Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 9 (1.3.1871)
- Date
- 1871-03-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447499-2447509--09150-2464831- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
179 Mund; ich mochte ste nicht anreden. Da ruft mir plötzlich ein Soldat, der mich schon längere Zeit beobachtet hatte. Kommen Sie einmal her. Sie htrw' na. Ich ging zu ihm. Sie suchen Jehudim? Jawohl, habe ich in Ihnen einen gefunden? Nein, ich bin Christ, wie Sie mir wohl ansehen, aber ich weiß, was ein ^soff» na ist, und interessire mich für Alle«, was damit zusammenhängt. Ich bin schon 4 Monate hier und kann Ihnen sagen, daß in CorVeil keine jüdische Seele wohnt; geben Sie sich also weiter keine Mühe. Bezahlen Sie am raff? Nein. Nun dann lade ich Sie ein. mein Gast zu einer Tasse Kaffee zu sein. Ich nahm dies Anerbieten an, da ich sonst doch den ganzen raff nicht- Warmes bekommen hätte, und ich fand die Gesellschaft dieses biedern Waffengefährten so gemüthlich und behaglich, wie es die mit meinen Gottvergeffenen, Sabbat entweihenden Brüdern niemals hätte sein können. Und dennoch stimmte es mich im höchsten Grade wehmüthig, daß ich den lieben Heiligen raff so ganz für mich allein feiern, der so seines schönsten Reizes, des der vertraulichen gegenseitigen Mittheilung verlustig gehen mußte. Mit dieser Wehmuth im Herzen flüchtete ich mich in innigem Gebete hin zu Gott, fl nnj vb 'di an fl nru -ad au, zu ihm, den ja unsere nruo Schemone Eöra auch einen Alleinstehenden nennt, in« nn«, Du, erhabener Vater, stehest ja auch allein; bei Dir ist es aber nicht die eigene Schwäche und die äußeren Verhältnisse, die Dich isoliren, sondern nnt* ")Dffi, Dein Name, Dein Ruf, Deine erhabene Größe ist es, die Dich erhebt über alle Deine Geschöpfe und so Deine Einheit bedingt. p«a nriN na dunff» *yaya »di. Wo gibt es aber eine Einheit, wie die, welche Dein Volk Israel repräsentirt? Immer vorwärts, immer himmelwärts ringt es, soll eS ringen, seinem himmlischen Vater entgegen, soll sich loSreißen von der Scholle, an die es doch gekettet ist, um seinem Schöpfer und Erhalter ähnlich zu werden; soll wie Er einzig in seiner Art dastehen, soll jeden Schritt zu dieser Lichthöhe den finstern, sinnlichen, irdischen Geistern abringen, die es zu sich in den Staub ziehen möchten; und dies Alles mit so kleinen, winzigen Mitteln na droff» “joya »oi p*a nriK? Da tritt Gott in den Kampf und sichert seinen Getreuen den Sieg, indem er Ihnen die rntay ny:ff», indem er ihnen den raff verleiht. Seiner freute sich schon der erste Gottesverkünder, der doch so ganz allein stand — nmnp nn&t »a —-a» Dma#; Jizchak aber, dem der große Vater schon Bahn gebrochen, und so die Zukunft gesichert hatte, pn» prüf» Jizchak konnte frohlocken, indem er sich im Besitze seiner ,ny?ff» nnoy wußte; und gar Jakob, er genoß die wahre Seelenruhe, die der raff den Seinen bringt, Jakob war ja nicht mehr allein, Jakob hatte ja einen Kreis gleichgesinnter Menschen, hatte eine Familie, um stchmirna» naai apy». — O möchten es doch Deine Kinder erkennen, DnmaD N»n “jnND »a, daß wahre Seelenruhe nur von Dir auSgehen kann, möchten Deine Kinder es doch beherzigen, welches Gute ste verscherzen, indem sie dem Sabbat den Rücken kehren; wie arm, wie unglücklich sie sich selber machen, indem sie diese „Heilskrone" in den Staub treten! ^ff ntt iff-np» Dnmaa -y,! ANZEIGEN. Nekrolog. Rödelheim, im Ador. Am 21. Schebat starb hier eins der ehrenwerthesten, frömmsten und geartetsten Gemeindeglieder, Herr Joseph Münchweile r. Er war Vorsteher der isr. Gemeinde und suchte stets eifrigst für das religiöse Gedeihen derselben, sowie für die religiöse Erziehung seiner Kinder thätig zu sein. Grenzenlos war seine Wohlthätigkeit, die, immerwährend im Stillen geübt, erst ihrem größeren Umfange nach bekannt wurde durch das Jammern und Klagen der vielen Armen, die er sowohl hier wie in der nächsten Umgebung im reichsten Maße unterstützt hatte. Wo es galt, etwas Gutes in Anregung zu bringen, wo es galt irgend einen zu vermeiden, da war der Dahingeschiedene stets der Erste, der mit allen seinen Kräften bemüht war, das Gute zu realisiren und die Uebelstände hinwegzuschaffen. So lebte und wirkte er, still und bescheiden, im Kreise der Seinen, auch von seinen christlichen Mitbürgern im höchsten Grade geachtet. Erst die Folgezeit wird uns die große Lücke fühlen lassen, welche sein Tod der hiesigen isr. Gemeinde geschlagen. — Was der Heimgegangene seinen Kindern gewesen, wie er stets unermüdlich für ihr zeitliches und ewiges Wohl besorgt war, wie er danach strebte, sie als gute Juden, edle Menschen und nützliche Staatsbürger zu erziehen, das zu schildern ist keine Feder im Stande. Die allgemeine Theilnahme zeigte sich bei seinem Leichenbegängnisse, bei dem auch seine zahlreichen Freunde aus Frankfurt a. M. zugegen waren. Möge er droben reichen Lohn für sein edles Streben hinieden finden, möge sein Andenken für ewig zum Segen gereichen. n"a"s"a"n.! i u j! I; j I!