Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 23 (7.6.1871)
- Date
- 1871-06-07
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XU Jahrgang. Beilage z« Rr. 23 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. (Fortsetzung.) Ursprung der Sagen von Abraham, Isaak und Jakob. Kritische Untersuchung von A. Bernstein, besprochen von vr. H—n. CuLtus und Patriarch in Beer-Scheba. An dieser Cultusstätte soll ein Gott, Namens „Pachad", noch aus der repMikanischen Zeit her verehrt, und ein Patriarch Isaak als Schutz-Patron dieses Ortes ausgegeben worden sein. Es ist fast unglaublich, daß Jemand auf eine solche Weise der Geschichte Hohn sprechen und der Wahrheit in's Gesicht schlagen kann, wie es der Erfinder dieser Hypothese zu thun wagt. Von einer Cultusstätte in Beer - Scheda zur republikanischen Zeit findet sich in der Geschichte nicht die geringste Spur. Mr der Prophet Amos spricht von einem unerlaubten Cultus in Beer-Scheba (Amos 5. V., 8. V. 14). Dieser Prophet war ein Judäer und lebte während der Regierungszeit des Usia. Zur Zeit dieses Königs opferte das Volk auf Anhöhen. (2. K. 15, V. 2.) Es war also damals in Beer-Scheba ebenfalls eine nco, zu der viele wallfahrten. Der König Hiskia, der alle Anhöhen wegfchafste und die Standsäulen zertrümmette, vernichtete wahrscheinlich auch die Bamah zu Beer-Scheba, weßhalb die spätem Propheten derselben nicht mehr Erwähnung thun. Ein solches Bewandtniß hat es mit dem Cultus zu Beer- Scheba nach den Angaben der Geschichte. In der Hypothesen-Fabrik, in der auch unser Wenchen entstanden, wird dagegen Alles von unterst zu oberst gekehrt, nsrw, bx rvo, ü’bt, dj werden von den Geschichtsbüchern als Cultusstätten der Gottesverehrer zur republikamschen Zeit genannt; die Götzendiener verehrten an verschiedenen Orten sj/a, nna byj, onn»y und!?dö rD'D. Von allen diesen Angaben will der Verf. nichts wissen; nach ihm wurde zur Zeit der Republik ein „Pachad" in Beer-Scheba verehrt und das Alles, weil viele Jahrhunderte später ein Prophet gegen die Wallfahtten nach Beer-Scheba eifett. Was soll aber beweisen, daß Isaak der Patttarch dieser Cultusstätte war? Der Umstand, daß in dem Buche des Propheten Amos, der gegen Beer - Scheba rifett, zweimal das Wott pne» vorkommt. Hat aber dieses Wott an jenen Stellen irgend einen Bezug auf den Cultus zu Beer-Scheba? Keineswegs. Jeder, der sich die Mühe gibt, die Stellen nachzulesen, sieht sogleich die Unmöglichkeit einer solchen Deutung des Wortes pn&i ein. Beer-Scheba gehörte damals, wie bekannt, zum Reiche Juda. Amos prophezeihete nun: „Es werden verwüstet werden die Anhöhen Jißchaks, die Heiligthümer Israels werden zerstört werden und ich mache mich auf wider das Haus Jerobeams mit dem Schwerte." Als hierauf Amatzia, Priester zu Beth-El Amos beim König verleumdete und ihm das Weissagen verbot, sprach Amos zu Jenem: „Du sagst: weissage nicht wider Israel und halte keine Rede wider das Haus Jißchaks; daher spricht der Ewige" (Amos Cap. 7.) Wäre demnach pn»’ der Patriarch von Beer-Scheba in Juda, was für ein Verhältnis hätten die Anhöhen Jißchaks zum Hause Jerobeams, des Königs von Israel? Warum verbietet der Priester von Bech-El dem Amos zu prophezeihen wider das Haus Jißchaks? Es ist also sonnenklar, daß pw hier mit Israel synonym ist und daß der Prophet hier diesen Namen gebraucht, um aus das vwrr nr«r und pnsr, das mit dem Kälberdienst verbunden, war, (2 M. 32 33. 6) anzuspielen. Während derselbe Prophet einige Verse vorher in seiner Fürbitte für das schwache, ohnmächtige Israel des Namens „apjr" sich bedient eon jop o apjr cnp» 'v so tnn benennt er hier das ausgelassene muchwillige götzendienerische Volk mit dem Namen „pne”". Jedenfalls aber ist hier von Beer-Scheba in Juda gar nicht die Rebe. Die Art und Weise, wie er seine Untersuchungen anstellt, hat uns der Vers, gegen Ende seiner Schrift verrathen. Während er bis dahin „kritischen Tact" genug zeigte, durch „unbestimmte Zeitangaben" für die Abfassung des Pentateuchs sich vor Angriffen zu schützen, sagt er S. 88 rund heraus Folgendes: „Die altern Schriftsteller kennen nicht einen prüf*, sondern einen pnr\ Selbst der spätere Jeremias (Cap. 33, 26) und die Psalmen (Ps. 105, 9) nennen ihn pnv\ Der Prophet Amos spricht gleichfalls nur von den „Höhen Jißchaks," von dem „Hause Jißchaks." Der Vers, meint also, daß der Pentateuch, der von pns' spricht noch jünger sei als Jeremias; ja S. 95 wird unverhohlen behauptet: Jeremias sei der erste der die drei Erzväter (Abraham, Isaak, Jacob) in dieser Zusammenstellung und in dieser Reihenfolge aufführt. Wir wollen nun betrachten, was es mit den Formen pns’ und pnap für ein Bewandtniß hat. Im Pentateuch findet sich ausschließlich die Form pns in der Bedeutung „Lachen, spielen u. s. w." nicht ein einziges Mal aber