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Der Israelit · 1870-11-02 · Heft 44 (2.11.1870) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 44 (2.11.1870)
Date
1870-11-02
Page
– (sequence 12)
Language
German
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8X6 Sie folgten laut und kräftig, dem heiligen Gesang, Das Herz wird immer leichter, das früher schwer und bang. Und mit dem frühen Morgen, da ziehen sie wieder aus. Dort unterm freien Himmel, in's Welten-Gotteshaus/ Hier, bis die Sonne sinket, die Schaar zum Himmel blickt, Und weder Trank noch Speise, hat heute sie erquickt- Drauf bei der Todtenfeier,. mit Thränen sie gedenkt, Der beiden Kameraden, die man in's Grab gesenkt, Hell endlich funkeln Sterne und sieben Mal ertönt. Das Wort des reinsten Glaubens, der Liebe, die versöhnt: Und Einer grüßt den Andern, reicht ihm die Bruderhand, Geschloffen wird im Herzen, das schönste Freundschaftsband, — Die christlichen Kameraden, als treue Liebeswacht, Sie schützten ihre Brüder, von früh, bis in die Nacht- — Nun treten Alle wieder ganz munter in die Reih n, Zu ihren Regimentern, in Hellem Mondenschein, Erhoben durch den Glauben, ermuthigt zu der Pflicht, Sind sie bereit zum Kampfe, sie fteh'n und wanken nicht. Hannover, 21. October. Gestern feierte unser Landrabbiner Herr vr. Mayer den Tag seines 25jährigen Amtsjubiläums. Nicht vielen ist das Glück vergönnt, einen so bedeutenden Zeitabschnitt hindurch die geistigen Interessen einer Gemeinde zu vertreten, den Wenigsten sich einer Beliebtheit zu freuen, deren sich Herr vr. Meyer rühmen kann. Nachdem am Vorabend des festlichen Tages dem Jubilar von jungen Leuten ein Fackelzug gebracht worden, wurde derselbe am Iubeltage selbst von Deputationen der Gemeinde und sämmtlicher Vereine feierlichst beglückwünscht. Zahlreiche Adressen aus allen Theilen des Bezirkes, selbst von Christen, bekundeten die allgemeine Theilnahme. Unter den Gratulanten war auch die chrfftliche Geistlichkeit der Stadt mehrfach vertreten. Neben vielen andren kostbaren Gaben wurde dem Jubilar ein in der Gemeinde Hannover aufgebrachtes Geldgeschenk von mehreren Tausend Thalern sowie von Seiten des Vorstandes ein Schriftstück überreicht, welches die Bewilligung einer Gehaltszulage von 300 Thlr. p. a. enthielt. Ein heiteres Festmahl beschloß den Tag, bei welcher Gelegenheit Herr vr. Meyer einen Theil der ihm überreichten Geldsumme zur ^Gründung einer Stiftung für jüdisch-theologische Zwecke aussetzte. Das Nähere darüber iheile ich Ihnen nächstens mit. Möge Herr vr. Meyer sich der Wiederkehr dieses Tages noch oft erfreuen! Königsberg. Einer unserer Correspondenten schilderte jüngst die traurigen Zustände bezüglich der religiösen Verhältnisse der isr. Gemeinde zu Königsberg. Als Illustration hierzu theilt „Hamagid" eine Thatsuche mit, die in ihrer Lächerlichkeit öffentlich gebrandmarkt zu werden verdient. Schon seit Jahren trug man sich dahier mit der Idee, eine Orgel einzuführen, was jedoch wegen heftiger Opposition mehrerer Vorstandsmitglieder nicht ausgesührt werden konnte, bis es Anfangs des Sommers einer kleinen Majorität gelang, den Beschluß durchzusetzen. Die östliche Wand der Synagoge wurde eingeriffen, um Platz für die Orgel zu gewinnen. Als die verfloffenen Feiertage herannahten, waren die Arbeiten vollendet, aber da stellte sich der Aufstellung derOrgel einHinderniß entgegen, die neue Wand war nämlich noch nicht trocken, und da befürchtete man, die Feuchtigkeit der Wand könnte schädlichen Einfluß auf die Orgel ausüben. Aber der Königsb. Vorstand ist erfinderisch und nicht so leicht in Verlegenheit zu bringen. Man ließ auf Leinwand eine Orgel malen und das Bild an der Ostseite der Synagoge auf stellen. Ist ein solches Gebahren nicht höchst lächerlich und traurig? Hamburg, 20. Oct. Das Testament der am 2. October Hierselbst verstorbenen Frau Friederike geb. von Halle, des Herrn I. A. von Halle Wittwe, enthält folgende Legate zu Gunsten hiesiger milder Stiftungen : Bco. M. 100,000, für die I. A. von Halle- Stiftung, Bco. M. 5 00 für die Mädchenschule der israelitischen Gemeinde, Bco. M. 5000 für die isr. Mädchenschule von 1798, Bco. M. 5000 für das Paulinenstift (Waisenhaus für israelitische Mädchen) Bco. M. 5000 für die israelitische Freischule, Bco. M. 2000 für das Krankenhaus der deutsch-israelitischen Gemeinde, Bco. M. 1000 für die allgemeine Armenanstalt, Bco. M. 1000 für die Taubstummenanstalt für Hamburg und das hamburgische Gebiet, Bco. M. 1000 für die Blindenanstalt von 1830, Bco. M. 500 für das Pestalozzi-Stift. Bco. M. 500 für den Verein zur Vertheilung von Feuerung an israelitische Arme, Bco. M. 500 für den Verein der jungen israelitischen Armenfreunde zur Vertheilung von Brod und Suppe, Bco. M. 500 für den Stipendien-Verein für israelitische Studirende, Bco. M. 500 für die Eduard Klei-Stiftung, Bco. M. 500 für das Paulsen-Stift und außerdem eine Reihe von Legaten für Verwandte und Freunde der Verstorbenen. Die! Erblasserin bestimmt ferner, daß auch der Rest des! Nachlasses, über den sie keine Verfügung getroffen, an die I. A. von Halle-Stiftung falle. Diese von der Legatorin im Jahre 1868 zum Andenken an ihren verstorbenen Mann mit einem Capital von Bco. M. j 50,000 und jetzt mit einem Legat von Bco. M. i 100,000 bedachte Stiftung hat den Zweck, hiesigen! Einwohnern, ohne Unterschied der Confession, welche eine Miethe von Crt. M. 300 jährlich zahlen, zinsfreie Vorschüsse zu gewähren. Das Capital, über welches die wohlthätige Stiftung im Lause der Zeit zu verfügen haben wird, dürste eine sehr namhafte Höhe erreichen.! Österreichisch-Ungarische Monarchie.! Wien. Der Vorstand der jüdischen Cultusge-

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