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Der Israelit · 1871-03-22 · Heft 12 (22.3.1871) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 12 (22.3.1871)
Date
1871-03-22
Page
– (sequence 13)
Language
German
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243 Edict des Herzogs Leopold von Oesterreick vom 20. Oct. 1721, welches 180 jüd. Familien gestattet, ihren Wohnsitz in seinem Gebiet beizubehalten. Nach dem Wortlaut dieses Edicts durften die Juden ohne Störung ihren Gottesdienst abhalten, unter der Bedingung, keine fremde Synagoge anzuerkennen, auch war ihnen gestattet Handel zu treiben, vorausgesetzt, daß sie sich den Gesetzen und Gebräuchen des Ortes, wo sie wohnen, fügen. Aber sie durften nicht mitten unter Katholiken wohnen und die Polizei- und Ortsvorstände mußten ihnen abseits, in den wenigst frequentirten Plätzen Wohnungen anweisen. — Im Jahre 1728 erschien ein Decret, welches bestimmt war, über die Redlichkeit des Handelsverkehrs der Juden zu wachen. Die Ausführung des DecretS wurde durch einen Erlaß des früheren Königs Stanislaus von Polen, der bekanntlich bis zu seinem Tode 1766 Lothringen in seiner Verwaltung hatte, suspendirt. Dieser Erlaß vom 26. Januar 1753 enthält Außerdem noch wichtige Verfügungen. Er bestimmt, daß die Zahl der jüdischen Familien auf 180 fixirt bleiben solle; zu diesem Ende sollen die Gemeindevorsteher eine genaue Liste der zur Zeit in seinem Gebiet lebenden Familienhäupter, mit ihren Namen und ihrer Wohnung, ausfertigen, „damit von der Regierung aus allen diesen Listen ein Verzeichniß derjenigen Juden zusammengestellt werde, die, bis zur Zahl 180, zu dulden seien." Alle diese Juden sollen eine einzige Gemeinde bilde» mit ihren durch den König ernannten Vorstehern. Diese Verfügungen wurden buchstäblich zur Ausführung gebracht; und am 22. April 1762 beschloß demgemäß das lothringische Parlament, daß alle jüd. Familien, die sich in andern Orten, alS den in der Liste verzeichneten befänden, innerhalb eines Monats Lothringen verlassen müssen, wofern sie nicht ausgewiesen werden und ihr Vermögen zu Gunsten der königl. Kasse confiScirt sehen wollten. Ob diese Drohung ausgeführt wurde, wissen wir nicht; aber es ist sehr auffallend, zu sehen, wie unter der Regierung eines sonst so erleuchteten und humanen Fürsten wie Stanislaus eine Maßregel getroffen werden konnte, die an die finstersten Zeiten des Mittelalters erinnert. Im Jahre 1715, haben wir gesehen, wird den Juden eine erniedrigende Steuer auferlegt, um zwei Günstlinge zu bereichern; eben haben wir erfahren, bedroht sie ein König mit Ausweisung; im El^aß, haben wir gefunden, waren sie um diese Zeit durch den Adel den lästigsten und schmählichsten Erpressungen ausgesetzt: dies war, wir können es nicht oft genug zu wiederholen, der Druck, der auf den Juden lastete: und aus dieser Lage befreite ste die Revolution, um sie mit einem Mal zur Würde und zu bürgerlichen Rechten zu erheben. (Fortsetzung folgt.) ANZE | Nekrolog.] tteubamm. Am 19. Februar entschied nach i 14tägigem Krankenlager mein Schwiegervater, der < Königl. Lotterie - Einnehmer, Rabbi I. Cohn zu j Bowit, Reg.-Bezirk Posen, im 67. Lebensjahre. In ihm | hat nicht bloß unsere Familie, sondern auch dieGemeinde | B. und Umgegend einen großen Verlust erlitten, z Er gehörte der streng religiösen Richtung an. Als j bmo war er nach weiter Ferne gesucht; armen Leuten | bestritt ei sogar noch die Kosten der Mahlzeit. Für? die Erbauung der neuen Synagoge hat er rastlos ge- I arbeitet, seinem Einfluß ist es zu verdanken, daß in i 1 dieselbe ein Almemor kam. Möge sein Beispiel sort-!Z wirken in seinen Kindern und in seiner Gemeinde, j nW'jwn. Ctastav Ephraim. in junger Mann, der seit 2 Jahren in einem Eisengeschäfte, sowohl auf dem Comptoir als auch im Magazine thätig war, früher schon als Commis in Carlsruhe und Gailingen servirte, sucht zu seiner I G E N. weiteren Ausbildung ein Engagement in einem Eisen-, Manufactur- oder Kurzwaarengeschäfte, da derselbe in diesen Fächern erfahren ist, wo Sabbat und Feiertage geschlossen ist. Franco-Offerten sui> Nr. 413 befördert die Exped. d. Bl. in hochachtbarer junger Mann, der mehrere Jahre in einem Frankfurter und beinahe 2 Jahre in einem Londoner Bankbause als Commis thätig war, ausgezeichnete Zeugnisse besitzt, sucht eine ähnliche Stelle in einem Hause, das Sabbat und Feiertage geschlossen hält. Briefe unter Chiffre Al. nimmt die Exped. d. Bl. entgegen. Briefkasten der Redaetion. Löbl. Red. des Trad. Iudenth. in Pesth: der uns völlig unbekannte Rabbcd. Porges, dessen bescheidener Anfrage Sie so bereitwillig die Spalten Ihres geschätzten Organs geöffnet, scheint nutzt allein dir hiesigen Verhältnisse nicht zu kennen, es scheint, daß er auch nicht zu lesen versteht. Der Auszug, den wir aus der Rede des Herrn Rabd. Spitzer in Wien tn Nr. 10 mitgetheilt, hat bei den besten und edästen Glaubensgenossen ungetheilten Bestall gefunden.

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