Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 32 (9.8.1871)
- Date
- 1871-08-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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504 durWreisE er will dafür sorgen, daß Kranke und -Mrerse an ihrem Wohnorte unterstützt werden; er will sich der bettelnden Kinder annehmen, sie unterrichten und Handwerke erlernen lassen. Das ist Alles sehr, sehr löblich. Allein schon hierbei kommen religiöse Fragen in Betracht! Ist nicht zu befürchten, daß für unser Geld die künftigen Handwerker zur Sabbatentweihung erzogen werden? Der isr. Gemeindebund erstrebt ferner eine Vertretung der Interessen der Israeliten den deutscheu Regierungen gegenüber. Auch dies ist an und für sich sehr wünschenswerth. Bei der nunmehr in ganz Deutschlans eingeführten allgemeinen Militärpflicht z. B. ist Seitens der Militärgesetzgebung eine größere Berücksichtigung des Judenthums zu erstreben. So sind die jüdischen Soldaten in Bayern vom Militärdienste am Sabbat befreit; in den andern deutschen Staaten nur selten und ausnahmsweise. Aber wird der Vorstand des isr. Gemeindebundes in seiner jetzigen Zusammensetzung für derartige Dinge einzutreten gewillt sein? Auf Anlaß des ersten Vorstehers des israel. Gemeindebundes ist unlängst eine Broschüre erschienen: „Das Judenthum und seine Ausgabe im neuen deutschen Reiche," die eine Aufforderung zum Beitritte zu dem erwähnten Vereine enthält. In der genannten Broschüre steht viel Gutes und Schönes. Unter Anderm wird aber darin gesagt, daß wir nicht die Ankunft eines persönlichen Messias, nicht die Neubegründung eines besonderst jüdischen Staates unter der messianischen Zeit verstehen dürfen, sondern die freie, gleichberechtigte Entwickelung Aller rc. Daß die Verbreitung solcher Irrlehren von einem isr. Gemeindebunde weder direct noch indirect ausgehen darf, darüber sind wir wohl Alle einig. Was ist also zu thun? Sollen wir uns von dem isr. Gemeindebunde sernhalten oder sollen wir uns unter gewissen Bedingungen anschließend Im erfteren Falle bedarf es keiner weiteren Erörterungen; im letzteren Falle wäre es vielleicht gut, wenn eine größere Anzahl jüdischer Gemeinden sich vereinigte und ein Sonnte beauftragte, jene Bedingungen festzustellen, die sie zum sine qua non ihres Eintrittes in den Gemeindebund machte. Wir erwarten, daß edle Männer orthodoxer Gesinnung, denen die Zukunft Israels am Herzen liegt, ihre Ansichten von der Sache in diesen Blättern veröffentlichen. Die Angelegenheit ist wichtig genug, um sie eingchend und nach allen Seiten hin zu erörtern. AeitungSnaehrichte« nnd Correfpvtdenzen. Deutschland. Würzbrrrg, 31. Juli. In Nummer 30 des „Israelit" veröffentlichen Sie auf Veranlassung eines Correspondenten aus Schwaben beit früheren Protest von 133 der bedeutendsten Rabbiner Europa's, welche auf die sogenannte 2. isr. Synode umsomehr Anwendung sindet, da diese Synodal - Beschlüsse nicht allein nnstPD ^DE>, sondern auch in mehreren Fällen tfftcrn miDD und ’*ni ->wv herbeiführen könnten. Sehr richtig veröffentlichen Sie auch die Namen der 21 Synodal-Rabbiner zur „Berüchtigung" in Israel und fordern zugleich die Gläubigen auf, dahin zn streben, daß diese D’sin n« wödd „in Folge ihrer Synodalthätigkeit ihres Amtes entsetzt werden, und „wenn dieses nur bei Einem gelingt, so wird's mit demSynodalfchwindel bald auf immer zu Ende sein". Daß hiemit jeder wahrhafte Jehudi vollkommen übereinstimmt, bedarf keiner Erwähnung; allein wir müssen auch dahin trachten, daß wir ein solches Vorgehen unterstützen und auszu führen helfen. Ein anderer Umstand ist meines Erachtens noch von höchster Wichtigkeit. Wie bereits angedeutet, so können uns in Folge auf Plätzen, wo diese Synodler ihr Wesen treiben, Dmoo wn -ui« psd in Hülle und Fülle erwachsen. Es muß daher dafür Sorge getragen werden, daß das orthodoxe Judenthum bei Verehelichungen in spätern Zeiten Recherchen pflegen kann, ob sich bei der beabsichtigten Verbindung nicht mioo oder miDD pDD eingeschlichen haben und deßhalb ist es dringend geboten, daß hierauf allenthalben ein wachsames Auge gerichtet wird und daß die Namen der Kinder, die aus solchen Ehen hervorgegangen, öffentlich verzeichnet werden. Zur Erreichung beider Momente glaubte ich auf meinen Vorschlag, den ich in der Beilage zu Nr. 29 des „Israelit" vorn IX. Jahrg. brachte, zurückkommen zu sollen. Es handelte sich damals um die Frage: „wie ist der Religionslosigkeit des gegenwärtigen, und noch mehr des Heranwachsenden Geschlechts, die leider immer größere Dimensionen annimmt, zu steuernd" worauf ich unter Andern: Folgendes erwiderte: „Wenn eine Abhilfe angestrebt werden soll, so müssen wir einen andern Weg einschlagen und dahin trachten, daß wir die zerstreuten noch immer vorhandenen echten Jehudim unterstützen und ihnen eine Centralisation anbahnen. So traurig unsere religiösen Verhältnisse sich auch gestaltet haben, so bleibt doch n"3 in jeder Gegend der Satz richtig piw ob o. Diese einzelnen Kräfte müssen gehörig benützt werden, und bei ihrer Vereinigung