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Der Israelit · 1870-11-30 · Heft 48 (30.11.1870) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 48 (30.11.1870)
Date
1870-11-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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878 Wortes 'i p by beginnt, da es nicht wahr sei, daß die Reformgenossenschaften sich mit GotteS Lehre beschäftigen und mit Gottes Geboten sich freuen; Dr. Sonnenschein meinte, da müßte man auch den Ausdruck „der Ruhe und der Freude am Sabbat" aus den Gebeten streichen, da es nicht wahr sei, daß die Reformgenossenschaften am Sabbat ,'ruhen und sich mit dem Sabbat freuen. Von KriathSchema wurden diebeiden letzten Verse von nmn an gestrichen, so daß das Kriath Schemah künftig mit den Worten 'n«< D’Jil nn« -mv schließen soll. Ferner wurde beantragt, ruiDNi nox zu streichen. Man fragt sich unwillkürlich, ob diese Menschen wirklich bei Verstand sind. Daß .sie von nmv» notf, von der Wahrheit und dem Glauben, sich längst losgesagt, -ist wohl anzunehmen; warum aber wollen sie Beides den Gemeinden aus dem Gebetbuche streichnn? vr. Hübsch prostetirt dagegen, und .uiöni nö** wurden beibehalten. Statt sollen die Amerikaner künftig O’oy sagen! I roioa ’D wird abgeschafft; ]iPy -n soll im Minhag Amerika nicht mehr erwähnt werden; ebenso sollen Abraham, Jizchak und Jakab nicht mehr genannt werden. Dr. Kleeber g ist mit der ganzen Verhandlung unzufrieden. Die Conferenz gewähre nach seiner Ansicht der hebräischen Sprache zu viel Raum. Die hebräische Sprache sei gut für Polacken und Marockaner, aber nicht für die erleuchteten Söhne Amerikas. Man fordert ihn auf, seinen Antrag schriftlich einzubringen. Ein Herr Dr. Tuska stellt den Antrag, die Versammlung möge beschließen, daß künftighin in den Synagogen mit unbedecktem Haupte gebetet werde. Dr. Hübsch constatirt, daß er nicht auf dem Standpunkte des Talmud und des Schulchan Aruch stehe. Mit unbedecktem Haupte zu beten, dagegen sei nichts einzuwenden. Dr. Sonnenschein meint, es sei wohl etwas dagegen einzuwenden. Dr. Wise tadelt die beiden Vorredner, daß sie blos dictiren, ohne zu begründen; er fordert sie zur Begründung auf; es sei nicht seine Sache, die Bewtise beizubringen. Die beiden erstgenannten Herren schweigen. Mit diesen Verhandlungen hat die Versammlung bereits zwei Tage zugebracht. Äm dritten Tage verliest Dr. Kleeberg einen langen Aufsatz, in welchem er die Conferenz bittet, die unnütze, antiquirte, hebräische Sprache so wenig als möglich in den Gebeten beizubehalten. Der Antrag wird einer Commission überwiesen. Dr. Lilienthal stellt den Antrag, die Conferenz wolle erklären, baß der zweite Tag des Neujahrsfestes keine größere Wichtigkeit habe als die andern zweiten Festtage. Der Antrag wird wie der vorhergehende behandelt. Ein Herr Dr. Kali sch schlägt vor, an Festtagen statt umns nn« zu beten: moscn nm. — Dr. Hübsch fordert den Antraqsteller auf, sein mn^n nnN zu übersetzen. Da derselbe ausweichend antwortet, so wird sein Antrag verworfen. — Wie gefallen Dir, lieber Leser, diese Verbesserer des Judenthums? Ein Herr Dr. Mayer stellt den Antrag, im Festtagsgebet lP jnni zu st> eichen; das sei überflüssig. Dr. Hübsch widerspricht. Dr. Meyer stellt den Antrag wm nby* zu streichen, da man in Amerika keinen Messias mehr brauche; der Antrag wird angenommen. Die Versammlung beschließt auf Antrag des Dr. Wise ein reguläres Orchester von Blasinstrumenten anstatt des Schofar am Rosch Haschanah einzuführen. Dr. Meyer stellt den Antrag, aus dem Neujahrsgebete das nn« ")6nn) zu streichen; das sei antiquirt. (Wahrscheinlich, weil die Ü. St, of N. A. eine Republik sind; da müßte man beten: „Du bist unser Präsident iwna dvv nnw.) Der Antrag wird trotz des Widerspruches von Dr. Wise angenommen. Auf Antrag des Dr. Wise werden aus „121 15D3 die Worte und gestrichen!!! Dr. Tuska beantragt in das MaarZb - Gebet die Keduschah einzuführen. In einer Anwandelung von _Vernunft lehnt die Versammlung den Antrag ab. Am vierten Versammlungstage beschließt man, es der freien Wahl der Gemeinden zu überlassen, ob sie mit bedecktem oder unbedecktem Haupte beten wollen. Ueber die Frage, wer die aus den Arbeiten der Conferenz erwachsenden Kosten zu bezahlen habe, entspinnt sich eine fehr erregte Debatte. Am fünften Tage entspinnt sich eine sehr erregte Debatte über daS Immanuel College, eine Art Rabbiner-Seminar. Dr. Hübsch meint, der Unterricht im Schulchan-Aruch könne nicht vom Lehrplan ausgeschlossen werden. Wenn der Rabbine heutzutage den Sch. A. auch nicht mehr nöthig habe, so müsse er ihn doch kennen. (Etwa als historische Antiquität?) Am sechsten Tage erstattet die erwählte Commission Bericht über die Heilighaltung des 2. Tages des Neujahrsfestes; sie spricht sich gegen dieselbe aus. Trotz des Widerspruches eines Herrn Dr. Birkenfeld erfolgt die Zustimmung der Versammlung zu dem Rapport der Commission. Am siebenten Tage stellt Dr. Kalisch den Antrag, daß man auch Frauen zu mtpy po zählen solle. Der Antrag wird einer Commission überwiesen.

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