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Der Israelit · 1870-11-16 · Heft 46 (16.11.1870) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 46 (16.11.1870)
Date
1870-11-16
Page
– (sequence 12)
Language
German
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852 Predigt fortgesetzt werden. Der Störer?aber — ein junger israelitischer Patrizier, Namens Lachmann — Sohn des kürzlich verstorbenen Armeelieferanten dieses Namens —hatte mit vollster Vorbedachtheit und Geistesgegenwart gehandelt und seine wohlmeinende Absicht war, den greisen Sünder durch das acute Mittel dieser eclatanten Demonstration doch noch zu bekehren, vr. Geiger besitzt nämlich eine in Bielefeld verehelichte Tochter, welche bereits vier Söhne gebar, die sie beschneiden zu lassen sich beharrlich weigert. Bei Wiederbeginn seiner so unliebsam unterbrochenen Predigt spielte Or. Geiger, sich entschuldigend (!) auch auf dies sein beklagenswerthes Familienunglück an, indem er an Ahron (!), Eli und den frommen ^önig David (!) erinnerte, welche auch abtrünnige Söhne gehabt die ihnen viel Kummer und Kränkung verursachten. Daraus nahm die Andacht chren nicht wieder gestörten Lauf. Also Geiger, dem die heilige Schrift eine gefälschte Urkunde (v">) ist, der die Akedah als eine Sage oder Allgorie darstellt, der überhaupt die Gesetze unseres Gottes nicht mehr für verbindlich erklärt, vergleicht sich mit Ahron, Eli und David und nennt seine Tochter, die doch nur in seinem Sinne handelt, ein ungerathenes Kind! Welch ein Character! Erfurt, 20. Oct. Unter den hier detinirten französischen Gefangenen befinden sich fünf französische Offiziere, welche dem jüdischen Glauben angehören, und zwar die Capitäns Levi, Cerf, Leon, Lieutenant Grumback, sämmtlich der Artillerie angehörig, und der Genie - Hanptmann Fritz Nach einem unverbürgten Gerüchte sollen sogar zehn französische Offiziere jüdischen Glaubens hier sein, wir haben jedoch nur die gedachten fünf kennen gelernt. Zu bemerken ist noch, daß sämmtliche Gedachte, bis auf Leon, deutsch reden. Die meisten von ihnen sprechen mit Begeisterung von unsrer Religion und preisen sich glücklich, einem Lande anzugehören, wo die R ligion nicht den Hemmschuh bildet, verdiente Würden zu erreichen. Levi äußerte unter anderem, indem er aus einem Koffer ein lleines Machsor, Tallith und Tephilin hervorholte, folgendes: „Sehen Sie, obgleich ich von ganzem Herzem Jude bin, und meine Kameraden das auch wissen, fällt es doch Niemanden ein, mich um meines Glaubens willen zurückzusetzen." (Jsr. Wochenschr.) Hamburg, 4. Nov. Dem „F. I." wird von hier geschrieben, daß Marschall Bazaine die jenseits Altona belegene Villa des sei. Carl Heine, mit dessen Wittwe, einer geborenen Fould, er verwandt sei, zum Wohnsitz nehmen werde. Viele wollen hieraus schließen, daß Bazaine Jude, oder doch jüdischen Ursprungs sei. Dieser Schluß ist jedoch zu voreilig, da die Familie Heine und Fould sich vielfach mit christlichen Familien verschwägert haben. Die Pflegetochter des kinderlosen Carl Heine ist eine geborene Katholikin und hat sich auch mit einem Katholiken verheirathet, die Wittwe des ehemaligen Ministers Achille Fould ist eine Protestantin. Uebrigens ist die Angabe irrig, daß Frau Heine eine geborene Fould sei; sie ist eine Fourtado, die allerdings mit den Foulds sehr nahe verwandt sind. Aus Hannover wird uns die Mittheilung, daß Dasjenige, was in dem ersten Leitartikel der Nr. 43 dieser Zeitung über die dortige Religionsschule gesagt ist, nicht ganz der Sachlage entspricht. Der uns benachrichtigende Freund ist zwar weit davon entfernt, für die Güte der isr. Religionsschule zu Hannover in die Schranken treten zu wollen, allein er glaubt uns doch mittheilen zu müssen, daß auch die übrigen Bücher des Pentateuch, nicht nur -idd rpt£WD gelehrt worden. Wolle Gott, daß der obenerwähnte Artikel dazu beitrage, die jüdisch-religiösen Verhältnisse in Hannover besser zu gestalten. So viel haben wir schon von mehreren Seiten erfahren, daß sich Viele von der Wahrheit des in jenem Artikel Gesagten tief betroffen fühlen. Auch das ist ein Gewinn Hoffen wir für die Folge das Beste. ANZEIGEN flnpflna» Diejenigen verehrlichen Abonnenten, welche den „Israelit" nicht sammeln, würden uns eine große Gefälligkeit erweisen, wenn sie uns die Nummer 42 d. I. per Streifband übersenden möchten. Diese Nummer ist nämlich bei uns vergriffen und fehlt uns, da noch täglich Nachbestellungen einlaufen. Zu Gegendiensten ist gern bereit _Die Expedition des „Israelit". n der hiesigen Schule wird zum 1. Januar a. C. die Lehrerstelle vacant; der Gehalt beträgt zwar momentan nur 200 Thlr.; wir theilen jedoch tüchtigen Bewerbern mit, daß in nächster Zeit eine Erhöhung auf 250 Thlr. bewirkt werden wird. Außerdem wird noch je nach Leistung, ein Nebeneinkommen durch Ertheilung von Privatunterricht von circa 150 Thlr. in Aussicht gestellt. Die geehrten Reflectanten werden höflichst ersucht, die Gesuche nebst Qualificationsattesten an den hiesigen Magistrat recht bald gelangen zu lassen. Buk, Prov. Posen, 9. Nov. 1870. Der Corporations-Vorstand, Jacob Basch. Briefkasten der Expedition. Herrn S. W. H in N.-A.: Die beiden Wechsel erhalten Herrn A. H. in C.: fl. 82 erhalten.

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