Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 3 (18.1.1871)
- Date
- 1871-01-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V V M 3. Der Israelit. Ein al - Organ für das orthodore IudenttZmn. Herausgegeben von Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 18. Januar 5631 (1871). scheint wöchentlich einmal, Mittwoch-, in windest«- 8 BW«. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. rh. Mm abonnirt ganzjährig, halbjährig ob« vierWWWig. WS» Bnchhnndlungen und Postämter nehme» Be, l*/2 Sgr. die Peützeile oder der« Lau«. Oestetteichlsche Danknotm laut Cours. Directe Francozu» . unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. L. od« S fl. Sfi«. an die Expedition franco einzusenden. Anhalt: .kel: Die großen Grundsätze des Judenthums. Icher Bericht. — kettungsnachrichte« und Eorrefpondenzen: Deutschland: Berlm. Frankfurt a. M. Stettin. Mona. Oest.-Ung. Monvrchlk: Wiem Pesth. N.-Adonh. Mosen. — Italien: Rom. Florenz.— Frankreich: Paris.Paris. Aus Paris. — Amerika: New-Aork. New-Iork. Washington. Feuilleton: Gabriel. ^^Iuhatt der Messager leitender AriE: Literarisches. leitungsnachrichten undCorrespondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz. Mannheim. Berlin. Berlin. Paderborn.— Oeft.-Ung. Monarchie: Tarnow. Pesth. Lundenburg. — England: London. — Amerika: Washington. — Feuilleton: Militärische Briefe von einem jüd. Freiwilligen. — Aus Crömieux' Advocatenleben. — Inhalt der Krtra-Aeitage: kür die Nothleid. im hl. L. — Für die Armen des hl.L. — >Für die nothleid. Glaubensgen. in Straßburg. — Danksagung. Leitende Artikel. Me großen Grundsätze des Iirderrthrnns. n. Der zweite große Grundsatz deS Judenthums ist as Wissen von dem Walten der göttlichen Vorsehung, ie da belohnt und bestraft, und wenn nicht in dieser, o hoch in der künftigen Welt. Bei Gott aber ist, seiner Natur gemäß, das einfache Wissen bereits daS Volten Seiner Vorsehung, wie es heißt: 'n jni» *d i’pnst fn, „Gott weiß von dem Wege der Gerechlen" und durch Sein Wissen waltet Seine Vorsehung über den Frommen und erhält und errettet und belohnt sie, während -n«n ntyizn *pn, der Weg der Bösewichter dadurch zur Vernichtung hinführt, daß Gott ihm Sein Wissen, sein Watten gleichsam mtzieht. — Deßhalb knüpft Rabbi Jizchak diesen Grundsatz an das Wort njrft an, indem er auf dm VerS Hinweis! 'n mjn v« o. Nichts aber ist für dm Menschen schwieriger zu erkennen und zu verstehen als das Walten der göttlichen Vorsehung. Die Frage nach der Erkenntniß dieses WaltenS ist schon eine uralte; schon unser Vater Jakob seufzt verzweifelnd 'io ’DTi mno: idj?’ „es ist verborgen mein Weg vor dem Ewigen und an meinem Gotte zieht mein Recht vorüber"; Moscheh's heißestes Gebet ist: n-r tu ’jj/’“nn „thue mir doch kund deine Wege!" DaS ganze Buch Hiob ist nichts als eine Antwort auf diese Frage. — Und in der Thal, wenn der Mensch sich umschaut in der Wett und sieht, wie dm Bösen, dm Schlechten, den Verbrechern, den Hartherzigen so Vieles gelingt, wie ihnen Alles gedeiht, wie sie leben in Pracht und Ueberfluß, während der Fromme, Bescheidene, Gerechte darbt und hungert, mit Noth und Elend, mit Schmerz und Kummer und Leiden aller Art zu kämpfen hat — so blickt er wohl staunmd auf zum Alllenker und fragt: warum glückt der Weg der Bösewichter, während der Fromme so viel leidm muß? Und dennoch, wenn wir es recht bedmkm, so ist gar kein Anlaß zum Staunen gegebm. Wir schwachm Menschen wissen kaum, was für unS gut oder schlimm ist; was uns als ein großes Unglück erscheint, gereicht uns oftmals derart zum Helle wie kein Glücks-