfurt a. M. eine gute Stellung. Gefall. Offerten unter L. 1303 wolle man baldgef. an die Expedition des „Israelit" gelangen laffen. ei M. Poppelauer in Berlin und Carl Friesein Magdeburg ist zu haben die neue methodische Hebr. Schreib-Lese - Fibel von Dr. M. Bahmer. Mit 28 lithogr. jüd. - deutschen Vorschriften. Preis gebunden 4 Sgr. — 14 kr. südd. W. Diese höchst praktische Fibel bietet den Vortheil, daß das Kind daraus gleichzeitig hebräisch lesen und jüd. schreiben in kürzester Zeit lernt. VE. Die Vorschriften apart (mit Schreibregeln) k Heft 1V2 Sgr. (6 kr.)