Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 19 (10.5.1871)
- Date
- 1871-05-10
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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m. Jahrgang. Zweite Beilage zu Nr. 19 des Israelit. Zeitungsnachrichten nnd Correspoudenzen. Deutschland. Beelln Der Verein für palästin. Angelegenheiten dahier veröffentlicht seinen Rechenschaftsbericht pro 1870. In demselben fordert der Vorstand, bestehend aus den Herein Rabbiner Dr. Hildesheimer, M. G. Levy und Ed. Mende, die Herren Rabbiner und Vorstände Deutschlands auf, in den Städten und Dörfern, in welchen bis jetzt noch kein Verein für palästenfische Angelegenheiten besteht, theils einen solchen zu bilden und sich dem hies. Vereine anzuschließen, theils in den Synagogen ständige Büchsen als px netp anzubringen. An außerordentlichen Beitragen gingen dem Vereine ein für'"n dcd 371 Thlr., für Pilgerwvhnungen 123 Thlr., für den außerordentlichen Nothstand 80 Thlr., für einzelne Personen 10 Thlr., sür Legate 250 Thlr., für jährliche Beiträge 563 Thlr. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. ZVirn. (Die confessionellen Bezirksschulräthe Niederösterreichs.) Vergleicht man die ernannten Vertreter der einzelnen Confessionen miteinander, so kömmt ein eigenthümlicheS Resultat zum Vorscheine. Während die von der Regierung Auserwählten für das kathol. und evarg. Bekenntniß fast durchgehends Priester sind oder solche Männer, die geistliche Aemter verwalten, so sehen wir bet den Schulräthen für den israelitischen Religionsunterricht nur einen Rabbiner; eS ist dies Herr Dr. Schmiedl tu SechshauS, nachträglich wurden nock die Herren Dr. Kompert und Engel für Wien gewählt; die übrigen sind Aerzte und Oekonomen, die für den hebr. Religionsunterricht nur wenig Sinn und Verständniß haben und andererseits durch ihre Berufsgeschäfte allzusehr in Anspruch genommen sind, als daß sie genügende Zeit, sich diesem wichtigen Ehrenamte, wie es Noth thut, mit Erfolg widmen zu können. Wenn uns schon die Regierung Männer aufoctrvyirt, denen die Aufsicht über die israelitischen Schulen anvertraut ist, so sollte sie dazu befähigte Männer bestellen, welche ihrer Aufgabe g-wachsen sind und die übernommenen Verpflichtungen auch zu b eurtheilen wissen. Manche der Berufenen sind durchaus nicht geeignet, diesen Posten auszufüllen und sollten, wenn sie Ehrenmänner und Leute von Character sind, und es ihnen anders nicht bloß darum zu thun ist, einen Ehrentitel nur zu besitzen, sondern selben auch mit Fug und Recht zu verdienen, freiwillig auf dieses ihnen von oben ausgedrungene Amt verzichten und solchen Männern überlassen, die nach ihrem Stande und Wissen eher dazu laugen. England London. Herr S. B. Worms und dessen Söhne George und H e n r y, Chefs der Londoner Firma „G. und A. Worms", sind zu österreichischen Baronen ernannt worden. Amerika. New-Uork Wie der „Jew. Mess." berichtet, hat Herr Dr. Schneeberger, welcher mehrere Jahre in Deutschland und zwar in Mainz bei Herrn Dr. Lehmann und in Eisenstadt und Berlin bei Herrn Dr. Hildesheimer dem Tatlnudstndium oblag, und welcher vor einigen Monaten in seine Heimath nach New-Hork zurückgekehrt ist, in der Genreinde Rodef Scholem eine Probepredigt gehalten, die sich allgemeinen Beifalls zu erfreuen hatte. New - Bork. Es ist erstaunlich, schreibt der „Jew. Mess.", mit welcher Leichtigkeit die eingewanderten westrussischen Juden sich den obwaltenden Verhältnissen gefügt; in nur ganz wenigen Ausnahmen haben sie auf kurze Zeit Hilfe beansprucht, und gingen sie an die Arbeit als Männer, die da wissen, daß dem Fleißigen die Welt offen steht. Sie sind bereits amerikanisirt. Feuilleton. Die Juden in «Lernöerg. *) In Lemberg wohnen circa 30,000 Israeliten und ungefähr 60,000 Andersgläubige. Um unsere Beobachtungen zu beginnen, sind wir schon um 8 Uhr Morgens *) Aus dem Wiener „Tagblatt".