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Der Israelit · 1871-02-22 · Heft 8 (22.2.1871) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 8 (22.2.1871)
Date
1871-02-22
Page
– (sequence 12)
Language
German
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NfiwbÜKfi 154 Bibel und sind als solche, in der Weise wie es Hen R. Morgenstern thut, nie aus den Obductionstisch der calmirenden Kritik gelegt oder besser blosgelegt worden. Daß aber derselbe Herr R. Morgenstern sogar gegen das tiesergreisende Gebet: h’je tmpipijot sch’luche am’cho jisrael Front macht (gewiß nur darum, weil selbes von einem Vorbeter verfaßt wurde) gegen welches selbst die größten Kanzelredner und Gelehrten des Zunz, Sachs, Mannheimer, Jellenick, Meist etc. feinfühlend und schonungsvoll vorgingen, ist nichts anderes als prunkhafte Streichsucht. Dieses Gebet soll nach der weisen Ansicht des Herrn R. Morgenstern seine zufällige Entstehung der e i u st malige n Selb stständigkeit der Vorbeter in ihrem Amte zu verdanken haben, und gegen diese scheint der ganze Geistesspuck des Herrn R. Morgenstern gerichtet zu fein. Hinc illae lacrimae. Nach der weiter ausgesprochenen Meinung dieses Herrn habe heutzutag der Passus: Lorenr ma sch’jomru kein Bedeutung mehr, sei viel- . mehr absurd, in dem (ipsissimis verbis) die derzeitigen Vorbeter doch nur n a ch b e t e n, uud die Sprache, in welcher sie beten, nicht verstehen? Wozu denn, Herr Rabbiner, in die Ferne schweifen? Wenn Sie dem frommen Drange Ihres Herzens durchaus freien und | unbeschränkten Lauf lassen müssen und Ihr Verlangen | nach der Palme der Unsterblichkeit unbezähmbar ist, f warum führen Sie nicht Ihren Amtsbrüdern zu Ge- | . müthe, daß sie sich etwas mehr mit den Gesetzen derl fertigen Sprache, in welcher diese das Wort Gottes ver- | künden, befassen mögen, auf daß der Gallimathias in i . deren Predigten aufhöre? Ferner, daß viele Ihrer Be- I rufsgenossen endlich zu der Erkenntniß gelangen mögen, fr. daß deren Nachpredigeu nachgewiesen werden könne, l daß ferner das gründliche Studium im Talniud, der | heb. Sprache und einer correcten und deutlichen Aus- I drucksweise in ihrer Muttersprache empfehlenswerter f und zweckdienlicher erscheinen, als das denkfaule Herum- | blättern in alten Predigtmagazinen? fi Ueberhaupt dürfte Ihnen, Herr Rabbiner, der wohlemeinte Rath durchaus 'nicht schaden, wenn Sre sich ezüglich Veröffentlichung.^^r Geistesprodukte etwas jj mehr Enthaltsamkeit auferlegen wollten und das bei kannte nonum prematur in annum halbwegs nur j berücksichtigten, indem Sie sonst für sich die wirkliche . Gefahr heraufbeschwören, daß man auf Sie die prickelni den Worte des Horaz: Partiurunt montes, nascitur ridiculum mus unwillkührlich anzuwenden genöthigt! wäre. Wozu denn mit jeder Schrulle und solchem Ge-! fiunker in die Oeffentlichkeit hinaustreten, man nützt j weder sich noch Andern damit. Dixi et salvavi ani- L mam meam. Was schließlich den Vorwurf anbelangt, den Sie, Herr Rabbiner, uns Vorbetern machen, indem Sie uns an den Pranger der Oeffentlichkeit als der heb. Sprache . Unkundige hinstellen, uns überhaupt das Bestreben zur Erlernung dieser Spraye absprechen, so weife ich denselben im Namen mcttu’t Berufsgefährten mit Entschiedenheit und gerechter Indignation zurück, und erkläre ein für allemal, daß wir niemals daran gedacht haben, uns von Ihnen und Consortcn belehren, am allerwenigsten mit Gleichmuth — schulmeistern zu lassen. W. Flamm, Cantor und Vorbeter. Vacante Lehrerftelle. Die Stelle eines Religionslehrers, Vorsängers und Schächters mit einem fixen Einkommen von 450 fl., freier Wohnung, 4 Klafter Schulholz und nicht unbedeutenden Nebenverdiensten soll bis I.Zuli d. Z. wieder besetzt werden. Hierauf Reflrctirende haben sich unter Einsendung ihrer Qualifikationen an die Unterzeichnete zu wenden. Georgensgmünd (Bayern), am.14. Februar 1871. Die Vorstände der Cultusgemeinde. in Elementarlehrer, welcher gleichzeitig Dorbeter und llnuv ist, sucht Stelle. Franco-Offerten sud 6-. 150 befördert die Annoncen-Expedition von Haasensteiu & Vogler in Cöln. n der israel. Gemeinde zu Bad Soden bei Frankfurt a. M. ist die Stelle eines Religionslehrers, Vorsängers und Schächters zu besetzen. Fixer Gehalt 200 fl. nebst freier Wohnung. Einkommen für die Schechitah 175 fl., Accedentien 100 fl.; außerdem Nebenverdienste in Aussicht. Frankirte Meldungen sind zu richten an D. Stern, Vorsteher. Annonce. Zum 1. Mai c. wird die hiesige p2"i omo' pru Stelle vacant. Fassionsmäßiges Einkommen 800 fl. bei freier Wohnung, excl. 150 fl. Nebenverdienste. Qualificirte Bewerber, die einen Chor zu dirigiren im Stande sind, wollen ihre Zeugnisse baldigst einsenden. Jchenbausen in Bayern. Die israel. Cultus - Verwaltung. Daniel Einstein, Vorstand. in Hauslehrer für zwei Kinder von 6 und 8 Jahren wird gesucht. Freie Statkvn und 100 bis 120 Thlr. Gehalt. Meldungen adressire man an A. Jsraelssohn, Posen, Wilbelmsplatz Nr. 16. Briefkasten der Expedition. An den Einsender der Offerte A. H. 110 in Homburg v. d. Höhe: Sie haben Ihrer Offerte Ihren Namen hinzuzufügen vergessen.

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