Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1871)
- Date
- 1871-03-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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208 | und dieselben fürder von keinem Central- Consiftorium 1 aufoctreyirt erhallen. „Außer Herrn Crsnieux, der bekanntlich Mitglied! der Regierung war, wurden viele Israeliten mit ho- I1 hen Aemtern betraut: Herr Narciste Leven, Advocat^ begleitete Herrn Crömieux als Cabinetschef nach Tours, Herr Lehmann, Advorat am CastationShof, wurde zum CabinetSchef im Justizministerium ernannt, Herr! Universitäts-Professor Vr. Sve wurde als Mitglied! der Sanitätsbehörde installirt, Herr Advocat Schmoll! wurde zum Procurator der Republik in vdalons-snr- Lavue befördert, Herr Advocat Bloch wurde zuttt Substituten des PrvcuratorS der Republik zu TourS ernannt, Herr Jules Worms zum Stabsarzt beim Generalstabe der Mobilgarde, Herr Eduard L i p pmann;um Lieutenant im Geniecorps, der Bataillons-Chef Eugen Abr. Le vy zum Oberst-Lieutenant nu ^eniecorps ernannt. In das County zur Grüu- H ^ug vou Waisenhäusern für die Kinder der im Kriege Gefallenen wurden neben dem Erzbischof vou Paris >! Herr Oberrabbiner Jfid or und Herr Banqnier Max Kann gewählt. s Die Nr. 4 vom 25. Oktober erzählt unS, daß j die Präsidenten des iSr. Central - ConsistoriumS , die I; Herren Oberst (außer Diensten) Cerfbser und! Professor Frank vor der Belagerung Parts verlosten - h«bm und daß deshalb allgemein verlangt wird, daß diese Herren ihre Ehrenämter niederlegen. Unsere l Leser wissen, wie nachtheilig der Einfluß dieser beiden l Männer auf daS französische Judenthum stets gewel sen ist. s Wenn man auch am Suckoth-Feste keine Ethrogim " haben konnte, so hatte doch, erzählt uns der „Univevs", die Belagerung das Gute, daß während der Sabbate und der hohen Festtage Niemand aus dem Tecbum gehen, Niemand Geschäfts - und Vergnügungsreisen machen konnte. Kein Commis wurde, wie sonst wohl, an Sabbat- und Feiertagen zur Arbeit gezwungen, den« eS gab nichts zu thun; Niemand verbrachte die heilige Zeit im Theattr und in Cafe’s dansants bei unsittlichen Vorstellungen, denn diese Etablissements waren geschlossen; kein Jude aß :6rn nsiQ, denn daS Fleisch war selten, Und Milch war gar nicht zu Haben; Austern und derlei verbotene Leckerbisten warenauch nicht zu haben. Vielleicht, sagt Herr Bloch, wird dlest Zeit dazu beitragen, daß Viele zü der alten, heiligen, isr. Lebensweise zurückkehren! nöt&6 m?v “idd. Interessant ist, daß die großen politischen Blätter die Bevölkerung von Parts darauf aufmerksam machten, daß die Israeliten am Jom K-'ppur freiwillig volle 24 Stunden nicht das Geringste genießen. „Große Hingebung,* sggte. ,1a Lidertä", „ermuthigt zu großen Opfern.^ So wurde dieEntsagung der Israeliten am Versöhnungstage als UgchahwungswertheS Beispiel hingestellt. Auch in dieser Mummer werden uns viele Ernennungen und Beförderung«, von Glaubensgenosten mitgetheilt Herr Hendls wurde zum Aufsichtsrath der Pariser Schulen, Herr Hemerdinger wurde zum Friedensrichter, Herr E. A. Bloch wurde zum Lieutenant ernannt, Herr I. E. Eppstein würde als Ingenieur angestellt, Herr Adolph Abraham wurde zum Oberstlieutenant in der Mobilgarde befördert. In den Hospitälern von Paris lagen 120 verwundete jüdische Soldaten der deutschen Armee; die Rabbinen nahmen sich natürlich der feindlichen Soldaten mit derselben Sorgfalt wie der französischen s«. In der am 15. November ausgegebenen Nr. 5 ist die Stimmung bereits eine sehr gedrückte. DaS Koscher-Fleisch fehlt seit Ende October. »Wenn Gott die Stadt nicht bewachet," ruft Herr Bloch mit den Worten des Pfalmisten, »fo bemühen sich die Wächter vergeblich. O, nr-chte mein Voll mich doch hören, Israel in meinen Weg«, wandeln^ wie bald würde ich ihre Feinde dewüthigm!". DaS theätre frangais veranstaltete Anfang November eine Mattnöe zum Besten der Verwundeten. Es wurde im Dialog von dem beliebttu, in Viesen Blättern, schon mehrfach erwähnten jüdischen Dichter Eugm Manuel vorgetragsn. Unterdeh tritt die mit Recht so hochberühmte jüdische Wohlthätigkeit der steigenden Roth entgegen. Die jüdischen WohlihätigkeitSanstalten erhalten große Summen; Herr Javal, ehemaliger Deputnter, spendet 25,000 Frcs. zur Beschaffung von Feuerung für die Armen. Herr E. I. A. Moyse wird zum Offizier, der Oberrabbiintvon Nancy zum Ritter der Ehrenlegion ernannt; Herr Halbronn tritt alsChefredakteur an die Spitze des Journals „die Presse", Herr Camille Sve, General-Secrekair im Ministerium des Innern) zeichnet sich am 31. October bei Gelegenheit der Unruhen im Stadthause auS; Herr Dr. JuleS WormS wird Mm Seeretair der obersten Commission, welche mit der Sorge für die Berwundetow betraut, ist. ernannt; das HauS Rothschild erböht in Erwägung der schweren Zeit dm Gehalt seiner Angestellten um die Hälfte; ,«ei jüdische Frauen, Mad» GN^udchaux und Mad. Manuel werden von der Regierung mit dem Austtaae hetraut,, über die Unterstützung.,hilfloser Frauen Vorschläge zu machen. — Wir 'daß lm mitten der trauritzen Lage von PckriS unsere Glaubensgenossen sich in hervorragender Weise auSzeichnen. (Schluß folgt.)