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Der Israelit · 1871-05-31 · Heft 22 (31.5.1871) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 22 (31.5.1871)
Date
1871-05-31
Page
– (sequence 2)
Language
German
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420 ischütz und die Hut des Höchsten fehlen, wenn unsere rdrschen Güter in Folge des schlechten Gebrauches, den vir oavon machen, den Schutz itafc die Hut. des Höchsten, ücht verdienen. „Der Ewige lasse Sein Antlitz dir leuchten und ei dir gnädig." Nicht die Gunst der Großen der Erde änn unser Glück uns sichern, kann uns schützen vor des Gebens Stürmen, vor Sturz und Untergang; nicht das Licht unseres Geistes, unserer Studien, unserer Wissenchaft kann uns den Weg zur Wahrheit führen, kann ins erheben zu unserer hohen Bestimmung — wenn lber der Höchste uns Sein Antlitz leuchten läßt, dann önnen wir der wankelmüthigen und launenhaften Gunst >er Menschen entbehren, dann haben wir eine untrügiche Fackel, die uns klar unfern Lebeuspfad zeigt, die ms unsere Rechte und Pflichten erkennen läßt, die uns >em höchsten Wissen, der göttlichen Klarheit nahe bringt, ne uns zu den Regionen des Heils und der Unfterbichkeit erhebt. „Der Ewige sei dir gnädig!" Die Gnade Lottes ist uns das Allernothwendigste, unsere Kraft undinsere Stärke. „Der Ewige wende Sein Antlitz dir zu und gebe >?F Frieden!" Wenn unser Haus ist ein Heiligthum »er Tugend und der Pflichterfüllung, wenn unser Goteshaus ist würdig. Dessen, nach dem es genannt wird, venu unsere Gemeinde ist ein Muster der Frömmigkeit,;• Eintracht, der Brüderlichkeit, der Liebe und des Erbarmens, dann wird der Ewige Sein Antlitz unserm I Hause, unserm Gotteshaufe-, unserer Gemeinde zuwenl den, dann wird Er von Neuem sprechen; „Ich will wohnen in Eurer Mrtte." Um das Anttitz des Höchsten uns zuzuweuden, müffen wir uns bemühen, uns dessen «ürdlg zu machen. Er wird uns den Frieden geben, wenn wir selbst den Krieg aus unserer Bütte ausstoßen, wenn wir aus unserer Mitte verbannen den Strett Mschen Bruder und Bruder. den Kampf gegen die Wicht' wenn wir selbst den Frieden verleihen unserm Gewissen, unfern guten, religiösen und sittlichen Gefühlen, rüdem wir die Gesetze unseres Gottes zu beobachten fl streben; wenn wir denFriä>eu geben dem Andenken nnserer Väter und Mütter, indem wir treu folgen ihren heilige«, uns gegebenen Beispielen, indem wir den Weg? wandeln, den sie uns so ruhmreich borgezeichnet haben mit ihrem Martyrium, ihrem Heldenmuthe, mit ihrem l Blute!? Das sind die unvergleichlichen Segnungen, welche - auf Gottes Geheiß aütz dem Munde der Kohanim rn unfern Synagogen ertönen und uufere Herzen durchdrungen, Segnungen, die nicht allein uns gelten, sondern ' mich den Fremden, die nicht vom Stamme Israels sind. ,r D.*^ /inr '^2 rrbrr 'b pn ^«7^ '12 rasr -'.nvw nTib -ma» V'n ,pae ammtpa annyr o»«n (Sota 38 a.) AettnngSnachriehte« «ud Correfpondenzes. Deutschland. Mainz, 22. Mai. Schon seit vielen Jahren werden wir von den Freunden, des „Israelit" in Rußland, der Türkei, dem Oriente und andern Ländern darum angegangen, eine hebräische Ausgabe unserer Zeitschrift zu veranstalten und dadurch die im „Israelit" verttetenen Ideen auch in den Gegenden zur Geltung zu bringen, in welchen unsere Glaubensgenossen der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Wir gedenken unter göttlichem Beistände diesen Plan mit dem 1. Juli d. I. zu realisiren und haben zu diesem Zwecke Herrn Jechiel Bril, der bisher in Paris die hebrätsche, nunmehr eingegangeue Zeitschrift, „der Libanon," redigirte, veranlaßt, nach Mainz zu übersiedeln und feine Kräfte der hebräischen Ausgabe des „Israelit"' zu widmen. Diese Ausgabe wird keine bloße Übersetzung des im „Israelit" Gebotenen fein: sie wird die Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen nur im Auszuge bringen., dagegen der jüdisch«». Literatur und der speewLm jüdischen Wissenschaft einen große» Theil ihres Raumes weihen — Wir hoffen, durch dieses neue Unternehmen, der Pflege unserer heiligen Sprache und Wissenschaft eure Stätte zu gründen rmd empfehle«.' daher allen Freunden der jüdischen Literatur dasselbe aufs Angelegentlichste. Aus der bayerisch*» Pfalz. (Fünfter Brief.) An mein jüngstes Schreiber: anknüpfeud, und den Hauptinhalt derselben kurz dahin resumirend: daß die falsche Schanz, für religiös» oder „orthodox" gehalten zu werden, neben der horrenden Unwissenheit in allen jüdischen Dingen, der giftige Wurm sei, der das jüdisch-religiöse Leben in den Gemeinden der Pfalz vollstänoig. untergrabt, will ich als sprechende Belege für diese Behauptung eiirige Thatsachen anführen. Vorher aber will ich noch ganz kurz auf die Wenigen noch zu reden kommen, de-- ren ich in meinem jüngsten Briefe erwähnt, derjenigen nämlich, die es „bester verstehen," die vor fünfzig oder sechzig Jahren etwas Chumesch mit Rasch: gelernt, seitdem aber lieber in das schlechteste Käseblättchen der Welt, als in ein „Chumesch", oder irgend ein jüdisches Buch überhaupt hineingeblickt haben. Bon dieser Syncins gibt es in der „fröhlichen Pfalz" eine beträchtliche Anzahl mit grauen £>jL<LUüt, die, nachdem sie am Freitag Abend (ohne in der Synagoge gewesen zu sein, wohin sie das ganze liebe Jahr kaumeinmal kommeu) und «m« gemacht, Manche von ihnen vielleicht auch aus Gewohnheit gar „gebenscht" haben, mit dem langen Pfeifenrohr, oder mit der bequemeren Cigarre inrMunde, zum Lesen der „Zeitung," oder auch zum bloßen Faulenzen, auf das Sopya sich hinftreckenM

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