Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 24 (14.6.1871)
- Date
- 1871-06-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M S« XU. Jahrgang. Der Israelit. Ein Kentrat-Hrga« für das orthodoxe Iudenthum. Herausgegeben von Dr. Lehman» in Mainz. Mittwoch, de« 14. Juni S631 (1871). Diese Leitung erscheint «bchentüch einmal, Mittwochs, in mindesten- 2 Bogm. Preis des Jahrgang» S Thlr. pr. ch. oder fl. S. 15 kr. rh. Man «faqpttt ganMrig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen B» ftevnnsm an. Inserate 2 Sgr. die Petitzelle oder deren Raum. Oesterreichstche vimwotm laut Cour». Directe FrmwM fendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Lhlr. pr« ®* oder e fl. Ssterr. an die «Spedition franco ein-ufeNde«. Da mit de« 1. Juli 1871, ei» »eneS Quartal beginnt, io erlaube» wir »ns, die geehrte» «Va»«rMr» darauf avfmerksom-u wacheu, daß vameutlich bei der Post da» »banannrnt frühzeitig rruruert werde» muß, damit die versraduug keiue Uuterbrechuug erleide. S«ß«ttr Leitende Artikel: An unsere Glaubensgenossen in Paris. — Ein Rabbiner über die Beschneidung. — 8ettu»g»n»ckrtckte»und «Korrespondenzen: Deutschland: Let-Ag.7^!^ Oesterr.-»«s»x.stkonälkKie: Wien. Wien. Wie». Prag^Mefchow. Pesth. 'Prsth. Mmstadit — «ng< land: London. — Feuilleton: Zur rechten Zeit. -«statt der Beikager Seitungsnachrichte» und Evrrrfpondenzen: Deutschland: Mainz. München. Frankfurt a. M. Aus Westphalen. Bonn. Wunstorf. — Oesterr.-Ung.Monarchie: Wien.Wien. Wien. Preßburg. Lemberg. — Rußland und Polen: Warschau. — L«it«nde Artikel. An nnfett Kiaubeosgtuossen in Zkaris. Mainz, 8. Juni. Theure Glaubensgenoffen! Wenn wir es wagen, an Euch ein Wort der Mahnung und Erinnerung zu richten, so finden wir wohl in der heißen und innigen Liebe, die uns für alle Glaubensgenossen beseelt, die beste Entschuldigung. Schreckliches ist über die schöne Stadt ergangen, die Ihr mit Stolz als Eure Vaterstadt zu prey« gewöhnt wäret. Alle Bande der Ordnung, der Geßchßchkeit, ja der Menschlichkeit waren aufgelöst, und eine tzWde Menschen, denen die Lehren von Gott, Religion Md Unst^lichkeit als Ammemncchrch^n^altei^^^l ist Hlschlachtet, ^bw^Eure^Mne haben gezeigt, welcher Gräuel der zum wilden Thiere entfeffelte Mensch fähig ist. Wir, die wir gewohnt find, alle Weltereigniffe vom jüdischen Standpuntte aus zu bettachten, wollen im Angesichte dieser schrecklichen Ereignisse einige Fragen an Euch richten. Wo sind zunächst die eemp neu, die HAer der Stadt, die Kinder, „aus deren Hauch die Welt besteht," die Kinder, die eine jüdische Eichung genießen, die unsere heilige Sprache erlernen, die an die Quellen unserer heiligen Religion hinangeführt werden? Von den circa 6000 schulpflichtigen israel. Kindern von Paris haben 20, sage zwanzig die Schule des Talmudvereins besucht und ein wenig Mischnah und Gemarah gelernt; einige Hundert Kinder armer Ellern werden indenEoumnalschulen unterrichtet, wo sie wenigstens Hebräischlesen und die Gebete zu übersetzen lernen. Und die übrigen Tausende? Ach, oer Gedanke, daß Tausende jüdischer Kinder heranwachsen, ohne nur das Geringste von unserer heiligen Religion, von der jüdischen Lehre,