Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 32 (9.8.1871)
- Date
- 1871-08-09
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447499-2447531--09616-2465214- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
512 Gerüchte, das sich verbreitet, daß sich eine 3. Gemeinde Hübest wolle; da wir wissen, daß die Majorität der Gemeinde noch Sinn und Verständniß hat von nviipp umin, daß sie mit Liebe, Treue und Innigkeit arHangen dem geoffenbarten Sinaiwort. Die Anhänger Her Orgel, in Gottes Namen, mögen sie machen, was -Ke wollen; sie haben unser Prinzip verlassen, mögen sie sich Allem dem ergeben, was „der Herren Geist" wünscht und will — unsere Wege scheiden sich-Wir aber müssen jetzt — sollte auch da oder dort Voreingenommenheit u. dgl. vorhanden sein, — jedes persönliche Motiv fallen lassen und mit denen Zusammengehen, die eines Sinns, eines Princips mit uns sind. Die Keligionsgesellschaft ist bereits selbständig geworden, — nun schließen wir uns ihr rückhaltlos an. Wenn Euch die Vergangenheit kein ausgelöschter Punkt und die §ukunft keine Chimäre, nun — dann einigt Euch. hr habt Euch aus der Vergangenheit die Macht bewahrt, die Unwiderstehlichkeit verleiht; die Strahlen der götll. Macht, die nimmer verlöschen. Aus der Vergangenheit bringt Ihr Alle noch die Pricipien mit, wodurch sich die Zukunft als eine glorreiche erweisen muß: hie Ueberzeugungstreue, die Hochhaltung der ewigen Wahrheiten, die uns von Gott anvertraut wurden, Wahrheiten, die nicht geändert, nicht umgemodelt, nicht verstümmelt werden dürfen. Wir täuschen uns hoffentlich nicht. Die Gesetzestreuen werden sich einigen und aus dieser Einigung wird eine große, starke und — alaubensfeste Gemeinde hervorgehen. Das wird der Trost sein, den uns das rauchende Heiligthum gebracht. vsapj1? vby pp« -ny ’ma pp' 't Bingerbrück, im August. Der jüngste glorreiche Krieg, so reich an patriotischer Hingebung und Opferfähigkeit, hat auch au hiesigem Orte ein glänzendes Beispiel edler und ausdauernder Thatkraft zu Tage gefördert, das um so mehr in diesen Blättern veröffentlicht zu werden verdient, da es ein Glaubensgenosse war, der fein für das deutsche Vaterland warm schlagendes Herz aufs Glänzendste hat walten lassen. An hiesiger Etappe war es. wo Herr Commissionsrath Joseph Lehmann aus Berlin sämmtliche dnrchpassirende Kranke und Verwundete unentgeltlich hat verpflegen lassen; auf diese Weise wurden' kür seine Rechnung während der Krieges 110,000 Mahlzeiten verabreicht. Küche, Schlächterei rc. wurden hier für Rechnung des Herrn L. zu diesem Zwecke in großartigstem Maaßstabe hergerichtet. Als Curiosum füge ich noch hinzu, daß all das hiezu verwendete Vieh nach jüdischem Ritus geschlachtet wurde. - Die großen Opfer, die Herr Commissionsrath Lehmann aus dem Altäre des Vaterlandes gebracht, ereichen nicht nur ihm, sie gereichen allen seinen Glauensgenossen zur Ehre. An der staatlichen Anerkennung für solches Wirken wird es gewiß nicht fehlen. Aus Wefkphalett. Aus dem Fürftenthum Lippe-Detmold haben in dem deutfchfralHösifchen Kriege zwei Israeliten den Tod für's Vaterland gesunden, nämlich I. Burgziener aus Schlangen, von dem wir schon früher berichtet haben, und B. Goldmann aus Vösingfeld. Auch hat daselbst ein Glaubensgenosse, Herr Frankenstein aus Varenholz, wegen seiner in mehreren Schlachten bewiesenen Bravour von Sr. Majestät dem deutschen Kaiser das eiserne Kreuz und vom Fürsten zu Detmold den militärischen Verdienstorden erhalten. — Wie es scheint, nähert sich der Landrabbiner Vr. Fahrenbach, der, wie wir beiläufig zu bemerken uns gestatten, schon mehrere Jahre leidend ist, dem conservativen Judenthume. So hat derselbe einen üiw, der am p"v das Ladengeschäft offen hält, öffentlich raucht und n-.D’w -»sw Py “Oiy ist, doch endlich die Berechtigung zum Koscherschlachten entzogen und sich auch geweigert, bei einem Brautpaare in Detmold — die Braut ist Tante des Bräutigams, also nny nmw mim — als p#np Pin zu fungiren. Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Breslau, 6. August. Die hiesige königliche Regierung hat im Laufe des vorigen Monats dem Vorstande der hiesigen Synagogen - Gemeinde die Summe von 45,000 Thalern ansgezahlt, welche testamentarisch von dem am 4. November 1842 verstorbenen Kaufmann Mora Solomon Leipziger, zur Errichtung einer Lst1i-1ig.-Miära86li-Stistung ausgesetzt und hinterlassen worden sind. Die nunmehr nach dem Willen des Erblassers ins Leben gerufene Lehranstalt ist in dem Hause Graupeustraße 11 errichtet und wird mit dem 1. October dieses Jahres eröffnet werden. Die beiden als gelehrte Talmudiften in hohem Ruse stehenden Herren Dr. Jacob Levy, der Verfasser des epochemachenden chaldäischen Lexikons, und Pincus Dienstfertig sind nach den bestehenden Bestimmungen von den designirten Testaments-Executoren als Anstalts-Lehrer berufen worden, um sich dem fortgesetzten Studium des Talmuds zu widmen, und die Ausbildung tüchtiger Rabbiner zu fördern. Die von dem Stifter dieser Anstalt hinterlasscne jüdische Bibliothek nebst zweier Thoras sind dieser religiösen Stiftung, welche durch Allerhöchste Cabinetsordre vom 29. März 1837 bestätigt worden ist, bereits einverleibt, und wird dieselbe für alle Zeit den Namen „Mora Salomon Leipziger'sche Beth-lia-midrascli- Stiftung" führen. Gschwege. Vom Provinzial - Schulcollegium in Cassel wurde Herrn Dr. Speyer dchier zu den isr. Relizionsstunden und zur Abhaltung der täglichen Morgenandachten in den Wochentagen ein disponibles Classenzimmer im Realschulgebäude unter der Voraussetzung eingeräumt, daß daraus kein Recht der isr. Gemeinde auf Ueberlassung desselben gefolgert werden könne.