Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 19 (10.5.1871)
- Date
- 1871-05-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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364 witzig - originell" zu heißM, ihm Schuld zu geben, daß er unsere Alten nicht, allein für „beschrankt", sondern auch für „nicht fromm" ausgebett wolle — Dinge, die zu behaupten, Herrn vr. H. nicht im Entferntesten in den Sinn gekommen ® Aber Herr Dr. H. ist einmal dem Zorne des Tr. Judenth. verfallen; es darf uns daher nicht verwundern, wenn es ihn an die Seite von „Lasten" stellt, „welche chre Bildung aus schlüpferigen Romanen geschöpft," wenn es ihn als „ein kleines Bismarckchen" lächerlich zu machen strebt, wenn schließlich sogar der „Sephat- Emeth - Verein" in Berlin herbeigezogen und Herr vr. H. fernem Mitredacteur, Herrn vr. Enoch in Fulda, dem man die Verantwortlichkeit gegen den himmlischen Richter zu Herzen führt, denuncrrt wird. Und nun fragen wir: Ist das die richtige Art und Weise, wie man gegen Gesinnungsgenossen kämpft, deren Ansichten in allen Cardinalpunkten dieselben sind und nur in manchem Nebensächlichem variirend Wahrlich, durch solches Vorgehen kann das „Trad. Judenth." der gutdn Sache, für die es doch einstchen will, nur fchMn. Biel schlimmer aber als das Erwähnte ist die PokMlk der genannten Zeitschrift gegen d i e Männer in Wien, welche mit so viel Kraft, Energie und Klugchtzät den daselbst proMirten, in das Judenthum tief ÄNsMeidenden Reformen entegegettgearbeitet haben. Sollte man es für möglich halten, Herr Rabbiner Spitzer »"j müßte directe und versteckte Angriffe erdüMtt, wett er nicht die Trennung um jeden Preis Wcla'mirke, weil er es vorzög, jene Reformen ganz zu Wtektreiben, was in der That ihm Und seinen Mt- Mnpfern Unter göttlichem Beistände gelungen ist! Jedes Maäß jedoch überschreiten die Angriffe fester Matter Ze- Mn Herrn vr. GüdeMünn, dessen Wissen, dessen MMkter, dessen religiöse Gesinnung auf unverantwortliche Weise geschmäht und verdächtigt werden. Niemand Pb uns eine besondere Vorliebe für das Breslauer SMrinar öder fürdie aus demselben hewoHegattgenen RaMner züm Vorwürfe Machen können; als Herr vr. G. vor einigen Jahren in Breslau einen Vörtrag hielt, dör uns Mit dörr Grundsätzen des wahren JüdeNthNMs nicht zu hannoNiren schien, haben wir Mit unssrm strentten Arthette nicht zuruckgehalten. Und Mnn Herr vr. G. damals geirrt hat/*) ist man deshalb berechtigt, ihn mit beidön Händen zurückzufioßen, ihn für ewige Zeiten üks Heuchler, Ignoranten und charakterlosen Menschen in brandmarken, und das Alles, weil er sich offen Men Me sogenannte Reform ausgesprochen, die das JudeNthum in Wien, ja in ganz Oesterreich zu vernichten drohend *) Es ist übrigens nicht wahr, daß Herr vr. <5f. behauptet hat, ro>3J3 cjis habe nicht existirt. Es soll uns nicht Wimdek nehmen, wenn jenes ekelhafte Wiener Schmutzblatt, das sich, unsere Zeit be-. schimpfend, „Neuzeit" nennt, die Arttkel des „Trad. Judettth." und des „Scheweß Achim" wöttlich abdruckt; t aber es schmerzt uns tief, daß diese Organe der unga- - rischen Orthodoxie vom Geiste des Talmuds so wenig. durchdrungen sind, daß sie des Tadels nicht gedenken,^ welchen sich durch allzustrenges Verfahrens selbst bei& Prophet Elischa und der große Josua den Perachja zung gezogen. Freilich sind auch schon aus der Mitte der 1 ungarisch-jüdischen Orthodoxie Stimmen laut geworden, : welche in diesen Organenselbst das „Säbelgerassel", derselben tadelten; es scheint, daß diese Sttmmen bisjetzl nicht durchgedrungen; mögen sie sich ernstlicher undkräftiger vernchmen lasten, um ferneres Unheil zu verhüten. Ja, Unheil, denn nur als unheilvoll können wir solcherlei unbedingte Perhorrescirung und Schmähung betrachten. Warum wird bei der Beurtheilung der jüngst vielbesprochenen Güdemann'schen Predigt das Publikum nicht berücksichtigt, zu dem er gesprochen d ja, noch mehr, warum berücksichtigt man nicht die eigenthümliche Lage, in der dieser Mann sich befindet d Warum schiebt Matt ihm bei seinem Kampfe gegen die Neologre unlautere Motive wtterd Im Gegentheile, Ehn und Achtung dem Manne, der sich von den Neologev fernhält, wiewohl ihm durch eine Annäherung an dieselben feine Stellung um Vieles erleichtert würde, Ehr, und Achtung ihm, der in Magdeburg, in Philippson'c ehemaliger Gemeinde, das säst erstorbene Judenthun wieder zu erwecken sich bemühte! Daß die Orthodoxie des Herrn vr. G. noä, Manches zu wünschen übrig läßt, wollen wir den betreffenden Zeitschriften gerne zugeben; über ist ihm der Weg verschlossen, sich ganz uNd voll dem Urquell unseres Lebens hinzugebe«, oder wollen gar jene Zeitschriften ihm den Weg verschließend Das sei ferne. nn.iv 'lyt? w pnms -men «än. Wir wollen nicht fürchten, daß unsere wohlgemeinten Worte mißverstanden werden, wir wollen nicht annehmen, daß wir uns durch dieselben den Kolbenschlägen und Riesenkanonen des „Trad. Judenth." und des „Schew. Achim." ausgesetzt haben. Sollte es dennoch der Fall sein, daß wir der gegen die eigenen Brüder gerichteten Kampfeslust als ein willkommenes Object dienen müssen, so geschehe es in Gottes Namen. Wir durften nicht schweigen, wo Schweigen Mitschuk) wäre. m-tv uuDi nma mty njn nono (Psalm 46, V. 2.)