Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 18 (3.5.1871)
- Date
- 1871-05-03
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Worten folgt das eigentliche Dekretin Art. 1 wird die-Suspension aller Contracte ausgesprochen, die in den Departements 8arre (Saar), Roer, Mont-Ton nerre, Hautet Bas-Rhin, Rhin et Moselle, Moselle et des Yosges (also so ziemlich in den Provinzen, die dem Elsaß und Lothringen entsprechen) zwischen Juden und Ackersleuten zum Nachtheil Der Letztern eingegangen seien, und zwar auf ein ganzes Jahr. Weiterhin wird decretirt in Art. 2: die Berufung einer Versammlung gebildeter Juden des ganzen Reiches auf den 15. Juli 1806 nach Paris; in Art. 3: die Auswählung dieser Personen unter den Rabbinen und Begüterten und sonst gebildeten Männern, nach den Departements in dem Verhältnis ihrer Zahl, nämlich: 12 aus Oberrhein, 15 aus Moderchein, 9 aus Mont- Tonnerre, 1 aus Sarre, 1 aus Roer, 5 aus Mosel, 7 aus Meurthe, 7 aus Vosges, 5 aus Gironde, 2 aus Unter-Pyrenäen rc., nnd so aus den übrigen auf 100 bis 500 Seelen einen, aus 500 bis 1000 zwei rc. —. Nie hat wohl ein Dekret, die Juden betreffend, so viel Aufsehen erregt und so große Erwartungen begründet, als dieses, welches den Juden selbst die Mittel überreichte, sich zu bilden, indem es sie zu einer sich selbst genügenden Gesellschaft erhob und Viele aus ihrer Mitte mit einen! Aufträge beehrte, der die Reform eines wichtigen Theiles der inneren Gesetzgebung begründen sollte. Das Gelingen dieses Versuches mutzte nicht nur -auf die Juden Frankreichs, sondern auch auf alle anderen Juden in den gut conftituirten Staaten vortrefflichen Einfluß haben. (Fortsetzung folgt.)_ ANZE } Nekrolog!] Linnich, 43. April. Am verflossenen Taanith Esther starb hier dieWittwe, Frau Rosa Behrz?"o. Dieselbe hat sich als Mitvorsteherin des hiesigen Frauenvereins die größten Verdienste erworben; sie war die Erste und Letzte, wo es galt, den Kranken Trost, Linderung und Pflege angedeihen zu lassen; Tag und Nacht brachte sie unverdrossen am Krankenlager zu, und wo die Mittel zur gehörigen Pflege fehlten, da suchte sie dieselben von mildthätigen Menschen herbeizuschaffen. Nur drei Jahre verheirathet, gebar sie nach dem frühzeitigen Tode ihres Gatten Zwillinge. Diese, sowie den ältesten Sohn, einen Knaben von nunmehr 14. Jahren, hat sie während der neun Jahre ihres Wittwenstandes auf's Sorgfältigste erzogen. Jetzt sind diese bedauernswerthen Kinder vollständig verwaist. Aber Er, der allbarmherzige Vater der Waisen, wird sie nicht verlassen. Möge die Dahingeschiedene, die hier auf Erden wenig Freude genossen, im bessern Jenseits reichen Lohn finden für ihr edles Thun, für ihren tugendhaften, gottgefälligen Wandel, für ihre aufopferungsvolle Thätigkeit zum Besten der leidenden Menschheit. I kl E N. Restauration Hirsch ")2D Bad Soden am Taunus, Königsteinerstraße Nr. 99 nächst dem Bahnhof. Einem geehrten Publikum bringe meine Restaus-. ration nebst möblirten Wohnungen in empfehlende Erinnerung. H* Hirsch. Annonce. Ein junger Mann, der seine 3jährige Lehrzeit bei einem nnoio isid verbrachte und eben so lange schon als Gehilfe arbeitet und der die besten Zeugniffe auf« zuweisen hat, wünscht wieder eine Stelle bei einem solchem -isid zu bekommen Näheres in der Exped. d. Bl. unter Nr. 600. in angehender Commis, Israelit, welcher seine Lehrzeit in einem Manufacturwaarengeschäfte in Frankfurt a. M. bestanden hat, sucht eine Stelle in einem Geschäfte, in welchem Samstags geschloffen ist. Franco - Offerten unter 8. H. 602 befördert die <äic* pedition d. Bl. <Vür ein Kurzwaaren-Detail-Geschäft suche ich eine O in diesem Fache gehörig ausgebildete und gewandte Verkäuferin, womöglich mit Sprachkenntnissen. Aachen, 1. Mai 1871. Herrmann Goldberg.