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Der Israelit · 1870-12-21 · Heft 51 (21.12.1870) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 51 (21.12.1870)
Date
1870-12-21
Page
– (sequence 14)
Language
German
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946 L. Liptsche. Wie bekannt, durste ftüüer beinahe das ganze Solner Comitat von Inden nicht bewohnt werden, und wenn schon ein einzelner Jude durch besondere Gnade eine Bewilligung zur Niederlassung erhalten hatte, so geschah dies doch unter sehr beschränkenden Bedingungen. Da« war wohl früher, aber jetzt wohnen schon in diesem ganzen Comitat Juden und genießen überall die vollständigste Freiheit; nur in Lot-Liptsche bei Neusohl will man dorr einer Emai cipation nichts wissen. Vor kurzer Zeit hat man dort das Dorfwirthshauö licitirt. Vor 'der Licitatton hat man die noch aus den alten Zeiten herstammenden Licitationsbedingnisse vorgelesen, daß nämlich, „wenn ein.Jude dieses Wirthshaus pachtet, dieser gezwungen ist, einen christlichen Geschäftsführer zu halten, damit die Gäste nur durch christliche und «nicht durch jüdische Hände bedient werden." Ist das wohl, weil die jüdischen Hände unrein sind? Bei diesem Verlesen war nicht etwa ein ungebildeter Dorfrichter, sondern der Oberstuhlrichter und ein LandtagSdeputirter waren zugegen, ohne etwa ein Wort gegen die vorgelesenen Bedingungen einzuwenden. Wahrlnb, diese Herren dürsten in Rumänien und nicht in dem freien Ungarn wohnen! (Pesth. jüd. Zeit.) Holland. Amsterdam. Herr I. M. Content wurde zum RabbinatSassessor dahier erwählt und bereits vor 14 Tagen in sein Amt installirt. (N. I. W.) Amerika. New-Kork. Gegenwärtig wird dahier ein Fair (Bazar) zu Gunsten des neuen Berg-Sinai- Hospilals und des Waisenasyls abgehalten. Bereits gingen zu diesem Zweck durch eine Sammlung eines Damen-Comitös einer jüdischen Gemeinde über 80(0 Dollars ein. (Iew. Mess.) Japan. Vokodama. Viele tausend Meilen entfernt, und ich möchte behaupten, so isolirt von unseren besser gestellten Freunden zu Hause, mögen Sie sich die Schwierigkeiten vorstellen, die sich uns entgegenstellfn^ wenn wir den heiligen Pflichten unserer religiösen Gebote Genüge leisten wollen, da erstens uns hierzu ein Gebäude zum Gottesdienste bis jetzt gemangelt und und zweitens die Zahl unser Glaubensgenossen eine sehr geringe war. Jedoch die nun zunehmende Anzahl unserer Mitglieder zeigte uns die Nothwendigkeit, einen eigenen Begräbnißplatz zu erwerben, der unter unserer Verwaltung stehe; eö war dieses um so dringender, da jede Glaubensgesellschaft ihren eigenen Begräbnißplatz besitzt. Dank der rastlosen Thätigkeit von dreien oder vier Mitgliedern sind wir in die Lage versetzt worden, sowohl eine Synagoge, als auch einen Friedhof unser Eigenthum nennen zu können. In dem königlichen englischen Consulatsgebäude ist vor ungefähr vier Monaten eine Versammlung abgehalten worden, welche den Zweck hatte, die Erlaubniß auszuwirken, uns einen eigenen Begräbnißplatz anlegen zu dürfen. Herr Henry Marks wurde ins Comite gewählt und Dank seiner Mühe erhielten wir vom belgischen Censul die Bestätigung für die jüdische Gemeinde in Yokohama Grund und Boden zu diesem Zwecke anzukaufen. Die Zeichnungsliste hatte einen so glänzenden Erfolg, daß wir heute den Begräbnißplatz schon mit einem eisernen Geländer umgeben können. Der erste Schritt für die Niederlassung der Juden in Japan ist gethan. Die Herren H. und A. Marks waren in ihrem löblichen Eifer, ein jüdisches Gemeindewesen dahier zu gründen, weiter thätig, und in einer vor einigen Tagen abgehaltenen zwesten Versammlung, welche von ungefähr zwanzig Mitgliedern besucht war, wurde beschlossen, den Bau eines Gotteshauses in Angriff zu nehmen. Die eröffnete Liste erhielt sehr namhafte Beittäge, worunter die erste Zeichnung 400 Dollars betrug; unter den hochherzigen Spendern befindet sich Mrs. Strauß mit 106 Dollar. Die Summe, welche zur Ausführung des Unternehmens erforderlich, beläuft sich ungefähr auf 1500 Dollar, wovon die Hälfte bereitgezeichnet worden ist. Verschiedene Geräthschaften zur Ausschmückung und Einrichtung sind bereits gespendet , worunter zwei Gesetzrollen besonders namhaft zu machen sind. (Iew. Chr.) ANZEIGEN. Berichtigung. In Nr. 50, S. 914, Spalte 1. Zeile 9 von eben wolle,man statt „bedeutendes" unbedeutendes lesen. In dem Spendenverzeichniß zu Nr. 49 soll es heißen: Durch Distr.-Rabbiner Bamberger in Würzburg von Frau Betty Hartwig in Kopenhagen IN Thlr. statt 2 Thlr. Briefkasten der Nedaetton. Herrn I. Sänger in Halberstadt: Das Gedicht hat bereits vor Jahren und zwar nebst hebräischer Ueberfetzung im „Israelit" gestanden.

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