Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 8 (22.2.1871)
- Date
- 1871-02-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M 8. XIL Jahrgang D^r Israelit. Ein Kentrat - Organ für das orthodore Iudenlhum. Herausgegeben von Dr. Lehruann in Mainz. Mittwoch, den 2 2. Februar 5631 (1871). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. E. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man übonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate l*/2 Sgr. die Pckiizeile oder derm Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francop»« sendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Irrhattr Leitender Artikel: Zum Purimfeste. ZettungSnachricKten und Correfpondenzen »Deutschland: Mainz. Berlin. Berlin. Crefeld. Posen. Schneidemühl. Dresden. Dresden. — Oest.-Ung. Monarchie: Wien. Prag. Pefth. — Feuilleton: Gabriel. Inhalt der Met läge; Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz. Feuilleton: Ein geschichtlicher Rückblick auf die Juden in Elsaß Und Lothrrngen. — Militärische Briefe. — «der »ädaaoaischen Aeilaae: confessionslose Schule? — Literarisches. — MannichfaMges. — Correspondenzen: Aus Bayern. Hamburg. Inhalt der Hrtra-Aeilage r Für die Nothleid. im hl. L. — Für die Armen des hl.L. — Bau jüd. Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem. — Für die nothleid. Glaubensgenossen in Stratzburä.—- Zur Unterstützung der nothleid Glaubensgenossen in Westrußl. — Für das Hospital in Memel. — Für den unglücklichen Füsilier Rothgießer. — Leitender Artikel. Zum Mrimfeste. Mainz, 16. Februar. Die Tage des Adarmonats nahen heran, Tage her Freude!;ru *1 oimi |un 1^160^ rwy -qt inna vdipd iwt' ,n6n^. Ein Andenken hat Gott gestiftet an Seine Wunder, auf daß wir nie vergesien, daß gnädig und barmherzig der Ewige ist; und wenn Er auch manchmal Verwirrung (*)WD jup'pd *po) bereitet Seinen Frommen, so gedenkt Er doch ewiglich Seines Bundes. Ein Andenken an Seine Wunder ist uns das Purimfest; es zeigt uns, daß gnädig und barmherzig der Ewige ist — und was auch immer sich ereignen möge, Gott wird ewiglich Seines Bundes gedenken. Es war eine schwere Zeit, welche der Geschichte des herannahenden Festes voranging. Die babylonische Gefangenschaft hatte Israel aus seiner Abgeschlossenheit in die Mitte fremder Völker geführt, Mh was war die Folge gewesen? Die Israeliten hatten die heimathliche Sprache vergesien, das Studium der Thora derart vernachlässigt, daß sie nicht einmal den Inhalt der schriftlichen Lehre mehr kannten; sie entweiheten den Sabbat, sv daß selbst nach der Rückkehr in das heilige Land Nehemias ernstliche Schritte thun mußte, um diesem Verbrechen zu steuern; sie hatten sich vielfach mit heidnischen Frauen vermählt, so daß Esra und NehemiaS zu den durchgreifendsten Maßregeln sich genöthigt sahen, um das jüdische Geschlecht rein zu erhalten; ja, selbst die Söhne des frommen Hohenpriesters Josua ben Iehuzdok hatten heidnische Frauen genommen;' Viele halten sich an den Genuß verbotener Speisen gewöhnt, und fast Alle weigerten sich, in das heilige Land zurückzukehren; ja, als Nebukadnezar befahl, daß sie sich vor dem von ihm aufgestellten Götzenbilde bücken sollten, da waren es nur Wenige, die eher dem Tode sich preiszugeben entschlossen waren. Was wäre aus Israel geworden, wenn diese Zustände, diese schrecklichen Zustände deS Aufgebens der theuersten Güter unseres Volkes sich ununterbrochen weiter entwickelt hätten? Es würde schon längst kein Judenthum und keine Juden mehr gegeben haben, un-