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Der Israelit · 1870-11-16 · Heft 46 (16.11.1870) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 46 (16.11.1870)
Date
1870-11-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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842 Aus dem das Unterrichtswesen regelnden Abschnitt heben wir hervor, daß die in jeder Gemeinde zu ernennende Schulcommission für Ertheilung des Unterrichts in Mikra, Mischna, Talmud und den für das practische Leben nöthigen Ritualien wirksam zu sein hat. In Bezug auf die Rabbinen bestimmt das Statut, daß dieselben von anerkannt orthodoxen Rabbinen autorisirt sein müssen und daß deren Entscheidungen nur dann Giltigkeit haben, wenn sie in den Bestimmungen des Schulchan Aruch ihre Begründung finden. Wir müssen bei diesem Anlaß auf Etwas ganz besonders aufmerksam machen: das Wort „Begründung" ist nämlich in dem Statut mit gesperrter Schrift gedruckt, und zwar, wie wir vermuthen, auf einen Anlaß hin, den wir im Nachfolgenden näher auseinander setzen wollen. Man hat von unwissend-neologer Seite der jüd. Orthodoxie im Allgemeinen und der ungarischen im Besondern den ganz haltlosen Vorwurf gemacht, sie vergöttere den Schulchan Aruch. sie setze das Buch Rabbi Joseph Caro's an die Stelle von Thorath Moscheh, sie erkläre den Schulchan Aruch für unfehlbar, sie wolle das lebendige Gesetz unseres Gottes im Buchstaben erstarren lassen. Diese Vorwürfe sind, wie wir bereits oft dargelegt haben, durchaus unbegründet. Das Gesetz unseres Gottes ist heute dasselbe wie es vor der Abfassung des Schulchan Aruch war. Kein Rabbiner ist gebunden, genau nach dem Wortlaute des schulchan Aruch zu entscheiden, sei es 'bipb in '->oinb, in erleichternder oder in erschwerender Weise, wenn er nur seine Ansicht durch und die maßgebenden a>j?c»E> rechtfertigen kann. In unzähligen Fällen wird bei uns Juden des Occidents gegen Rabbi Joseph Caro „gepaßkent", in vielen auch gegen Rabbi Moscheh Jsserles. Ein gewissenhafter Rabbiner ist aber verpflichtet — wie es von jeher in Israel gehalten worden — seine Decisionen aus O'pOisi d"^ nach den allgemein acceptirten Normen herzuleiten, und daher sagt das in Rede stehende Statut: „Die Entscheidungen des Rabbiners haben nur dann Giltkraft*), wenn sie in den Bestimmungen des Schulchan Aruch ihre Begründung haben." Hätte man wirklich den Schulchan Aruch als „unfehlbar" bezeichnen wollen, so hätte man die Giltigkeit der Entscheidung des Rabbiners von ihrer vollkommenen Uebereinstimmung mit dem Wortlaut des Schulchan Aruch abhängig machen müssen, war natürlich den bedeutenden Rabbinen, die bei Abfassung des Statuts zu Rathe gezogen sind, *) ein nicht gut gewähltes Wort. nicht in den Sinn gekommen ist und nicht in den Sinn kommen konnte. Wie das „traditionelle Judenthum", das Organ der jüdisch-orthodoxen Religionsgenossenschaft Ungarns und Siebenbürgens, mittheilt, haben bereits 130 iSr. Gemeinden ihren Beitritt anzezeigt. Würde der unglückselige Krieg nicht auch in Ungarn seine Wirkungen äußern, so hätte das Werk der Einigung bereits größere Fortschritte gemacht. In der jüngsten Nummer der erwähnten Zeitschrift werden die orthodoxen Israeliten zu Pefth scharf getadelt, weil sie mit den Neologen pactirt haben. Hoffentlich wird es auch noch in Pefth zu einer vollständigen Trenn * kommen, denn ohne diese ist in unserer Zeit für das orthodoxe Judenthum kein Heil zu erhoffen. Ein jeder fauler Friede birgt nur die Saat des Bösen in sich, indem er zum Jndifferentismus, dem größten Feinde alles religiösen Lebens, aller gedeihlichen religiösen Entwickelung führt. Wir können mit unfern neologen Brüdern einig gehen in Werken der Liebe und Mildlhätigkeit - wir dürfen aber ihre Rabbinen nicht als die unfern anerkennen , dürfen nicht die religiöse Zukunft unserer Kinder opfern; wir müssen vielmehr vor Allem in Frieden leben mit nnserm Vater im Himmel. Literarischer Bericht. TS oro 'D flOK 'DO bv W3 ♦"U’ns ’n.vo Prag 1870. Verlag des Herausgebers. Ein aus der Hand des durch seine tiefe Gelehrsamkeit und seinen eminenten Scharfsinn berühmten R. Samuel Freund hervorgegangenes Werk bedarf keiner würdigenden Anerkennung. Wer die vor 44 Jahren unter dem Titel ssnp jnj erschienenen Forschlingen dieses Autors zu den Traktaten Berachot, Pea und Demai, das auf Seder Moed sich beziehende njjn1? ny 'd, die unter dem Titel pnsn *vy erschiene: I neu Erläuterungen zum a"ov "vL'p, die unter dem! Namen nnno nnox erschienenen kritischen Erörterrm-I gen zu den bedeutendsten Commentaren des Sederl Taharot, den ax noio betitelten Commentar der! Sprüche Salomo's. die die Unzulässiigkeit des Genus-I ses der Hülsenfrüchte am Peßachfeste nachweisend» Schrift pp kennt, wird jede Publikation des aml de ’ Gebiete der jüd. Wissenschaft hvchgefeierten Der» fassers mit Freuden begrüßen. Der Zweck dieser Zei»

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