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Der Israelit · 1871-06-14 · Heft 24 (14.6.1871) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 24 (14.6.1871)
Date
1871-06-14
Page
– (sequence 12)
Language
German
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k wird-nun. die SicberheiLs-Behörde planmäA-' ri ^rc-u b freien Bewegungen gehindert und von gewaltthätrgen Angriffen der Bevölkerung bedroht. Der Sicherheits- Behörde steht zur Herstellung der Ruhe und Ordnung eine Militär-Polizeiwache zur Verfügung, zu der ganz 7 junge und unerfahrene Soldaten gehören, welche bei jeoem Schritte selbst geleitet werden müssen. Jene aber, denen es obliegen sollte, zur rechten Zeit belehrend, mahnend, auch strafend einzugreifen, wir meinen die Lehrer, Meister, jüdische Gemeindevorsteher u. s. w., diese Herren verhalten sich im besten Falle passiv, und nur wenn ihr eigenes Interesse in irgend einer, selbst geringfügigen Weife bedroht erscheint, dann hört man Rufe „Nach der Polizei!" Auffallend gleichgiltig zeigt sich angesichts dieser Zustände die Communalbehörde. Bei so unerquicklichen Verhältnissen wären nur eine durchgreifende und nicht länger aufzuschiebende Reform der socialen Zustände, Hebung des Volksunterrichts, Einführung einer strammeren Disciplin in den Lehranstalten, strenge Zucht in den Werkstätten, im Stande, die Grundlage jenes Rechtsbewußtseins und jener Gesetzesachtung zu schaffen, wodurch andere civilisirte Städte und deren Bevölkerung sich so sehr auszeichnen, daß Gesetzesüberschreitungen der angedeuteten Art zu den seltensten Erscheinungen gehören. Hierdurch wird die Aufgabe der Sicherheitsorgane auf ein Minimum reducirt und die Anfeindung derselben vollständig vermieden. Bon den Sicherheitsorganen hat aber jeder Staatsbürger das Recht zu fordern, daß sie ihre Aufgabe mit Würde und Anstand, jedoch energisch lösen. Von der dermaligen Militär-Polizeiwache in Lemberg kann dies jedoch nicht bchauptet werden. Wie bereits erwähnt, werden junge unerfahrene, rohe, unwissende, aus den Linien-Regimentern recrutirte Leute für das Polizeicorps verwendet. Manche dienen A N Z E mit Widerwillen und sind unbrauchbare Subjecte, deren sich die Linie entledigen wollte. Die schleunigste Einführung der projectirten Civil-Sicherheitswache nach dem Muster der Wiener erscheint unter solchen Umständen für die öffentliche Sicherheit unserer Stadt als Lebensfrage, deren rasche Lösung wir dem Ministerium des Innern hiermit empfohlen haben möchten. Rußland und Polen. Warschau, 29. Mai. Bor einigen Tagen, schreibt die „P. Ztg.", herrschte hier große Aufregung unter den niederen Klassen der jüdischen Bevölkemng. Es hatte nämlich ein Mann mehreren Juden gegen das Versprechen tiefster Verschwiegenheit und gegen Zahlung eines Rubels das Geheimniß anvertraut, daß am jüdischen Pfingftabende etne Abschlachtung der Judenfamilien, die nicht mindestens 1000 Rubel baares Vermögen Nachweisen könnten, stattsinden werde. Da nun das Psingstfest vorübergegangen, ohne daß Jemandem irgend etwas geschehen, so haben die Bethörten aus Aerger wegen der unnöthig ausgeftandenen Angst, wohl aber auch über den aus Leichtgläubigkeit gezahlten Rubel, die Sache zur Oeffentlichkeit gebracht, und durch ihr Mitwirken lst es gelungen, den Verbreiter der falschen Schreckensnachricht zu ermitteln und zu verhaften in dem Augenblicke, wo er die Reise nach Galizien, das sich als seine Heimath herausgeftellt, antreten und sein erpreßtes Geld — es sollen gegen 180 Rubel sein, die er sich durch seine plumpe Erfindung zu verschaffen gewußt — in Sicherheit bringen wollte. Die Vorgänge in Odeffa haben ihm natürlich den Weg geebnet und der Glauben, daß hier ebenfalls ein Ausbruch von Fanatismus erfolgen könne, wie er in Odeffa vorgekommen ist, hatte sich hier bereits seit längerer Zeit unter der niederen Bevölkerung verbreitet und die Gemächer aufgeregt. I G E N. 3um 1. September l. I. suche ich einen streng religiösen, ledigen uni ff als Gehilfen zu engagiren. Zu weiterer Ausbildung sowie zu Nebenverdiensten ist Gelegenheit geboten. Hierauf Reflectirende wollen sich mündlich oder schriftlich wenden an A. Gump in Nürnberg. SM" Die für diese Nummer im Druck verspätete Spenden-Liste erscheint mit der nächsten Nummer. Briefkasten der Redaettvn. Herrn M. H. in D.: Für die Oeffentlichkeit nicht geeignet. An der Gemeinde ist es, solch irreligiöses Vorgehen zu mißbilligen, zu rügen. — Herrn Lehrer M. Rosenwald in Oestrich: Ein Knabe darf erst dann zu pr> rc. gezählt werden, wenn er sein dreizehntes Lebensjahr vollendet hat. Man vergleiche die maßgebenden oonnfr zu Orach Chajim C. 55^ §. 4, namentlich n"3 zur Stelle, wodurch der in'r> des illusorisch gemacht wird, da wir solche o-enm nicht besitzen. Berichtigungen. Nr. 23, S. 437, Z. 20 v. u. lies statt g—tgemachten „g—tgeweihten". S. 420, SP. 2, Zeile 10 v. u. l.statt Shncins: Species. S. 421, SP. 1, Zeile 20 v. u. I. st. berüchtigten: berechtigten. S. 421, SP. 1, Zeile 19 v. u. l. st. daß: das. S. 421, Sp. 2, Zelle 12 v. o. fehlt vor der Artikel: den. S. 422, Sp. 1, Zelle 27 v. o. l. st. Dichter: Dieser. S. 422, Sp. 1, Zeile 28 v. o. l. st. anrichten: angerichtet. S- 422, Sp. 1, Zeile 33 v. o. I. st. halber: selber. S.422, Sp. 1, Zelle 6 v. u. ist das Komma nach „selbst" zu setzen. S. 422, Sp. 1, Zeile 3 v. u. fehlt vor den letzten zwei Worten: sondern.

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