Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 43 (26.10.1870)
- Date
- 1870-10-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XI. Jahrgang. JW 43. ’i »*- Der Israelit. Ern Kentrat - Hrgan für das orthodoxe Iudenthmn. Herausgegebm von Dr. Lehruaun in Mainz. Mittwoch, den 2 6. Oktober 5631 (187 0). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwochs, in mindestens 2 Stagen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. E. oder fl. 6. 15 kr. rh. Man abornirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Be« stellungen an. Inserate l'/s Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozu« sendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhatt: Leitender Artikel: Die israel. Gemeinde zu Hannover- Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Hannover. — Oesterr.-Ung. Monarchie: Mödritz. Lemberg. - Italien: Florenz. — England: London. — Australien. 7^ Feuilleton: Säen-ünd Ernten. Anhalt der Freilager Leitende Artikel: Literarische Berichte. — Briefe und Nachrichten vom Kriegsschauplätze. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen: Deutschland: Berlin. Aus der Provinz Posen- — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Brzesko. — Italien: Florenz. — Paläina: Jerusalem. — Amerika: New-Bork. Pittsburgh. — Leitender Artikel. Die israel. Gemeinde zu Kaimanen Mainz, 19. Oktober. Unsere Leser wissen bereits, daß man seit einiger Zeit mit der Reformirung des Gottesdienstes in der iörael. Gemeinde zu Hannover begonnen hat und daß der energische Widerstand des Herrn Isak Hirsch, des würdigen Sohnes des altbewährten Vorkämpfers für unsere heilige Religion, des Herrn Rabbiner Hirsch zu Frankfurt a. M, bis jetzt ganz erfolglos gewesen. Wir verweisen auf eine weiter unten folgende Correspondenz des genannten Herrn. Wir haben unterdeß zahlreiche Zuschriften erhalten, welche das Verfahren des Herrn Landrabbiner Dr. Mayer mit scharfen Worten rügen und theilweise mit beißendem Spotte beleuchten — denn die Ironie scheint berechtigt, da Herr Dr M. sich selbst zu den Orthodoxen oder doch Conservativen zählt. Wir haben all diese Zuschriften bei Seite gelegt und wollen statt dessen die Verhältnis der isr. Gemeinde zu Hannover einer ruhigen Besprechung unterziehen. Es gab eine Zeit, in der Hannover eine Mustergemeinde war. Diese Zeit liegt nun ein Vierteljahr- Hundert zurück und endet mit der Berufung des damaligen Landrabbinen Dr. Adler nach London. Es sind eigenthümliche Verhältnisse, die damals zusammentrafen. Hannover, in jener Zeit eine kleine Stadt, hatte auch nur eine kleine israel. Gemeinde. Aber diese letztere war ausgezeichnet durch Alles, was eine israel. Gemeinde auSzeichnen kann: durch die Frömmigkeit ihrer Mitglieder, durch die Gediegenheit ihrer Institutionen, durch einen Hervorragenden Wohlstand, durch eine Opferfreudigst, welche dem Gedeihen der religiösen Institutionen reichliche Mittel zur Verfügung stellte, endlich durch Stiftungen der Altvordern, die für n":n '-ray mm die glänzendsten Handhaben boten. Im Anfänge der vierziger Jahre fing Hannover an, eine Großstadt zu werden, und zugleich begann die jüdische Gemeinde durch zahlreite Zuzüge vom Lande ganz bedeutend zu wachsen. Damals fing die Regierung an, die auf unsere Glaubensgenossen schwerlastenden Ausnahmsgesetze zu beseitigen. In dieser Uebergangsperiode wurde der bewährte Steuermann